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Diese Trump-Anhägerin brachte bei "Maischberger" sämtliche Gäste aus der Fassung

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MAISCHBERGER
Die Gäste der Talkshow von Sandra Maischberger | Screenshot/ARD
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  • Sandra Maischberger hatte in ihre Talkshow deutsche und US-amerikanische Gäste eingeladen
  • Hitzig wurde über Ursachen und Wirkungen des Wahlsieges von Donald Trump diskutiert
  • Insbesondere die Aussagen einer Trump-Anhängerin regten zu teils heftigen Debatten an

Die Worte flogen durchs Studio von Sandra Maischberger. Zeitweise waren am Mittwochabend die Debatten beim Thema "Der Trump-Schock - wie verändert er die Welt?" so hitzig, dass die Moderatorin die Diskutanten auffordern musste, nicht komplett durcheinanderzureden.

Insbesondere die eloquente PR-Beraterin und Trump-Anhängerin Nadja Atwal polarisierte. Sie erklärte den für viele überraschenden Wahlerfolg Donald Trumps damit, dass er genau den Nerv getroffen habe - "klare Worte für klare Fakten".

Atwal weiter: "Auf einige Fragen gibt es durchaus einfache Antworten - und Trump hat die gefunden."

"Trump kämpfte gegen drei Monster"

Allerdings wäre sich die Trump-Unterstützerin davor selbst nicht sicher gewesen, ob der republikanische Kandidat wirklich gewinnen wird. "Trump hatte es sehr schwer gegen drei Monster vorzugehen": So hätte er sowohl gegen das demokratische und republikanische Establishment als auch das der Medien ankämpfen müssen.

Vor allem die Medien seien sehr eng mit dem Clinton-Lager verknüpft gewesen, die großen Zeitungen, wie die "Washington Post" und die "New York Times", hätten die demokratische Kandidatin sehr offen unterstützt, sagte Atwal.

Der Trump-Fan blieb mit ihren Ansichten weitestgehend alleine

Das konnte der Journalist und ehemalige "Tagesthemen"-Sprecher Thomas Roth nicht unkommentiert lassen. Er konterte, dass das allein nicht entscheidend gewesen sein könne. "Denn Trump ist durch das Fernsehen groß geworden. Die großen Networks haben ihn bekannt gemacht und getragen."

Allerdings hätten die Medien Trump ausschließlich durch die "schwarze Brille" gesehen, kritisierte der amerikanische Buchautor Eric T. Hansen. Atwal pflichtete ihm bei: "Der Amerikaner hatte die Schnauze voll von der Manipulation der Medien - und die sind mit diesem Ergebnis abserviert worden."

Doch letztlich blieb Atwal mit ihren Ansichten weitestgehend allein. Vor allem: Entgegen ihrer tiefen Auffassung stimmten die anderen Gäste, darunter auch Linken-Politiker Oskar Lafontaine und Publizistin und Feministin Alice Schwarzer, nicht mit ein, dass Trump die Welt besser machen werde. Vor allem Schwarzer griff den frisch gewählten Republikaner und seine Anhänger immer wieder an.

"Trump wurde dargestellt, als ob er doof ist"

Mit Blick auf Deutschland sagte PR-Expertin Atwal, dass die hiesigen Medien nur eine ausgewählte "Trumpsche Wahrheit" verbreitetet hätten. Die aus ihrer Sicht falsch sei. Sie schimpfte: "Was aus Deutschland an Arroganz und Beleidigungen kam, finde ich unglaublich." In Deutschland sei eine Clinton-Maschinerie am Werke gewesen, "Trump wurde dargestellt, als ob er doof ist". Und weiter: "Er wird hier dargestellt, als könnte er seinen Hintern nicht vom Ellenbogen unterscheiden", schimpfte Atwal.

"Bild.de"-Chefredakteur Julian Reichelt gestand ein, dass der Blick auf Clinton von Deutschland konträr zu den USA war. Dort werde die Marke Clinton von vielen als "unglaubwürdig, korrupt und kriminell" wahrgenommen. Vollends zustimmen wollte Reichelt ihr aber auch nicht.

Vielmehr machte er Obama mitverantwortlich für Trumps Triumph. Selten sei das Land so gespalten gewesen wie nach acht Jahren Obama. "Er hat sich während seiner zwei Legislaturperioden von den Menschen durch seine professorale Art komplett zurückgezogen. Damit hat er sehr viele Menschen entfremdet."

Immerhin regte Atwal durch ihre durchdringende und ehrliche Begeisterung für Trump die Diskussion an. Diese keimte zwar schnell auf, sobald sie ihre teils steilen Thesen auftischte - flachte aber genau so schnell wieder ab, sobald sich Maischberger den anderen Gästen widmete.

Am Ende bleibt so die Vermutung, dass die Trump-Anhängerin wohl nur als Anheizerin eingeladen wurde - ein Element, ohne dass wohl keine öffentlich-rechtliche Talkshow mehr auskommt. Man könnte sie damit auch als Stellvertreterin für ähnlich euphorische Anhänger europäischer rechtspopulistischer Parteien sehen. Und die sind in den Talkshows ja mittlerweile Stammgäste. Damit die Diskussion ja nicht zu vernünftig wird.

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(vr)