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Kretschmann: "Wir dürfen es mit der Political Correctness nicht übertreiben"

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Kretschmann: "Wir dürfen es mit der Political Correctness nicht übertreiben" | PATRIK STOLLARZ via Getty Images
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Der Sieg Donald Trumps bei den US-Wahlen ging auch am Bundesparteitag der Grünen nicht spurlos vorbei. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte in Münster vor 800 Delegierten: "Wir müssen den Virus des Rechtspopulismus stoppen.“ Das berichtet "Spiegel Online".

Er wolle, dass auch die Grünen Konsequenzen aus dem Wahlsieg Trumps ziehen: "Wir müssen uns die Frage stellen: Haben wir alle Menschen genug mitgenommen?"

Kretschmann: Überforderte Menschen brauchen eine Antwort

Die Partei müsse "eine Antwort darauf finden, dass sich Menschen überfordert fühlen mit der rapiden Geschwindigkeit, wie sich die Welt ändert".

Kretschmann bezeichnete den Rechtspopulismus als "hochansteckend und gefährlich“. Man solle den Umgang mit den politischen Gegnern überdenken: "Wir dürfen es mit der Political Correctness nicht übertreiben." Auch Menschen mit Meinungen, die man nicht unbedingt teile, verdienten "Respekt und Klarheit".

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Auch CDU-Bundestagsabgeordnete Kristina Schröder warnt im Interview mit der "Welt" vor zu viel politischer Korrektheit. Es ärgere die Menschen "wahnsinnig, dass man bestimmte Positionen rechts der Mitte nicht mehr artikulieren kann, ohne niedergemacht zu werden", so Schröder. Diese Kultur sei in den USA sehr ausgeprägt, es gäbe sie aber auch in Deutschland.

Schröder will die Lebensentwürfe der Menschen mehr respektieren: "Die Leute wollen das Gefühl haben, dass Politik versteht, um was es ihnen geht."

CDU-Generalsekretär Tauber fordert Zusammenrücken der Europäer

Auch andere CDU-Politiker beschäftigten sich mit der Frage, wie es nach dem Wahlsieg Trumps weitergeht. Generalsekretär Peter Tauber forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung“ ein Zusammenrücken der Europäer.

Es sei "ein Fehler der Europäer", sich darauf zu verlassen, dass die Amerikaner im Zweifel immer bereitstünden. Die Europäer müssten selber mehr Verantwortung übernehmen und "mehr tun in der gemeinsamen Verteidigungs-, Außen- und Sicherheitspolitik“.

Kauder fordert, dem Populismus "entgegenzuhalten"

Unionsfraktionschef Volker Kauder warnte in der "Passauer Neuen Presse“ vor einer Verwilderung der politischen Kultur.

"Wenn im Land über Politik geredet wird, geht es immer häufiger gar nicht mehr um die harten Fakten und die tatsächliche Lage“, kritisierte der CDU-Politiker. Die gefühlte Wirklichkeit sei wichtiger. "Das wird dann von Populisten verstärkt, die auch bei uns unterwegs sind“, erklärte Kauder.

Vor allem im Internet werde immer mehr gehetzt und an der Wirklichkeit vorbei argumentiert.

Kauder sieht im Kampf gegen Demagogie und Populismus eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung: "Hier sind viele gefordert: Parteien, Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände, die Medien, die Schulen. Wir müssen alle Kanäle nutzen, um aufzuklären und dagegenzuhalten“, erklärte er.

Mit Material der dpa

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(sk)