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Durch diese Auslöser überschulden sich junge Menschen in Deutschland

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Überschuldung ist ein Thema, das viele junge Menschen unter 30 Jahren betrifft. | iStock
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  • 1,66 Millionen junge Menschen unter 30 Jahren gelten als überschuldet
  • Das beweist eine Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform
  • Der Bericht nennt auch die häufigste Ursache für eine finanzielle Schieflage

Es ist ein unangenehmes Thema, über das Betroffene lieber schweigen: Viele Deutsche befinden sich in derartig finanziellen Schwierigkeiten, dass sie sich überschulden.

Mehr als jeder zehnte Erwachsene in Deutschland ist überschuldet. Das hat eine Analyse der Wirtschaftsauskunftei und Inkassodienstleisters Creditreform ergeben. 6,8 Millionen Deutsche kämpfen also mit Geldproblemen. Das sind rund 131.000 Personen mehr als im Vorjahr.

Betroffen sind 1,66 Millionen junge Menschen unter 30 Jahren, 28.000 weniger als 2015. Im Vergleich zur älteren Schuldnergruppe machen sie trotzdem einen viel größeren Anteil aus.

Ab wann gilt man als überschuldet?

Unterschieden wird zwischen Verschuldung und Überschuldung. Bei einer Verschuldung gilt der Betroffene noch als zahlungsfähig. Er besitzt zwar Schulden – zum Beispiel dann, wenn er einen Kredit aufgenommen hat oder regelmäßig Raten zahlt – ist aber noch in der Lage diese zurückzuzahlen. Zu einer Überschuldung kommt es, sobald der Betroffene das Geld für seine Zahlungsrückstände nicht mehr aufbringen kann.

"Wenn wir einen guten Konsum haben, steigt auch die Überschuldung. Und das ist im Moment auch ein Treiber der Geschichte", sagt Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Junge Menschen unter 25 Jahren neigen eher dazu sich zu überschulden, weil sie schlecht wirtschaften. Keine andere Altersgruppen ist so stark davon betroffen, wie Zahlen des statistischen Bundesamts zeigen.

"Die Finanzbildung spielt heute eine wichtige Rolle"

Unwirtschaftliche Haushaltsführung trifft vor allem die jüngeren Schuldner, da viele von ihnen zu naiv mit dem Thema Finanzen umgehen.

Im Schnitt fallen 33.000 Euro Verbindlichkeiten bei Gläubigern an. Solche Summen kommen laut Bertz unter anderem dadurch Zustande, weil viele der Überschuldeten nicht gut genug über das Thema Finanzen informiert sind. "In vielen Fällen haben die Leute ganz schlicht keine Ahnung."

Oft ist Arbeitslosigkeit der Hauptgrund für Überschuldung

Sind sie also selbst schuld an ihrer finanziellen Schieflage? Experte Bertz warnt vor solchen Aussagen: Man habe zwar eine gewisse Verantwortung für die eigene wirtschaftliche Situation, im Extremfall auch für die Überschuldung. "Aber ich wäre ganz vorsichtig damit zu sagen: Da ist derjenige selbst Schuld. Mit dem Begriff Schuld würde ich nicht operieren."

In die Schuldenfalle geraten die meisten nicht allein durch falsches Konsumverhalten. Oft kommt ein plötzlicher Schicksalsschlag hinzu, der erst dazu führt, dass hohe Kosten nicht mehr gedeckt werden können – zum Beispiel bei Ratenzahlungen für Autos, Möbel oder teure Handyverträge.

Als größter Hauptauslöser gilt aber immer noch die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen. Das statistische Bundesamt konnte feststellen: Je jünger die Überschuldeten, umso öfter ist Arbeitslosigkeit der Hauptgrund für ihre Schulden.

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(mf)