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"Eine rachsüchtige, fiese Person": Das ist Donald Trumps Chefberater Stephen Bannon

Veröffentlicht: Aktualisiert:
STEVE BANNON
Stephen Bannon bei einer Veranstaltung der Tea Party in Virginia | dpa
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  • Der designierte US-Präsident Trump hat Stephen Bannon zu seinem Chefstrategen gemacht
  • Bannon ist Chef der US-Nachrichtenseite "Breitbart" - einer Seite für Nationalisten und Fremdenfeinde
  • Ein ehemalige "Breitbart"-Korrespondent bezeichnete Bannon als "rachsüchtige, fiese Person"

Die Personalie sorgt schon jetzt für Diskussionen: Gestern machte Donald Trump Stephen Bannon zu seinem Chefstrategien, den Chef des umstrittenen "Breibart"-News-Networks.

Seine Seite ist dafür bekannt, nationalistische Ansichten und Hass zu verbreiten. Bannon wiederum wurde in der Vergangenheit Antisemitismus vorgeworfen.

Eine Überraschung ist die Personalie allerdings nur bedingt: Der 62-jährige Bannon hatte sich bereits zuvor eine Auszeit von Breitbart genommen, um in Trumps Kampagnenteam einzusteigen.

Trump verkündete am Sonntag auch, dass der Parteivorsitzende der Republikaner, Reince Priebus, sein Stabschef sein werde.

"Stephen und Reince sind hochqualifizierte Führungsfiguren, die gut während unseres Wahlkampfes zusammengearbeitet und uns zu einem historischen Sieg geführt haben", teilte Trump mit. "Jetzt bringe ich sie beide ins Weiße Haus, damit wir daran arbeiten können, Amerika wieder großartig zu machen."

David Axelrod, Chefberater während der ersten Amtsperiode von Präsident Barack Obama, sagte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, dass der Vorzug Priebus' als Stabschef darauf hindeuten könnte, dass Trump einen eher konventionellen Weg verfolge.

Später sagte er jedoch, Bannon überhaupt im Weißen Haus zu haben, sei "sehr beunruhigend" und kein Anzeichen für eine Normalisierung.

Bannons Name erschien in der Pressemitteilung über dem von Priebus. Das könnte darauf hindeuten, dass seine Bedeutung der des Stabschef gleichkommt.

Der oberste Stratege und der Chefberater des Präsidenten reguliert normalerweise den Zugang zu ihm als Person und hilft ihm, sein Programm zu bestimmen und umzusetzen.

(Text geht unter dem Video weiter:)

Darum ist es keine gute Nachricht, dass Stephen Bannon mit Trump ins Weiße Haus einzieht

Breibart: Das Sammelbecken der Rechten

Bei "Breitbart" hat Bannon daran mitgeholfen, dass die rechtspopulistische Website zur bevorzugten Informationsquelle für weiße Nationalisten und sogenannte "alternative Rechte" wurde. Das berichtete das Southern Poverty Law Center (SPLC), das diese Gruppen überwacht.

Breitbart diente der Trump im Wahlkampf als angriffslustiges Sprachrohr gegen Konservative wie den Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, oder den Senator John McCain. Beide hatten Trump kritisiert.

Breitbart verbreitete zudem Verschwörungstheorien. Beispielsweise war dort zu lesen, dass Hillary Clinton ihre Assistentin Huma Abedin dazu brachte, als Spionin für Saudi Arabien zu arbeiten.

Die Webseite schwimmt förmlich in frauenverachtenden und rassistischen Geschichten. Sie bezeichnet Frauen, die sich gegen Belästigung und Vorurteile wehren, als schwach und inkompetent. Sie porträtiert Menschen anderer Hautfarbe und Immigranten als von Natur aus Kriminelle.

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Der Pressesprecher des Senators Harry Reid, Adam Jentleson, sagte über Bannons Ernennung: "Das zeigt, dass die 'White Supremacists' (Verfechter der Überlegenheit von Weißen, Anm.) auf den obersten Ebenen im Weißen Haus vertreten sein werden."

"Man erkennt leicht, warum der Ku-Klux-Klan Trump als seinen Gewinner ansieht", sagte er.

Mehr zum Thema: Ein offener Brief an Donald Trump, der 18 Jahre lang mein Chef war

Die Anti-Defamation League (ADL) bezeichnet die Ernennung Bannons als besorgniserregend: "Seine 'alternativen Rechten' greifen die Grundwerte der USA an."

"Eine rachsüchtige, fiese Person"

Bannons Weg ins Weiße Haus war - wie der seines Chefs – verschlungen und ungewöhnlich.

Er diente als Offizier der US-Marine, bevor er mit verschiedenen Medien- und Bankbeteiligungen ein Vermögen machte. Berichten zufolge stammt ein Großteil seines Vermögens von Tantiemen aus der Sitcom "Seinfeld", nachdem er 1993 half, die Lizenzen an der Sendung zu verkaufen.

Der frühere Breitbart-Korrespondent Ben Shapiro bezeichnete Bannon als finsteren Opportunisten.

"Er ist eine rachsüchtige, fiese Person. Berüchtigt dafür, Freunde verbal zu malträtieren und Feinde zu bedrohen", schrieb Shapiro im August auf der US-amerikanischen Nachrichtenseite "Daily Wire".

Shapiro kündigte im März aus Protest bei Breitbart. Er sagte Bannon einen Traumjob in der Trump-Regierung voraus, sollte der Unternehmer die Wahl gewinnen.

"Weil Bannons Ambitionen sich nur auf Stephen Bannon beschränken, wird er Trump erzählen, er mache einen guten Job – auch wenn das nicht stimmt", schrieb Shapiro. "Auf diese Art manipuliert Bannon Politiker und Investoren: Er lässt sie an seine Genialität glauben – und höhlt sie dann von Innen aus."

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Leonhard Landes ins Deutsche übersetzt.

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