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Wer sind Trumps Wähler wirklich?

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DONALD TRUMP
Der Republikaner Donald Trump hat es geschafft eine breite Wählerschaft zu mobilisieren und ist so zum neuen US-Präsidenten gewählt worden. | Rebecca Cook / Reuters
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  • Weiß, männlich, niedriges Bildungsniveau: Das ist die Wählergruppe, die Donald Trump zum neuen US-Präsidenten gewählt haben soll
  • Das stimmt nicht ganz: Der Republikaner schnitt auch in anderen Wählerschichten besser als erwartet ab
  • Das bestätigt ein Experte für amerikanische Studien gegenüber Deutschlandfunk

Donald Trump wird neuer US-Präsident.

Entscheidend für seinen Sieg waren die sogenannten Swing States, also die Staaten, bei denen im Vorfeld nicht sicher war, ob sie an die Republikaner oder Demokraten gehen.

In den meisten Swing States konnte Trump die Mehrheit der Wähler auf seine Seite bringen. Doch welche Menschen stecken hinter dieser Mehrheit, die der US-Milliardär für sich gewinnen konnte?

Welche Wählerschichten stimmten für Trump?

Sind es tatsächlich vor allem weiße Männer und Menschen ohne Hochschulbildung wie vermutet?

Christer Garret, US-Amerikaner und Professor für amerikanische Studien an der Universität Leipzig geht davon aus, dass Donald Trump auch ganze andere Wählerschichten mobilisieren konnte.

"Man gewinnt diese Staaten nicht nur mit Leuten aus bescheidenen Hintergründen"

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt Garret: “Nehmen wir Florida und Ohio, die beiden Bundesstaaten, die Trump für sich gewonnen hat. Man gewinnt diese Staaten nicht nur mit Leuten aus bescheidenen Hintergründen. Da muss man auch Vororte und Akademiker und die klassische Mittelschicht auch zum Teil für sich gewinnen, und in diesem Sinne hat Donald Trump offensichtlich eine breitere Basis für sich etabliert.”

Während Trump neben seiner klassischen Wählerschaft - weiß, männlich, niedriges Bildungsniveau - also auch andere Gesellschaftsschichten ansprechen konnte, zeigte sich Clintons Wähler "deutlich ambivalenter", so Garret.

Demokraten haben ihre Wähler an Trump verloren

Bereits gegenüber Barack Obama hatte Clinton Schwierigkeiten sich zu behaupten. Das liegt, laut Professor Garrit, allerdings nicht daran, dass sie eine Frau ist, sondern vielmehr daran, dass sie nicht Begeisterung hat wachrufen können vor acht Jahren. “Offensichtlich ist das in dieser Saison auch der Fall”, so Professor Garret.

Das hat der Demokratin wohl vor allem die Stimmen vieler Arbeiter und Gewerkschafter gekostet. Obama konnte in seinem Präsidentschaftswahlkampf mit seinem Enthusiasmus die Mengen mitreißen. Eine Eigenschaft, die viele bei Clinton vermisst haben. Dadurch hat sie auch einige Wähler verloren, die in der Vergangenheit tendentiell für die Demokraten abstimmten.

Das sieht auch Professor Garret so: “Das klassische Klientel für die Demokraten, (…) die sind wählen gegangen, aber einige sind offensichtlich auch abgebrochen und haben sich Richtung Donald Trump bewegt.”

Trump schneidet besonders bei den Weißen gut ab

Hillary Clinton hat in der Gruppe der Latinos, Afroamerikaner und Asiaten zwar die Mehrheit geholt und auch die Mehrheit der Frauen hat für sie gestimmt, trotzdem hätte sie in diesen Gruppen noch mehr Stimmen sammeln müssen, um die Verluste in anderen Wählergruppen auszugleichen, wie zum Beispiel in der Gruppe der Weißen.

Eine Wahl voller Emotionen

Der US-amerikanische Professor Garret empfindet die diesjährige US-Präsidentschaftswahl als sehr emotional: “Ich denke, es hat mit vielen Gefühlen, nicht mit Irrationalität, aber mit Gefühlen und Demokratie zu tun und Donald Trump vertritt diese Gefühle einfach überzeugender, bewegender, wenn man so will.”

Dabei sprach der Republikaner anscheinend auch das Gefühl von Frust, Enttäuschung und den Wunsch nach Umbruch an. “Donald Trump mit seiner Botschaft hat wirklich irgendwie den Frust der Wähler für sich konsolidiert“, so der Professor aus Leipzig zum Deutschlandfunk.

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(lp)