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Plötzlicher Kindstod: Forscher arbeiten an einem Test, der Millionen Babys das Leben retten könnte

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Forscher haben eine neue Theorie über den plötzlichen Kindstod | Image taken by Mayte Torres via Getty Images
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Es ist eines der schlimmsten Dinge, die Eltern passieren können. Eine Frau bringt ein gesundes Baby zur Welt, doch von einer Nacht auf die andere stirbt es im Schlaf - und niemand weiß, warum.

Der plötzliche Kindstod ist eine der häufigsten Todesursachen von Babys innerhalb des ersten Lebensjahres. Die Todeszahlen sind zwar seit Jahren rückläufig, doch auch im Jahr 2013 starben noch 152 Neugeborene auf diese Art. Die genauen Ursachen sind bis heute nicht eindeutig geklärt.

Ärzte haben lediglich Vermutungen: Zum Beispiel, dass es das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöht, wenn Frauen während der Schwangerschaft rauchen. Auch das Schlafen von Babys auf dem Bauch haben sie als einen Risikofaktor identifiziert.

Eine neue Studie hat nun noch einen anderen möglichen Grund entdeckt.

Der Tod könnte mit einem Protein zusammenhängen

Rita Machaalani, die den Schlaf-Bereich des Sydney Kinderkrankenhauses im australischen Westmead leitet, vermutet, dass der Grund mit dem Schlaf der Babys zusammenhängt.

"Eigentlich wussten wir das schon, weil die Babys in ihrem Schlaf sterben", sagte sie der britischen Tageszeitung "Daily Telegraph". "Aber wir wussten nicht, worin der Zusammenhang bestand. Ein bestimmtes Protein könnte dabei eine größere Rolle spielen."

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Denn die Forscher fanden heraus. Die Babys, die starben, besaßen eine verminderte Anzahl des Proteins im Gehirn, das normalerweise den Schlaf reguliert. Die Ärztin hält dies für den eindeutigen Beweis dafür, dass der plötzliche Kindstod in Zusammenhang mit dem Schlaf steht.

Ihr Forscher-Team arbeitet nun daran, herauszufinden, wie viel Orexin für die Gehirne von Babys nötig ist.

Forscher wollen eine Diagnose-Möglichkeit finden

Die Forscher haben etwas Großes vor: Sie hoffen, dass sie mit ihren neuen Erkenntnissen ein Diagnose-Tool entwickeln können, das Babys vor dem plötzlichen Tod bewahrt.

"Wenn wir herausfinden, wo der normale Wert des Proteins bei neugeborenen Babys liegt, könnten wir mit Auffälligkeiten ein Risiko für den plötzlichen Kindstod feststellen", sagte Machaalani dem "Daily Telegraph".


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(lk)