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Boby Dylan: Zu cool für die Nobelpreis-Verleihung?

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Den Friedensnobelpreis holt Bob Dylan nicht ab, die

Bob Dylan (75, "Political World") wird seinem Ruf als genialisches Enfant terrible wieder mal gerecht. Er könne - leider - nicht an der Verleihung der Nobelpreise am 10. Dezember in Stockholm teilnehmen, teilte er in einem Brief mit.

"Andere Verpflichtungen" würden es ihm unmöglich machen, nach Schweden zu reisen. Damit dürfte der amerikanische Autor und Musiker die Schwedische Akademie, die ziemlich schmallippig erklärte, sie respektiere seine Entscheidung, endgültig verärgert haben.

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Um welche Verpflichtungen es sich handelt, wollte Dylan nicht verraten. Seine Künstler-Website weist nur bis zum 23. November Konzerte seiner "Never Ending Tour" auf. Danach scheint alles andere wichtiger zu sein, als die Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis.

Schon als im Oktober bekannt wurde, dass Bon Dylan die höchste Literaturauszeichnung der Welt erhält, kam es zu einem Eklat. Wochenlang schwieg er zu der Ehrung. Auch die Schwedische Akademie, die die Nobelpreise verleiht, konnte ihn nicht telefonisch erreichen. Schließlich verkündete er in einem Zeitungsinterview, er fühle sich sehr geehrt und werde "nach Möglichkeit" zur Preisverleihung kommen. Nun die Absage.

Der Preis wird dem 75-Jährigen jedoch nicht aberkannt. Er muss allerdings - und das ist die einzige Voraussetzung - ab dem 10. Dezember innerhalb von sechs Monaten eine Nobel-Vorlesung halten, sonst erhält er weder das Nobel-Diplom in Form einer Medaille und einer Urkunde noch den damit verbundenen Geldpreis von Höhe vom acht Millionen schwedischen Kronen (circa 810.000 Euro). "Wir freuen uns auf Bob Dylans Nobel-Vorlesung", ließ die Schwedische Akademie verlauten.

Diese Vorgänger sagten ebenfalls ab

Der Sänger ist nicht der einzige Preisträger, der die feierliche Verleihung in Gegenwart des Königs von Schweden abgesagt hat. Der Ire George Bernard Shaw lehnte 1926 den Preis zunächst kategorisch ab, nahm ihn dann aber doch an, weil das damit verbundene Geld ein Rettungsanker sei, der einem Schwimmer (Autor) erst zugeworfen werde, nachdem er das rettende Ufer schon erreicht habe.

Der russische Schriftsteller Boris Pasternak ("Dr. Schiwago") gab seine Auszeichnung 1958 auf Druck der sowjetischen Regierung zurück. Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre verzichtete 1964 darauf, weil "jeder Preis abhängig macht." Und die britischen Autoren Harold Pinter (2006) und Doris Lessing (2007) konnten wegen gesundheitlicher Probleme nicht zur Auszeichnung erscheinen.

Die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek sagte 2004, sie spüre angesichts der Auszeichnung "eigentlich mehr Verzweiflung als Freude. Sie eigne sich nicht dafür, "als Person an die Öffentlichkeit gezerrt zu werden. Da fühle ich mich bedroht". Die 1,1 Millionen Euro, die sie damals mit der Auszeichnung erhielt, nahm sie trotzdem an. Sie hoffe, dass sie "das damit verbundene Geld genießen" könne, "denn damit kann man sorgenfrei leben."

Braucht Bob Dylan das Geld?

Bob Dylan braucht allerdings das Nobelpreisgeld nicht, um sorgenfrei zu leben. Er dürfte einer der reichsten Preisträger in der über 100-jährigen Geschichte der Nobelpreise sein. Experten schätzen sein Vermögen auf 185 Millionen Dollar (172 Mio. Euro) ein. Dazu verhören ein Luxus-Anwesen in Malibu (Kalifornien) mehrere Restaurants der "Fat Dylan Burger"-Kette in Washington, ein Fußball-Team ("Duluth Angels") und die eigene Vodka-Marke "Pure Wonderdylan - USA".

Außerdem verdient der Nobelpreisträger mit seinen Musikrechten viel Geld. Allein der Zettel, auf dem er in einem New Yorker Hotel seinen berühmten Song "Like a rolling stone" entwarf, wurde bei einer Auktion für zwei Millionen Dollar versteigert. Dagegen wirken die 810.000 Euro für den Literaturnobelpreis wie ein Trinkgeld.