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Rollen auf der Hochzeit - Trauzeugen: So viele dürfen Brautpaare haben

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WEDDING CEREMONY
Die Auswahl der Trauzeugen spielt bei der Planung einer Hochzeit eine besondere Rolle | Caiaimage/Tom Merton via Getty Images
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  • Die Anzahl der Trauzeugen ist für die Trauung in der Kirche und im Standesamt unterschiedlich geregelt.
  • Für das Standesamt benennt man bis zu zwei Trauzeugen.
  • In der katholischen Kirche muss man zwei oder mehr Trauzeugen haben.

Für viele Brautpaare ist die Wahl des Trauzeugen oder der Trauzeugin eine wichtige Entscheidung. Die Trauzeugen übernehmen eine wesentliche Rolle bei der Hochzeit.

Zunächst unterschreiben sie bei der Trauung die Trauurkunde. Darüber hinaus unterstützen sie das Brautpaar bei der Planung und während der Hochzeit.

Die Trauzeugen übernehmen vielfältige Aufgaben

Oftmals organisieren sie Programmpunkte selbstständig und sind zusätzlich Ansprechpartner für die Hochzeitsgäste. Und sie sind mit der Organisation des Junggesellenabschieds oder des Junggesellinnenabschieds betraut.

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Darum wählen viele Bräute und Bräutigame enge Freunde oder Geschwister als Trauzeugen aus. Ab und zu fällt die Entscheidung aber schwer. Man würde zu gern mehreren Personen die Ehre erweisen.

Aber wie viele Trauzeugen sind in Deutschland bei der Eheschließung erlaubt? Und muss das Hochzeitspaar für seine Hochzeit zwingend einen Trauzeugen oder eine Trauzeugin mitbringen?

Heiraten im engen Kreis? Das geht

Rein rechtlich gesehen sind Trauzeugen heutzutage in Deutschland nicht mehr vorgeschrieben. Im Jahr 1998 ist die Trauzeugenregelung offiziell aufgehoben worden.

Dass Trauzeugen vom Standesamt gestellt werden, falls das Hochzeitspaar keine mitbringt, stimmt nicht. Theoretisch ist es erlaubt, dass ein Brautpaar still und leise zu zweit mit einem Standesbeamten heiratet. Der ist in jedem Fall zwingend notwendig.

Für Traditionsbewusste gehören Trauzeugen meist allerdings einfach dazu. Bei einer standesamtlichen Hochzeit sind maximal zwei Trauzeugen vorgesehen. Mehr Platz zum Unterschreiben bietet die Trauurkunde nicht.

Somit bringen die Braut und der Bräutigam in der Regel jeweils einen Trauzeugen mit. Dieser muss 18 Jahre oder älter sein und sich mit einem Personalausweis ausweisen können.

Manche Standesämter akzeptieren ebenso einen Reisepass. An der Stelle ist es ratsam, vorher nachzufragen.

Bei manchen Kirchen sind Trauzeugen Pflicht

In Deutschland zählt ausschließlich die standesamtliche Hochzeit als rechtlich verbindliche Personenstandsänderung. Eine kirchliche Trauung ohne staatlichen Trauschein ist zwar machbar, gilt aber vor dem Gesetz nicht.

Wichtig ist das zum Beispiel für die steuerlichen Vorteile für Eheleute. Viele Brautpaare entscheiden sich aber, zusätzlich zur standesamtlichen Trauung kirchlich zu heiraten. Wer der katholischen Kirche angehört, muss zwei Trauzeugen benennen.

Die evangelische Kirche hat sich an die gesetzliche Regelung angepasst und erlaubt eine Trauung ohne Trauzeugen. Die kirchliche Heirat ist eine Chance für alle Brautpaare, die mehr als zwei Trauzeugen oder Trauzeuginnen mitbringen möchten.

Nach Absprache mit dem zuständigen Pfarrer ist es oftmals erlaubt, drei oder vier Trauzeugen zu benennen. Wer eine islamische Hochzeit vorbereitet, benötigt ebenfalls zwei Trauzeugen, die darüber hinaus dem islamischen Glauben angehören müssen.