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Nato verschiebt Gipfel-Treffen wegen Trump

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NATO
Nach dem überraschenden Sieg des Populisten Trump verschiebt Nato seinen nächsten Gipfel | Francois Lenoir / Reuters
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  • Die Nato verschiebt nach der US-Wahl ihren fürs Frühjahr geplanten Gipfel
  • Das berichtet der "Spiegel"
  • Man wolle Trump mehr Zeit geben, eine Linie zum Bündnis festzulegen, heißt es in dem Bericht

Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten verschiebt das Militär-Bündnis Nato seinen fürs Frühjahr geplanten Gipfel - dieser soll nun erst im Sommer stattfinden. Das berichtet der "Spiegel".

Die Nato wolle dem amerikanischen Präsidenten mehr Zeit geben, eine Linie zum Bündnis festzulegen, heißt es in dem Bericht weiter. Im Bündnis befürchtet man demnach, dass Trump zu einem Gipfel im Frühjahr erst gar nicht erschienen wäre.

Trump hatte die Nato im Wahlkampf als "überflüssig" bezeichnet. Außerdem hatte eines der Grundprinzipien der Nato infrage gestellt, wonach das Bündnis einem bedrohten Partner beispringen muss. Trump hatte darauf hingewiesen, dass die USA einen Großteil der Nato-Militärausgaben bezahlen, andere Mitglieder jedoch nicht den Beitrag leisteten, zu dem sie verpflichtet sind.

Außerdem hatte der Republikaner die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin gelobt - eine Position, die vom Nato-Bündnis höchst kritisch eingestuft wird. Russland hatte die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Beobachter fürchten, dass Putin auch nach den baltischen Staaten greifen könnte. Die Nato hatte deshalb ihre Truppen in der Region aufgestockt.

Nato-Strategen fürchten Konsequenzen der Trump-Präsidentschaft

In einem Bericht des Stabs von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der dem "Spiegel" vorliegt, werden bereits verschiedene Szenarien unter der Präsidentschaft Trumps durchgespielt. Der neue Präsident könnte etwa, so die vom "Spiegel" zitierten Nato-Strategen, die Zusage für die rotierenden US-Truppen in Osteuropa zurückziehen.

Ein anderes Szenario sieht demnach allgemein die Verringerung des amerikanischen Kontingents in Europa vor. Im günstigsten Szenario wird unterstellt, dass Trump lediglich strikt darauf pochen wird, dass die Europäer mehr Geld für ihre Sicherheit ausgeben.

Zum Thema: Was Donald Trump als neuer US-Präsident für die Welt bedeuten könnte

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte den künftigen US-Präsidenten Trump vor wenigen Tagen zu Bündnistreue in der Nato aufgefordert. "Was ihm hoffentlich seine Berater sagen und was er lernen wird, ist, dass die Nato kein Geschäft ist", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

Von der Leyen warnt Trump vor Kuschelkurs mit Putin

Das Militärbündnis sei kein Unternehmen, sondern eine Wertegemeinschaft. "Das ist nicht so etwas, wo man sagt: Die Vergangenheit ist mir egal. Die Werte, die wir gemeinsam vertreten, sind mir egal, sondern ich gucke, wie viel Geld ich hinten rauskriege und ob ich einen guten Deal machen kann. So regiert man kein Land, und das ist auch nicht der Grundsatz der Nato", unterstrich die Ministerin.

Zugleicht warnte von der Leyen den künftigen Oberbefehlshaber der USA vor einem Kuschelkurs gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Donald Trump muss sehr klar sagen, auf welcher Seite er ist: Ob er auf der Seite des Rechtes, der Friedensordnung, der Demokratien steht oder ob ihm das egal ist und er so eine Art Männerfreundschaft macht."

Die Konflikte um die Annexion der Krim oder die Bombardierung Aleppos dürften in Gesprächen mit Putin nie vergessen werden. In Aleppo verhungerten gerade eine Viertelmillion Menschen, Putin könne das mit einem Federstrich beenden. "Das muss der amerikanische Präsident ansprechen", verlangte von der Leyen.

Mit Material der dpa.

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