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Edward Snowden warnt vor Fake-News bei Facebook

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SNOWDEN
Edward Snowden warnt: Hört endlich auf, euch auf Nachrichten bei Facebook zu verlassen | Getty/HuffPost
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Nach dem überraschenden Sieg Donald Trumps bei der US-Wahl fragen sich nicht nur die US-Demokraten: Wie konnte es so weit kommen?

Einige sehen die Schuld bei der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton, einige beim noch amtierenden US-Präsidenten Barack Obama. Doch auch das soziale Netzwerk Facebook und ihr Gründer Mark Zuckerberg sind ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

Der Vorwurf: Facebook habe nichts gegen die Falschmeldungen und Gerüchte über Hillary Clinton, Barack Obama und andere Trump-kritische Persönlichkeiten unternommen, die in dem sozialen Netzwerk vor der Wahl kursierten.

Dieser Meinung ist auch Whistleblower Edward Snowden. Bei der Fusion’s Real Future Messe in San Francisco war Snowden am Dienstag per Videokonferenz aus Russland zugeschaltet und warnte vor dem Einfluss sozialer Netzwerke auf die Meinungsbildung.

Snowden gibt dem Monopol von Facebook die Schuld am Wahlausgang

“Es gibt ein Unternehmen, das die Macht hat zu formen, was und wie wir denken. Ich glaube, ich muss euch nicht sagen, wie gefährlich das ist“, sagte er im Interview mit der Technologie-Journalistin Kashmir Hill.

Für ihn sei es "ein Warnzeichen für die Demokratie, wenn deren Wähler so leicht in die Irre geführt werden können“.

Snowden gibt vor allem dem Monopol von Facebook und Google die Schuld an diesem Zustand: "Es gibt keinen Wettbewerb mehr auf diesem Sektor. Und wenn es den nicht gibt, dann werden Unternehmen unachtsam, machen Fehler. Und diese Fehler sind fatal, weil sie uns alle betreffen.“

Einer dieser Fehler sei der Umgang mit Falschmeldungen.

62 Prozent der Amerikaner beziehen Nachrichteninhalte von Facebook

Laut einer Studie des Pew Research Center beziehen 62 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner Nachrichteninhalte von Facebook, Twitter, Reddit oder anderen Netzwerken.

Das US-Nachrichtenportal "Buzzfeed“ veröffentlichte am Mittwoch eine Analyse, die zeigt, wie sich Falschmeldungen vor der Wahl in den sozialen Netzwerken verbreiteten – und am Ende sogar die Überhand gegenüber etablierten Medien gewannen.

Doch woran erkennt man, ob eine Nachricht eine Falschmeldung ist? Melissa Zimdar, eine Kommunikationswissenschaftlerin am Merrimack College in Massachusetts veröffentlichte in dieser Woche eine Liste mit "falschen, irreführenden, übertriebenen und satirischen Nachrichtenquellen.“

Auf der Liste befinden sich bisher nur US-amerikanische Seiten, darunter auch Breitbart – eine Plattform, deren Chef Steve Bannon gerade zu Donald Trumps Chefstrategen im Weißen Haus ernannt wurde.

Mark Zuckerberg weist Kritik zurück

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg weist jede Kritik zurück, dass die Falschmeldungen auf Facebook den Ausgang der Wahl beeinflusst hätten: "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Falschmeldungen (Hoaxes) den Ausgang der Wahl beeinflusst haben – egal, in welche Richtung“.

Hier könnt ihr das komplette Statement lesen:

Nach einem Bericht von "Buzzfeed“ stimmen aber nicht alle Facebook-Mitarbeiten ihrem Chef zu. Es soll bereits eine "inoffizielle Task Force“ geben, die den Einfluss des sozialen Netzwerks auf die Wahl untersucht.

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