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Was Donald Trump noch vor vier Jahren forderte, hätte ihn jetzt die Präsidentschaft gekostet

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DONALD TRUMP
Was Donald Trump noch vor vier Jahren forderte, hätte ihm jetzt die Präsidentschaft gekostet | ASSOCIATED PRESS
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Es ist der 7. November 2012. Der Morgen, nachdem Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten wiedergewählt wurde.

Der Unternehmer Donald Trump ist wütend. Er setzt sich vor den Computer und twittert über seine Abneigung gegen Obamas Politik und gegen das US-amerikanische Wahlsystem. "Das Wahlmänner-System ist eine Katastrophe für die Demokratie“, schreibt er.

Es ist schon ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet Donald Trump vier Jahre später wegen des Wahlmänner-Systems gegen die demokratische Kandidatin Hillary Clinton gewinnen wird.

Vertracktes System

Dazu muss man wissen: Am 8. November haben die Amerikaner 538 Wahlmänner gewählt, die wiederum am 19. Dezember den Präsidenten wählen. Bei der Bestimmung der Wahlmänner gilt in fast allen der 50 US-Bundesstaaten das Prinzip "The Winner takes it all".

Der Sieger in Florida zum Beispiel gewinnt am Ende alle 29 Wahlmänner, selbst wenn er prozentual nur knapp vorne liegt. Lange Zeit lag diesmal etwa Clinton in dem Rentner-Paradies vorne, am Ende nützte ihr das überhaupt nichts. Alle Stimmen gingen an Trump.

Insgesamt hat Clinton bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 mehr Stimmen bekommen, Trump aber mehr Wahlmänner.

Sieht so aus, als wäre das Wahlsystem plötzlich keine "Katastrophe“ mehr. Oder, Herr Trump?

Mehr zum Thema: Die Mehrheit des amerikanischen Volkes hat Hillary Clinton gewählt

Später forderte Trump übrigens ausdrücklich, dass das Wahlsystem revolutioniert werden müsse, wenn der Kandidat, der mehr Stimmen bekomme, verliere. Denn zu diesem Zeitpunkt dachte Trump noch, dass der republikanische Kandidat Mitt Romney bei der Wahl mehr Stimmen als der amtierende Präsident Barack Obama bekommen würde, was sich später als falsch herausstellte.

Diesen Tweet sollte Trump später löschen.

Clinton-Anhänger hoffen immer noch

Das komplett veraltete Wahlsystem der Vereinigten Staaten, das eine stabile Regierung ermöglichen sollte, wird immer wieder in Frage gestellt – zuletzt natürlich von Anhängern Clintons.

Aber Clintons Anhänger haben noch nicht aufgegeben: Sie wollen am 19. Dezember, wenn die Wahlmänner zusammentreten, Clinton doch noch als Präsidentin durchsetzen.

Denn: An sich sind Wahlmänner dazu aufgefordert, nach dem Ergebnis ihres Bundesstaates den Präsidenten zu wählen. Doch eigentlich müssten sie das nicht. In manchen Staaten drohen den Wahlmännern dann zwar Strafen, doch die sollten jene wohl in Kauf nehmen, die Trump mit aller Kraft verhindern wollen.

Das fordern zumindest Clinton-Anhänger, die auf der Website change.org eine Petition für Hillary Clinton gestartet haben, die bereits von 3,3 Millionen Menschen unterzeichnet wurde (Stand: Samstag, 12. November, 10 Uhr).

In der Geschichte der USA ist das immerhin schon mehrmals passiert, dass sich Wahlmänner gegen den eigenen Kandidaten stellten. Allerdings hat das niemals das Endergebnis beeinflusst.

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(sk)