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Johnson blamiert sich mit seinen Brexit-Plänen bei der EU

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BORIS JOHNSON
Großbritanniens Außenminister Boris Johnson stößt mit seinen Brexit-Plänen auf Unverständnis | Djordje Kojadinovic / Reuters
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Der britische Außenminister Boris Johnson stößt bei der EU mit seinen Plänen zur Umsetzung des Brexit auf Unverständnis. EU-Minister werfen ihm vor, völlig unrealistische Pläne für den Austritt zu haben.

Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem sagte im Gespräch mit der BBC am Dienstag, dass Johnson "dem britischen Volk Optionen anbietet, die nicht wirklich verfügbar sind".

Dijsselbloem: "Gedanklich nicht vorstellbar sind und politisch nicht erreichbar"

"Es gibt keine Win-Win-Situation", sagte Dijsselbloem. "Es wird eine Lose-Lose-Situation sein."

Bisher ist wenig bekannt über Großbritanniens Brexit-Pläne. Die tschechische Zeitung "Hospodarske Noviny" zitierte Johnson diese Woche mit angeblichen Plänen für einen Ausstieg. Demnach wolle Johnson die Zollunion verlassen, aber im Binnenmarkt für Waren und Dienstleistungen bleiben.

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Das kam bei Dijsselbloem nicht gut an. Johnson sage Dinge, "die gedanklich nicht vorstellbar sind und politisch nicht erreichbar sind", so der Finanzminister.

"Zu sagen, ’wir können im Binnenmarkt bleiben, vollständigen Zugang haben, aber außerhalb der Zollunion bleiben' - das ist unmöglich, es existiert nicht", sagte er der BBC.

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"Ein wenig beleidigend"

Auch sein flapsiger Ton kommt bei den Verhandlungen nicht gut an. Dem italienischen Wirtschaftsminister Carlo Calenda habe er etwa erklärt, dass sein Land weniger Prosecco absetzen werde, gebe es keinen Freihandel mit Italien. Das berichtet die britische Zeitung "Guardian".

Calenda habe daraufhin nur geantwortet: "Ok, ich verkaufe an ein Land weniger Prosecco, während Sie in 27 Ländern weniger Fish & Chips loswerden."

Es sein "ein wenig beleidigend gewesen", auf diesem Level diskutieren zu müssen, so Calenda.

Mit Material der AP

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(cho)