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"Amerikas wütendster General": Trumps engster Beraterstab lässt erahnen, was auf die Welt zukommen könnte

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DFS
Trumps dubioser Beraterstab gibt eine böse Vorahnung darauf, was auf die Welt zukommen könnte | Screenshots / Getty
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Donald Trump ist der erste US-Präsident, der weder über militärische noch über politische Erfahrung verfügt. Auch deshalb herrscht in aller Welt Sorge, wie Trump in Zeiten großer Krisen im Nahen Osten und anderen Regionen außenpolitisch agieren wird.

Über seine Agenda verriet Trump im Wahlkampf wenig. Und wenn dann äußerte er sich durchaus widersprüchlich. So schrieb Trump etwa in seinem neuesten Buch: "Entweder wir kämpfen wieder, um zu gewinnen, oder wir werden weiter die großen Verlierer sein."

Andererseits propagierte er immer wieder einen stärkeren Isolationismus Amerikas, also eine Abkehr von der Einmischung in internationale Konflikte. Wie genau Trumps Außenpolitik aussehen wird bleibt abzuwarten. In jedem Fall wird sie maßgeblich von den Leuten mitbestimmt, mit denen sich der Präsident umgibt.

Und die könnten dubioser kaum sein.

Zwar ist noch lange nicht klar, wie das Kabinett des künftigen Präsident aussehen wird. Es ist jedoch davon auszugehen, dass einige Top-Berater aus Trumps Wahlkampfteam weiterhin in wichtigen Funktionen mit dem Präsidenten zusammenarbeiten werden.

Sie wecken eine düstere Vorahnung, wie die US-Außenpolitik in Zukunft aussehen könnte.

General Michael T. Flynn

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US-Medien sehen in Flynn bereits den kommenden Verteidigungsminister. Doch ob Trump für diesen die nötige Zustimmung des Senats bekommen würde, ist zweifelhaft.

Denn der ehemalige General ist höchst umstritten. Bereits während des Wahlkampfes fungierte Flynn als wichtigster außenpolitischer Berater Donald Trumps. Immer wieder trat er öffentlich auf, attackierte Hillary Clinton scharf und prägte so auch den "Sperrt sie ein"-Schlachtruf der Trump-Anhänger.

General Flynn ist ein sehr erfahrener Veteran. Er diente unter anderem im Irak und in Afghanistan. Unter Barack Obama arbeitete er als Chef des Verteidigungsnachrichtendiensts DIA, wurde jedoch nach zwei Jahren wegen seines problematischen Führungsstils zum Rücktritt gezwungen.

Welche Ansichten vertritt Flynn? Vor allem einen schonungslosen Kurs gegenüber dem Islam. Gegenüber "Al Jazeera" sagte Flynn im Januar: "Ich bin seit einer Dekade im Kampf gegen den Islam."

Seine Einstellung gegenüber radikalislamischen Tendenzen sei es auch gewesen, die ihm sein Amt bei der DIA gekostet hätte, behauptet Flynn. So geht Flynn von einem "Generationen andauernden Kampf gegen islamischen Extremismus" aus.

Kritiker werfen dem General vor, er habe sich in den letzten Jahren politisch stark radikalisiert. Denn einst galt er als gemäßigter Demokrat. Das Nachrichtenportal "Politico" bezeichnete ihn nun als "Amerikas wütendsten General".

Flynn vertritt die Auffassung: "Die beste Abschreckung ist eine starke Verteidigung." In eine Rede im vergangenen Januar erklärte Flynn: "Die größten Gefahren für die Vereinigten Staaten entstehen durch mangelnde Vorbereitung und einen exzessiven Unwillen zu kämpfen, wenn es nötig ist."

In der gleichen Rede machte er klar: "Ich bin kein Politiker. Ich bin ein Soldat."

Walid Phares

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Auch Walid Phares arbeitete als außenpolitischer Berater im Trump-Wahlkampf. Und er steht ebenso wie Flynn für eine harte Linie gegen den Islam.

Das zeigt auch seine Vergangenheit, die das Onlinemagazin "Mother Jones" im Jahre 2011 aufdeckte. Demnach habe Phares, der libanesischer Abstammung ist, in den 1980er Jahren in seiner Heimat in einer christlichen Miliz gegen Muslime gekämpft.
Er soll zu den Chefideologen der militanten Gruppe gehört haben, der schwere Kriegsverbrechen vorgeworfen werden.

In einem Interview mit dem "Daily Caller" erklärte Phares Trumps außenpolitische Agenda: "Die obersten zwei Prioritäten sind die Fragen nach nuklearer Aufrüstung und wie wir die islamischen, dschihadistischen Organisationen für immer zerstören können."

Er führt aus: "Unser Heimatland sieht sich einer wahren, dschihadistischen Bedrohung ausgesetzt. Wir müssen den Kampf gegen den Terrorismus aufnehmen, aber wir müssen auch potentielle Terroristen davon abhalten, nach Amerika zu kommen."
Das alles klingt wenig nach einer Politik des Abwägens, eher nach Trumps Gepoltere, allen Muslimen die Einreise in die USA verweigern zu wollen.

Zudem ist Phares eisern davon überzeugt, das Nuklear-Abkommen mit dem Iran aufzukündigen. Er sagte gegenüber dem Sender BBC, dass der Deal eine 750-Milliarden-Dollar-Zahlung an den Iran bedeute – "ohne das etwas zurückkommt". Auch Trump hatte immer wieder betont, dass er das Abkommen für "eines der schlechtesten aller Zeiten" halte.

Die Zeit der Annäherung an Teheran, die das abgeschottete Regime wieder zurück an den Verhandlungstisch holen sollte, könnte unter Trump wieder vorbei sein.

Joseph Schmitz

schmitz

Auch Joseph Schmitz spielt eine wichtige Rolle in Trumps außenpolitischem Stab. Ab 2002 arbeitete er als Generalinspektor im Pentagon. Drei Jahre später wurde gegen ihn ermittelt, weil er Ermittlungen gegen hohe Vertreter der Bush-Regierung blockiert haben soll.

Zudem wurde ihm vorgeworfen, dass er unerlaubt Geschenke angenommen und Steuergelder veruntreut haben soll. Daraufhin wurde er gezwungen, seinen Posten zu räumen.

Zudem wurden Schmitz antisemitische Kommentare vorgeworfen. Wie Medien übereinstimmend berichteten, soll Schmitz damit geprahlt haben, jüdische Mitarbeiter aus dem Pentagon entlassen zu haben. Er soll gar den Holocaust geleugnet haben: "Die Ofen waren zu klein, um sechs Millionen Juden zu töten." Schmitz wehrt sich bis heute gegen die Vorwürfe.

Sie wiegen dennoch schwer.

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(mf)