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1000. "Tatort"-Folge: Wird der Film dem Jubiläum gerecht?

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TATORT
Kann der Jubiläums-Tatort überzeugen? | NDR/Meyerbroeker
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Am 29. November 1970 lief die erste "Tatort"-Folge im TV. Knapp 46 Jahre später bringen die Macher nun die 1000. Folge der beliebtesten Krimi-Reihe der Deutschen: einen Crossover-Film mit den Kommissaren Lindholm (Maria Furtwängler) aus Hannover und Borowski (Axel Milberg) aus Kiel.

Wie der erste Film heißt auch die neueste Ausgabe "Taxi nach Leipzig" (13. November, 20.15 Uhr, Das Erste), hat allerdings ansonsten wenig mit der ursprünglichen Variante zu tun.

"Tatort" gibt tiefe Einblicke in Gedankenwelt von Lindholm und Borowski

Denn diesmal werden die"Tatort"-Kommissare selbst zu Opfern. Und die Zuschauer tauchen tief in die Gedankenwelt von Lindholm, Borowski und anderen ein. Sie erfahren, wie die Kommissare zu unterschiedlichen Einschätzungen der Situationen kommen und warum sie sich so unterschiedlich verhalten.Hier gibt es die besten "Tatort"-Folgen aus Kiel mit Axel Milberg auf DVD

Darum geht's

Es ist dunkel, Charlotte Lindholm und Klaus Borowski - zwei Hauptkommissare, die einander weder kennen noch kennenlernen wollen - stehen an einer Bushaltestelle. Aus unterschiedlichen Gründen haben sie gerade ein Polizeiseminar verlassen. Charlotte hat ein privates Rendezvous. Borowski flüchtet vor einem penetranten Seminarteilnehmer, dem alternden Polizisten Affeld (Hans Uwe Bauer). Alle drei landen im Taxi eines wütenden und hochaggressiven Mannes (Florian Bartholomäi).

Der hat gerade erfahren, dass die Liebe seines Lebens seinen Todfeind heiraten wird. Es ist keine gute Idee, diesen Mann zu provozieren. Affeld tut es trotzdem.

Kurze Zeit später ist er tot. Borowski und Lindholm sitzen gefesselt auf der Rückbank. Und so unterschiedlich sie die Situation einschätzen, in einem Punkt sind sie sich einig. Wenn sie den Fahrer nicht stoppen, werden sie sterben.

Lohnt sich das Einschalten?

Eher nicht. Zu konstruiert, zu gewollt auf Spannung getrimmt, zu unterschiedliche Charaktere - bei denen die gewollte Andersartigkeit keine Anziehungskraft entfaltet, im Gegenteil.

Hinzu kommt ein kruder Fall, bei dem die Macher irgendwie versuchten, eine Art Echtzeit-Film zu inszenieren, nach Hollywood-Vorbildern wie die Thriller-Serie "24" oder auch den Colin-Farrell-Streifen "Nicht auflegen!".

Doch irgendwie will das überhaupt nicht klappen. Der Zuschauer wird aller Voraussicht nach nur wenig mitfiebern, sondern sich als Beifahrer in einem Taxi durch die 90 Minuten schleppen.

Auch die schwer nachvollziehbaren Beweggründe für den Amoklauf des Täters sind für die Verdaulichkeit des Jubiläums-"Tatorts" wenig verträglich.

Lichtblick bleibt Barholomäi als Täter

Einziger Lichtblick: die starke schauspielerische Leistung von Bartholomäi als Täter. Milberg und Furtwängler hingegen behindern sich gegenseitig und kommen nicht zur Entfaltung. Brillieren beide regelmäßig in ihren eigenen "Tatort"-Filmen, können sie hier nicht voneinander profitieren.

Fazit: Für einen Jubiläums-"Tatort" zur 1000. Folge reicht es nicht, zwei gute Kommissare in einen Topf zu schmeißen, einmal umzurühren, den Titel der ersten Folge darüber zu schreiben und auf den Zuschauer loszulassen.

Eine wirklich zündende, gut umgesetzte Idee wäre ganz förderlich und vor allem der Reihe würdig gewesen. Fernab des Jubiläums eine kaum mehr als durchschnittliche Folge, als 1000. "Tatort" eher eine unmotivierte Enttäuschung.

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