Huffpost Germany

Was eine Forscherin in Höhlen fand, wirft ein neues Licht auf eines der größten Rätsel der Menschheit

Veröffentlicht: Aktualisiert:
CAVE PAINTINGS EUROPE
Höhlenmalereien in der Chauvet-Höhle nahe dem französischen Ort Vallon-Pont-d'Arc (Symbolbild) | JEFF PACHOUD via Getty Images
Drucken

Sie zeigen Büffel, Pferde oder krumme Figuren von Menschen: Steinzeitliche Höhlenmalereien gelten als älteste Kunstwerke der Welt.

Neben den bildlichen Darstellungen haben Forscher in den Höhlen aber auch immer einfache Formen wie Linien oder Punkte vorgefunden. Die Mehrheit der Wissenschaftler tut sie als bedeutungsloses Gekritzel ab.

Die kanadische Forscherin Genevieve von Petzinger will darin aber Muster entdeckt haben. Für sie werfen die schlichten Zeichnungen ein neues Licht auf eines der größten Rätsel der Menschheit: den Ursprung der Schrift. Ihre Ergebnisse stellte sie im Wissenschaftsjournal "New Scientist" vor.

Immer wieder die gleichen Formen

Petzinger hatte Höhlen in ganz Europa besucht und die darin gefundenen Zeichnungen miteinander verglichen. Für sie bildete sich ein Muster von 32 wiederkehrenden Formen heraus.

"Wenn das zufällige Kritzeleien oder Verzierungen wären, würden wir mehr Abwechslung erwarten. Aber stattdessen wiederholen sich die gleichen Zeichen ständig", zitiert die britische Zeitung "Daily Mail" die Forscherin.

"Ungefähr 65 Prozent dieser Zeichen blieben in Gebrauch über eine Periode von 30.000 Jahren", sagte sie.

Für Petzinger der eindeutige Beweis: Bei den Kritzeleien handelt es sich um eine Form von Schrift.

Mehr zum Thema: Besucher rätseln - Mit diesem verlassenen Dorf in den USA stimmt etwas nicht

Petzinger ist umstritten

Sollte ihre Vermutung stimmen, würde das den bisherigen Stand der Forschung grundlegend verändern. Über den Ursprung der Schrift streiten sich Wissenschaftler zwar noch immer, aber früher als 6.500 Jahre vor Christus würde keiner von ihnen den Anfang setzen.

Die Kreise, Dreiecke und Schnörkel, auf die sich Petzinger bezieht, sind bis zu 40.000 Jahre alt.

Die Behauptungen der kanadischen Forscherin sind allerdings höchst umstritten. Als Petzinger, damals noch Studentin, zusammen mit der Altsteinzeitarchäologin April Nowell 2010 einen Aufsatz mit ähnlichen Thesen veröffentliche, schlug ihr harte Kritik entgegen. Ein Forscherkollege nannte die Arbeit "schludrig".

Bis der Ursprung der Schrift um tausende Jahre nach hinten verlegt werden kann, müssen erst andere Forscher die Ergebnisse der Kanadierin bestätigen.

Auch auf HuffPost:

Ein Mann riss eine Kellerwand ein - was er fand, ist eine wissenschaftliche Sensation

HuffPost-Tarif

Europa-Flat, Daten-Flat: Einer der günstigsten Handy-Tarife auf dem Markt

Mit der Spar-Aktion der Huffington Post in Zusammenarbeit mit Chip und Tarifhaus bucht ihr einen Smartphone-Tarif, der preislich kaum zu schlagen ist und eine Vielzahl an Vorteilen bietet.
Mehr Infos findet ihr hier.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

Unterstütze das Projekt jetzt und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(ks)