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Bad Aibling: Das sagte der Fahrdienstleiter einem Kollegen nach dem Zugunglück

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BAD AIBLING
Am 14. November wird der Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling fortgesetzt | Michaela Rehle / Reuters
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  • Ab 9.00 Uhr findet am Montagmorgen der zweite Verhandlungstag in Traunstein statt
  • Mehrere Mitarbeiter der Bahn werden als Zeugen erwartet
  • Der Zugdienstleister hatte zugegeben, durch ein Handyspiel das Zugunglück verursacht zu haben

Mit der Vernehmung von mehreren Zeugen geht der Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling weiter. An diesem Montag sagen zunächst überwiegend Beschäftigte der Deutschen Bahn vor dem Landgericht Traunstein aus.

Der angeklagte Fahrdienstleiter hatte das Spiel verbotenerweise bis unmittelbar vor dem Zusammenstoß der beiden Nahverkehrszüge im Februar gespielt. In dem Spiel geht es um das Töten von Dämonen.

Brisante Aussage des Fahrdienstleiters am zweiten Verhandlungstag

Unter den Zeugen aus dem Kreise der Bahnkollegen des Schuldigen Fahrdienstleiters, war am zweiten Verhandlungstag auch ein Mitarbeiter aus dem benachbarten Bruckmühl.

Er soll bereits zehn Minuten nach dem Zusammenstoß mit seinem Bad Aiblinger Kollegen telefoniert haben. In diesem Gespräch soll der Schuldige bereits gewusst haben, wie groß die Ausmaße seines Fehltritts waren.

Er sagte wörtlich: "Die Kacke ist jetzt richtig am Dampfen."

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Das Urteil wird am 5. Dezember erwartet

Der Angeklagte hatte bereits zu Prozessbeginn am Donnerstag gestanden, sein Smartphone im Dienst zum Spielen genutzt zu haben. Dabei untersagen die Dienstvorschriften der Deutschen Bahn dies.

Außerdem räumte er ein, ein Sondersignal gegeben zu haben, das er nicht hätte setzen dürfen. Dadurch wurden beide Züge gleichzeitig auf die eingleisige Strecke geschickt. Ein Polizist sagte aus, dass der 40-Jährige regelmäßig bei der Arbeit auf seinem Smartphone spielte.

Der Fahrdienstleiter muss sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Beim Zusammenstoß der Züge in Bayern waren am 9. Februar zwölf Menschen ums Leben gekommen und 89 teils lebensgefährlich verletzt worden.

Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage vorgesehen. So soll auch ein Mitarbeiter jener Firma befragt werden, von der das Fantasy-Spiel "Dungeon Hunter 5" stammt. Diese Aussage wurde für Montag erwartet, aber dann auf einen der weiteren Verhandlungstage verschoben.

Das Urteil soll am 5. Dezember verkündet werden. Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung beträgt fünf Jahre.

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