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Schaf im Wolfspelz? Springer-Chef hält positiven Effekt Donald Trumps für nicht ausgeschlossen

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MATHIAS DPFNER
Mathias Döpfner spekuliert in einem "Welt"-Kommentar über die Folgen einer Trump-Präsidentschaft. | Britta Pedersen/dpa
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  • Donald Trump wurde zum nächsten US-Präsidenten gewählt
  • Springer-Chef Mathias Döpfner sieht zwei mögliche Szenarien für dessen Präsidentschaft

Welche Folgen wird die US-Präsidentschaft Donald Trumps haben? Das fragen sich die Menschen zurzeit nicht nur in den USA.

Der Springer-Chef Mathias Döpfner sieht zwei mögliche Szenarien – ein positives und ein negatives.

In einem Kommentar in der "Welt" spekuliert Döpfner über die Möglichkeit, dass Trump sich nach "ein, zwei Jahren als Schaf im Wolfspelz" erweist.

Das "Schaf im Wolfspelz"

In dieser Zukunftsvision würde Trump auf seine Berater hören und die "hochprofessionellen Strukturen des Weißen Hauses" nutzen. Trumps polternde Persönlichkeit würde demnach also durch das politische Netz um ihn herum aufgefangen und gehemmt.

Und das könnte auch positiv für die Wirtschaft sein, folgert Döpfner. "Jeder Unsinn, den er nicht macht, ist schon eine positive Überraschung, die die Kapitalmärkte positiv reagieren lässt", schreibt er in der "Welt".

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"Die US-Wirtschaft floriert. Außenpolitisch ist Amerika entschiedener, aber nicht unberechenbarer, das transatlantische Bündnis steht, und die Diktaturen dieser Welt haben wieder etwas mehr Respekt vor Amerika." Das wäre seiner Meinung nach, das positive Szenario einer Trump-Präsidentschaft.

Das negative Szenario

Das pessimistische Szenario Döpfners befürchtet hingegen einen autarken Donald Trump.

Der Springer-Chef beschreibt dieses Szenario so: "Donald Trump entwickelt aufgrund einer narzisstisch gestörten Persönlichkeit keinerlei Respekt vor dem Amt. Er betrachtet und führt das Oval Office wie die Schaltzentrale eines Immobilienimperiums. Wer Bedenken vorträgt, wird als Weichei diskreditiert, wer widerspricht, fliegt raus."

Tatsächlich wird Trump als Präsident mit deutlich weniger Gegenwind rechnen müssen als sein Vorgänger Barack Obama. Der musste als Demokrat nämlich gegen eine republikanische Mehrheit im Kongress ankommen. Die Republikaner behalten auch nach der Wahl weiterhin die Mehrheit im Kongress – Das macht den Job für den neuen republikanischen Präsidenten umso leichter.

"Kumpelhafte Bündnisse mit anderen starken Männern"

Döpfner befürchtet, dass ein weitestgehend unkontrollierter Trump "kumpelhafte Bündnisse mit anderen starken Männern" schließen könnte, "die den Firlefanz der Demokratie nicht so ernst nehmen."

Bei der Vielzahl der aktuellen Risikofaktoren könnte "Trumps Erratik" einen Dominoeffekt auslösen, schließt Döpfner.

"Die amerikanische Wirtschaft erodiert, die Wall Street ergreift Panik und Geldflucht. Draghis EZB-Politik bricht zusammen. Arbeitslosigkeit und Umsturzstimmung ergreifen auch Europa. Die Welt wackelt. Undenkbar? Aber nicht unmöglich", so der Manager.

Die Wahl Donald Trumps sei die "größte Bewährungsprobe unseres Systems und der westlichen Werte von Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten", fährt Döpfner fort, "jetzt wird sich zeigen, wie kraftvoll die selbstregulierenden Mechanismen moderner freier Gesellschaften sind. Wer ist stärker?"

Döpfner: "Wo sind die Populisten der Mitte?"

Auch in Europa stehen im kommenden Jahr wichtige Wahlen an, bei denen populistische Kräfte erstarken könnten. Das gilt sowohl für die Präsidentschaftswahl in Frankreich als auch für die Bundestagswahl in Deutschland.

Während hier rechtspopulistische Parteien wie der Front National und die AfD antreten, fragt Döpfner: "Wo sind die Populisten der Mitte? Die charismatischen Propagandisten einer Demut vor dem Rechtsstaat? Die sympathischen Evangelisten von Freiheit, Toleranz und offener Gesellschaft?"

Darauf scheint Döpfner selbst keine Antwort zu haben. Er meint: "Europa ist für diese Bewährungsprobe des freien Westens schlecht gerüstet".

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