Huffpost Germany

Dieses "Economist"-Cover zeigt die wahre Gefahr von Trumps Sieg

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRUMP
Das britische Nachrichtenmagazin "The Economist" warnt vor den Gefahren der außenpolitischen Linie Trumps | The Economist
Drucken
  • Der britische "Economist" zeigt Trump, Putin, Farage und Le Pen auf seinem aktuellen Titel
  • Das Magazin warnt vor den globalen Gefahren eines abschottungsfreudigen und nationalistischen US-Präsidenten
  • Trumps Wahl des Außenministers könnte demnach eine entscheidende Rolle für die Zukunft der liberalen Welt spielen

Das Ergebnis der US-Wahlen hat viele überrascht - Medien wie der britische "Economist" bezeichnen es sogar als einen herben Rückschlag für die liberale Welt.

In Zeiten, in denen sich Populismus und Nationalismus in Europa ohnehin ausbreiten, berge ein nationalistischer und abschottungsfreudiger US-Präsident ganz neue Gefahren, argumentiert das Magazin.

Das Cover zeigt neben Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den britischen Anti-EU-Politiker Nigel Farage und die französische Front-National-Fronfrau Marine Le Pen in kampfbereiter Pose. Die Ästhetik des Bildes erinnert an die Schlachtenmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts.

Denn: Trump sei zwar wahrlich nicht der erste zeitgenössische, nationalistische Präsident der USA (das Magazin erinnert an Ronald Reagan) - doch Trumps Nationalismus unterscheide sich durch einen entscheidenden, brandgefährlichen Aspekt von dem seiner Vorgänger.

Trumps nach innen gekehrte USA ist eine Gefahr für die liberale Welt

Entscheidend sei: Anders als etwa Ronald Reagan in den Achtzigern, steuere Trump auf ein nach innen gekehrtes Amerika zu.

"Reagan's Amerika wollte ein leuchtendes Beispiel für den Rest der Welt sein (...) Reagan träumte von einem nach außen gekehrten, offenen Amerika", erinnert das Magazin.

"Reagan’s Amerika war optimistisch. Mr. Trump's Amerika ist wütend". Tatsächlich hat Trump seinen Wählern versprochen, die USA an erster Stelle zu setzen, koste es was es wolle.

Und eben jener Unterschied könnte zur Gefahr für die gesamte liberale Welt werden, warnt das Magazin. Indem die USA bisher globale Institutionen unterstützten, die eine "Jeder-Gegen-Jeden-Rhetorik" abgewehrt haben, hätte das Land die Welt zu einem sichereren und florierenden Ort gemacht.

Nationalismus und Populismus könnten weltweit ungehemmt gedeihen

Eine nach innen gekehrte, auf Abrenzung bedacht USA jedoch, wie sie unter Trump nun droht, liesse den globalen Trend des ethnischen Nationalismus weiter in Ruhe gedeihen.

Man muss hierfür gar nicht nach Russland, China oder in die Türkei blicken. Der Artikel erinnert auch an die nationalistischen Krisenherde hier in Europa: Den Rechtsruck in Ungarn und Polen etwa. Oder den Austritt der Briten aus der Europäischen Union.

Auch Frankreich und Österreich geraten aktuell ins Wanken.

Trump hat gedroht, den Verbündeten der USA den Rücken zu kehren, wenn er findet, dass sie zu wenig für ihre Sicherheit zahlen.

"Es ist noch nicht zu spät"

"Wenn Trump diese Drohung wahr macht, hätte dies eine härtere und unstabilere Welt für uns alle zur Folge - vor allem aber für kleinere Länder, die heute noch den Schutz globaler Regelwerke genießen", argumentiert der "Economist".

Doch es sei nicht zu spät für eine Wende. "Dem amerikanischen Volk und der Welt zuliebe muss er dringend den aufgeklärten Patriotismus seiner Vorgänger zurückgewinnen", schreibt das Magazin.

Wie Trumps Außenpolitik in der Realität aussehen wird, hängt wohl auch von den Menschen ab, die der Politiker in diesen Tage um sich sammelt. Eine zentrale Position in dieser Hinsicht ist bereits vergeben: Trump hat diese Woche den ehemaligen General Michael Flynn zu seinem nationalen Sicherheitsberater ernannt.

Frage des Außenministers wird zentral sein

Flynn wird den Präsidenten bei allen Fragen der nationalen und internationalen Sicherheit beraten und dem Präsidenten dessen Reaktion auf Krisen nahelegen.

Da Trump selber auf diesen Gebieten keine Erfahrung in Außen- und Sicherheitspolitik hat, kommt dem Drei-Sterne-General enormer Einfluss zu. Ehemalige Mitarbeiter beschreiben ihn als verwirrt, Ex-Außenminister Colin Powell nannte Flynn einen verrückten Rechten. Er ist besonders wegen seiner radikalen Haltung zum Islam höchstumstritten.

Keine Klarheit gibt es bisher für die zentralen Posten des Außen- und des Verteidigungsministers. Hoch gehandelt wird weiterhin New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani. Gerüchten zufolge, könnte nun auch Mitt Romney infrage kommen, der Trump während seines Wahlkampfs noch harsch kritisiert hatte.

Falls sich diese Gerüchte bestätigen sollten, dürften Amerikas Verbündete zumindest ein wenig aufatmen: Romney gilt als berechenbar und moderat.

Klar ist: Die Besetzung dieses Posten wird enormen Einfluss auf die Frage haben, welchen Weg Trump außenpolitisch in Zukunft wählen wird - den seiner Vorgänger oder den der Isolation.

Mit Material der dpa

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

Unterstütze sie jetzt bei dieser Arbeit und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

So krass verhöhnt Donald Trump Angela Merkel