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Thomas Gottschalk im Radio: Das muss Bayern 1 dafür zahlen

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GOTTSCHALK RADIO
Thomas Gottschalk moderiert ab Januar auf Bayern 1 | BR/Markus Konvalin
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  • Thomas Gottschalk moderiert ab Januar beim Radio-Sender Bayern 1
  • Er muss dabei gegen den "Tatort" antreten
  • Gottschalk hat auch verraten, wie das mit seinem Gehalt ist

Thomas Gottschalk (66) macht wieder Radio. Ab 8. Januar 2017 wird der gebürtige Franke und Wahl-Amerikaner immer sonntags eine Musiksendung auf Bayern 1 moderieren. Leider nur elf Mal und leider parallel zum "Tatort" (das Erste).

Denn seine Sendung wird von 19 bis 22 Uhr zu hören sein. "Das ist mir aber eigentlich auch egal", kommentiert Gottschalk die TV-Konkurrenz auf Nachfrage von spot on news gewohnt selbstbewusst bei der Pressekonferenz am Montag im Bayerischen Rundfunk in München.

Damals sei er "mit 'Pop nach acht' auch gegen die 'Tagesschau' angetreten, und danach kam 'Welches Schweindl hättns gern?' ['Was bin ich?'] mit neun Millionen Zuschauern", erinnert er sich. "Damit mussten wir auch damals leben. Und heute hast du ja noch viel mehr Auswahl", weiß Gottschalk.

"In meiner Veranstaltung wird es dafür garantiert wenige Leichen geben. Und jemand, der dem Tode aus dem Weg gehen will, ist bei mir sozusagen gut aufgehoben", verspricht er weiter.

Thomas Gottschalk - wie ihm andere Promis zum 65. Geburtstag gratulierten, sehen Sie in diesem Video bei Clipfish

Was erwartet die Hörer in der Sendung?

"Ich will nicht missionieren. Gebt dem Volke, was dem Volke ist", fasst Thomas Gottschalk seine Arbeitsphilosophie als Musikredakteur für die Sendung zusammen. In diesem Sinne werden Sting, Phil Collins, Eric Clapton, David Bowie, Talking Heads, Rolling Stones und viele mehr zu hören sein.

"Musik, von der ich glaube, sie ist es wert, noch gespielt zu werden." Eine Oldies-Sendung werde es aber nicht, "weil alle ja nicht aufgehört haben, Musik zu machen".

Gottschalk wird extra für die Sendung anreisen, damit sie live ist. Warum nur das statt einer in den USA aufgezeichneten Konservensendung für den Moderator infrage kam, erklärt er so: "Ich glaube nicht daran, dass ich am Donnerstagnachmittag in Malibu etwas fühlen kann, was am Sonntagabend in München noch funktioniert. Das geht bei mir nicht."

Und noch etwas steht für Gottschalk ganz klar fest: "Ich werde keine Personality-Show machen." Es werde nicht um ihn und sein Leben in Malibu gehen. "Ich werde die Zuhörer im Bayerischen Wald nicht mit großkotzigen Meldungen aus Beverly Hills zulabern."

Es gebe aber auch nicht so viel darüber zu erzählen. "Dass Don Henley [Eagles-Bandleader] mein Nachbar ist, habe ich schon mehrfach erzählt und dass Miley Cyrus mein Haus gekauft hat, und jetzt auch meine Nachbarin ist, wissen inzwischen eh auch alle."

Kehrt er nach Deutschland zurück?

Nun kommt er also einmal im Monat nach Deutschland. Wäre das nicht auch eine Gelegenheit, ganz zurückzukehren? "Das Pendeln zwischen den Welten" mag Gottschalk nach wie vor wie er sagt, aber: "Ich werde irgendwann eher in Malibu auspendeln als in Moosach."

Sie hätten aber lange überlegt, sagt Gottschalk weiter. "Als 'Wetten, dass..?' zu Ende war und Haribo zu Ende war, habe ich meine Frau gefragt: 'Thea, Windmühle oder Schloss?' - wir haben ja ein Schloss am Rhein und eine Windmühle in Malibu. Dann hat sie überraschenderweise gesagt: 'Dann doch Amerika.'"

Der Grund ist nachvollziehbar: "Der eine Sohn ist in San Diego verheiratet, der andere lebt in New York." Daran liege es im Wesentlichen. Insofern wird ihm das Pendeln erhalten bleiben.

Kein Problem für Gottschalk: "Ich bin ja noch jung und knusprig und kann mir Business leisten", witzelt er. Apropos: Auch der neue Präsident treibt ihn nicht davon: "Blonde Männer mit Scheißfrisuren müssen nicht immer das Ende bedeuten", haut er einen weiteren echten Gottschalk raus.

So viel bekommt Gottschalk vom BR

Finanziert wird die Sendung übrigens durch einen "Mittelständischen Bayerischen Unternehmer", wie Gottschalk und die BR-Verantwortlichen Maximilian Berg, Walter Schmich und Martin Wagner bei der Pressekonferenz erklären. Welcher das ist, wurde noch nicht verraten.

Dass ihn die Gehalts-Diskussionen der letzten Jahre genervt hat, daraus macht Gottschalk aber keinen Hehl. Daher wird es diesmal so gemacht: "Es gibt einen Sponsor, der sich freut, dass ich das mache. Ich koste den Bayerischen Rundfunk kein Geld und werde es wie Donald Trump machen und einen Euro im Jahr nehmen", so Gottschalk.

Somit können sich Hörer und Kritiker also voll und ganz auf den Inhalt der Sendung konzentrieren. Und den wird der geniale Moderator, der mit seiner erfrischend unkonventionellen Art in den 1970/1980er Jahren das Radio revolutionierte, gewohnt lässig präsentieren.

Einen kleinen Vorgeschmack darauf gab Gottschalk in lässigem braunen Kapuzenpulli und beigefarbener Cargohose bei der Pressekonferenz in München. Keep on Rocking - egal, ob in München oder Malibu!