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Deutschland schiebt so viele Menschen ab, wie seit zehn Jahren nicht mehr

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ABSCHIEBUNG
Abgelehnte Asylbewerber am Baden-Airport in Rheinmünster | DPA
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Aus Deutschland werden mehr und mehr Asylbewerber abgeschoben. Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" sollen in diesem Jahr so viele Menschen rückgeführt werden, wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Demnach wurden bis September dieses Jahres 19.914 Menschen abgeschoben. Im gesamten letzten Jahr waren es dagegen nur 20.888 gewesen. Bis zum Ende dieses Jahres könnten die Zahl Schätzungen zufolge auf 26.500 steigen.

Die Zeitung beruft sich dabei auf Zahlen der Bundespolizei. Zuletzt wurden im Jahr 2003 so vielen Menschen in ihre Herkunftsländer zurückgeführt.

Die meisten Abschiebungen gehen in die Balkanstaaten

Am häufigsten werden Asylbewerber aus den Westbalkanstaaten abgeschoben. Albanien, das Kosovo, Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro machen mit 14.529 Abschiebungen bis September fast drei Viertel aller Fälle aus.

Seit 2015 gelten diese Staaten als sichere Herkunftsländer - Asylanträge ihrer Bürger werden daher fast immer abgelehnt.

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Auch Abschiebungen von Afghanen nehmen zu. Waren es im letzten Jahr noch 178, sind es bis Ende September bereits 199. Von ihnen wird der größte Teil in Drittstaaten abgeschoben - daher mussten 2016 nur 27 wirklich nach Afghanistan ausreisen.

12.539 Afghanen wurden zur Ausreise aufgefordert

Ganze 12.539 Afghanen wurden dagegen zur Ausreise aus Deutschland aufgefordert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegt.

Demnach müssen nach Einschätzung des Innenministeriums fünf Prozent der hier lebenden fast 247.000 Afghanen (Stand Ende September 2016) Deutschland wieder verlassen. Zur Begründung hieß es, in den großen Zentren Afghanistans sei die Sicherheit garantiert.

Mit Material der dpa

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(ks)