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CSU-Chef Seehofer: Nicht die Bürger sind Schuld an den Europagegnern

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HORST SEEHOFER
CSU-Chef Seehofer: Nicht die Bürger sind Schuld an den Europagegnern | Michaela Rehle / Reuters
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CSU-Chef Horst Seehofer (CSU) lehnt es ab, angesichts des Erfolgs von Rechtspopulisten und Europagegnern die Schuld bei der Bevölkerung zu suchen. Für die Vertrauenskrise in der Europäischen Union seien nicht die Bürger verantwortlich, schreibt Seehofer in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Das mangelnde Vertrauen sei viel mehr ein Problem der pro-europäischen Eliten "in Brüssel ebenso wie in den Nationalstaaten“. Wer einer kritischen und enttäuschten Bevölkerung nun mit dem moralischen Zeigefinger von oben herab entgegentrete, der verkörpere eine Arroganz, für die Europa in den Augen vieler steht, so Seehofer in der "F.A.Z.".

Es sei zynisch, zu denken, dass viele Probleme unserer Zeit "von Währungsfragen bis TTIP“ zu komplex seien, "um sie den Bürgern auf verständliche Weise vermitteln zu können“. Das sei die "Selbstaufgabe politischer Vermittlungsverantwortung".

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"Wir Europäer haben nur eine Chance"

Den Zustand der Europäischen Union beschreibt Seehofer mit den Worten, Europa sei für viele Menschen "weit weg“. Dennoch müsse jedem Europaskeptiker entgegnet werden: "Wir Europäer haben nur eine Chance, unsere Lebensweise zu verteidigen, wenn wir gemeinsam in die Zukunft gehen.“

Europa und nationale Interessen müssten als Symbiose gedacht werden und nicht als Gegensätze. Ohne Europa und seine von Antike, Juden- und Christentum, Humanismus und Aufklärung geprägte Leitkultur, so Seehofer, hätten nicht nur "wir Deutschen" keine Chance in der Welt.

Die Welt aber sei "nicht befremdet über unseren europäischen Stolz, sondern unsere europäische Verzagtheit“. Seehofer fordert: "Mehr Mut zu uns selbst. Noch ist es nicht zu spät!"

Seine Haltung in der Flüchtlingskrise kennzeichnete Seehofer mit den Worten, Vertragstreue sowie Recht und Ordnung seien die fundamentalen Voraussetzungen für europäische Solidarität. In Europa gelte ein gemeinsames Asylrecht. "Wer zu Recht Schutz sucht, der muss Schutz bekommen. Dazu bekennen wir uns.“

Bayern als Vorbild in der Flüchtlingskrise

Das europäische Asylsystem bedeute aber nicht, frei wählen zu können, wo der Schutz gewährt wird. Ein Flüchtling, der europäischen Boden betreten habe, sei in Sicherheit und genieße Schutz. Die Weiterreise nach Deutschland sei keine Flucht mehr. Das Asylrecht, so Seehofer in der "F.A.Z", bedeute auch nicht, alle nationalen Sicherheitsinteressen zu vergessen. "Der Rechtsstaat muss wissen, wer ins Land kommt, wer hier lebt und wer ein Bleiberecht hat."

Nach Worten des CSU-Vorsitzenden haben Menschen in Bayern und die bayerische Politik in der Flüchtlingskrise "ein kraftvolles Zeichen der Humanität und der Solidarität gegeben“. Das Zerrbild eines herzlosen Bayern sei völlig absurd.

Bis zum Jahr 2018 gebe Bayern neun Milliarden Euro aus, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen. Schon jetzt seinen fast 40 000 Flüchtlinge in Praktika, Ausbildung und Arbeit integriert. Damit liege Bayern auf Platz eins in Deutschland."

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