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Otezla: Diese Tabletten gegen eine Hautkrankheit können Patienten in den Selbstmord treiben

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Diese Tabletten gegen eine Hautkrankheit können Patienten in den Selbstmord treiben | Hemera Technologies via Getty Images
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Das Medikament Otezla von Celegene gilt als große Hoffnung für Menschen, die schwer an Schuppenflechte erkrankt sind.

Es kam erst vergangenes Jahr auf den Markt – nun muss der Hersteller Celegene aus München Ärzte und Patienten aber vor einem beträchtlichen Gesundheitsrisiko warnen. Denn Otezla erhöht die Suizidgefahr bei den Patienten.

Neue Nebenwirkung: Suizidgefahr

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und die Europäische Arzneimittelagentur veranlasste den Hersteller zu dieser Warnung, nachdem in einer Erhebung festgestellt wurde, dass es bei den 105.000 Patienten, die das Medikament seit seiner Einführung einnahmen, zu fünf Suiziden und vier Selbstmordversuchen kam.

65 Patienten berichteten von Suizidgedanken. Nachdem das Medikament abgesetzt wurde, trat bei der Hälfte von ihnen eine Besserung des Zustandes ein.

Damit zählt Suizidgefahr zu den gelegentlichen Nebenwirkungen der Tabletten. Das heißt, dass es statistisch gesehen bei mehr als einem von 1.000 Behandelten, aber weniger als einem von 100 Behandelten auftritt.

Schuppenflechte schränkt die Lebensqualität ein

Otezla beruht auf dem Wirkstoff Apremilast. Er hemmt die Entzündungen, die durch die Erkrankung auftreten. Denn Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine entzündliche Hauterkrankung, bei der sich auf den betroffenen Hautstellen der Patienten Schuppen bilden.

Psoriasis kann neben der Haut auch andere Organe und Gelenke befallen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. In Deutschland leiden etwa 1,6 Millionen Menschen an Schuppenflechte.

Otezla sollte den Betroffenen helfen, die an schwerer Schuppenflechte leiden und bei denen andere Behandlungen keine Wirkung zeigten. Es ist nur für Erwachsene zugelassen und auch nicht für Schwangere und Stillende geeignet.

Ärzte müssen Nutzen und Risiko abwägen

Wegen der Erfolge von Apremilast bei der Behandlung von Schuppenflechte wird den Ärzten dazu geraten, Nutzen und Risiko nach einer sorgfältigen Untersuchung des Patienten abzuwägen.

Ärzte sollten genau darauf achten, ob sich mit der Einnahme von Otezla der psychische Zustand ihrer Patienten ändert. Die Behandelten selbst und ihre Angehörigen setzen sich am besten sofort mit dem Arzt in Verbindung, wenn sie Stimmungsschwankungen bemerken.

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(pb)