Huffpost Germany

Erster Auftritt nach Niederlage: Clinton fordert faire Chance für Trump (Live-Blog)

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DONALD TRUMP
Erster Auftritt nach Niederlage: Clinton fordert faire Chance für Trump | JEWEL SAMAD via Getty Images
Drucken
  • US-Wahl 2016: Donald Trump wird neuer Präsident der Vereinigten Staaten
  • EU sieht auch mit Trump weiter Chance für Handelsabkommen TTIP
  • Clinton: "Wir müssen Donald Trump die Chance geben, dieses Land zu regieren"

Nach einer spannenden Wahlnacht steht fest: Der neue US-Präsident wird der Republikaner Donald Trump. Die unterlegene Hillary Clinton hat dem Sieger bereits am Telefon gratuliert, wie der US-Sender CNN berichtet hat.

Am Tag danach wird das Ergebnis der Nacht analysiert, Präsidenten beglückwünschen Trump, Satirikern hingegen vergeht teils der Humor.

Die neuesten Entwicklungen zur US-Wahl könnt ihr im Live-Blog der Huffington Post nachlesen.

22.00 Uhr: Putin-Berater gesteht mögliche Beeinflussung der US-Wahlen

Im Vorfeld der Wahl wurde gemunkelt, Russland versuche, die Entscheidung in seinem Sinne zu beeinflussen. Putin hatte das als Unsinn abgetan.

Nun hat ein Putin-Berater zugegeben, dass es möglicherweise doch eine kleine Unterstützung gegeben hat. Sergej Markow hat bestätigt, dass durch die Enthüllungen von Wikileaks die Wähler in ihrer Entscheidung womöglich beeinflusst worden seien.

18.20 Uhr: Obama äußert sich in Statement zum Wahl-Ergebnis

Nun äußert sich auch der noch amtierende Präsident Barack Obama zum Wahlergebnis. Er habe bereits mit Donald Trump telefoniert und ihm zu seinem Sieg gratuliert, sagt er. "Ich habe Donald Trump für morgen ins Weiße Haus eingeladen."

Ganz Amerika wünsche dem neuen Präsidenten nun Glück, so Obama. Auf Clintons Leistung sei er "sehr stolz". "Sie hätte keine bessere Außenministerin sein können", sagt Obama. "Ihre Nominierung war ein historisches Ereignis." Er hoffe, sie werde ihre "großartige Arbeit" nun fortsetzen.

"Wir sind zu erst einmal Amerikaner. Wir sind Patrioten. Wir wollen das Beste für unser Land", sagt Obama. Das habe auch Trump in dem Telefonat bekräftigt und das habe Obama ermutigt.

17.40 Uhr: Erster Auftritt nach Niederlage: Jetzt spricht Hillary Clinton

Hillary Clinton kommt mit ihrer Familie auf die Bühne und wird laut bejubelt. Sie beglückwünscht nun öffentlich Trump zu seinem Sieg. Sie sagt: "Ich hoffe, er wird ein erfolgreicher Präsident für alle." Sie habe ihm zudem die Zusammenarbeit angeboten.

Gleichzeitig entschuldigte sie sich bei ihren Unterstützern: Es täte ihr leid, dass sie nicht gewonnen habe. Denn es sei nicht das Ergebnis. Und: "Ich weiß, Sie sind enttäuscht, ich bin auch enttäuscht." Sie fordert jedoch eine faire Chance für Trump. "Wir müssen Donald Trump die Chance geben, dieses Land zu regieren", sagt sie.

Denn: "Bei unserer Kampagne ging es nie um eine Person, es ging um unser Land. Es ging um Inklusion." Deshalb müsse man sich auch weiterhin für das Land einsetzen.

17.36 Uhr: Tim Kaine betont: Deshalb ist er stolz auf Clinton

Tim Kaine, Vize-Kandidat der Demokraten, ist stolz auf Clinton, weil sie Geschichte geschrieben hat - in jeder Phase ihres Lebens. So sei sie die erste Kandidatin einer Partei für die Präsidentschaft gewesen. Er lobte vor allem ihre Frauen-Politik, die sie seines Erachtens ihre gesamte Karriere lang verfolgte.

Zudem habe sie jeden in ihrem Team immer gleich behandelt und inspiriert und zeigte sich sensibel, um sich auf die Menschen einzulassen.

Und: Niemand hatte Zweifel, dass sie das Ergebnis anerkennen würde. "Sie kennt das System, sie liebt das System", so Kaine. Sie liebe dieses Land.

17.34 Uhr: Minnesota geht an Clinton

Die Agenturen melden, Clinton hat auch Minnesota gewonnen und damit aktuell 228 Wahlmänner erhalten. Doch das ändert nichts an ihrer Niederlage.

17.20 Uhr: Paul Ryan gratuliert Trump

Der mächtige Republikaner Paul Ryan hat dem Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zu seinem guten Abschneiden bei der Wahl gratuliert. Ryan habe Trump angerufen, berichtete der Sender Fox News unter Berufung auf einen Sprecher des 46-Jährigen. Ryan hatte in den vergangenen Monaten mit Trump gehadert.

Als ein Video mit frauenfeindlichen Äußerungen Trumps auftauchte, ging er auf Distanz zu dem Kandidaten. Als Vorsitzender des Repräsentantenhauses ist der Abgeordnete aus Wisconsin derzeit der mächtigste Republikaner.

16.40 Uhr: Die Rede von Hillary Clinton wird erwartet

Die demokratische Kandidatin Hillary Clinton hat ihre Rede am Wahlabend abgesagt. Nachdem es absehbar schien, dass Donald Trump gewinnt, zog sie sich zurück.

Sie soll Trump zufolge ihrem Gegner nach dessen Sieg nur noch telefonisch gratuliert haben. Nun soll sie am Mittwoch gegen 16.30 Uhr ihre Ansprache halten - doch sie lässt ihre Fans warten.

15.41 Uhr: Amnesty International: Trumps "vergiftete Rhetorik" ist nichts für die Regierung

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International rief den gewählten US-Präsidenten Donald Trump auf, den scharfen Ton des Wahlkampfs hinter sich zu lassen. Der sei unter anderem von Seiten Trumps von einer "vergifteten Rhetorik" geprägt gewesen.

"Die fremdenfeindlichen, sexistischen und anderen hasserfüllten Bemerkungen Trumps haben keinen Platz in der Regierung" sagte die US-Chefin von Amnesty-International Margaret Huang der Mitteilung zufolge.

Zudem hat sie Trump zur Einhaltung der Menschenrechte aufgerufen. Der frisch zum US-Präsidenten gewählte Trump habe während seiner Wahlkampagne Zweifel am künftigen Einsatz der USA für Menschenrechte ausgelöst, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. Er müsse nun die Verpflichtung der USA zur Einhaltung der Menschenrechte "bekräftigen und achten".

Mittwoch, 14.10 Uhr: EU sieht auch mit Trump weiter Chance für Handelsabkommen TTIP

Auch nach dem Wahlsieg des Freihandelsgegners Donald Trump gibt die EU das geplante Abkommen TTIP mit den USA noch nicht verloren. Es gebe immer noch gute Gründe für den Handelsvertrag wie neue Jobs und ein besseres Investitionsklima, sagte Kommissionsvizepräsident Jyrki Katainen am Mittwoch in Brüssel.

Es sei klar, dass mit dem Regierungswechsel in Washington nun eine Pause bei den Verhandlungen entstehe. Aber eine klare Positionierung Trumps gegen TTIP kenne er nicht. "Ich persönlich habe keine starken Worte gegen TTIP gehört", sagte Katainen.

Auch die Bundesregierung schreibt das Freihandelsabkommen nicht ab. Regierungssprecher Steffen Seibert verneinte am Mittwoch eine Frage, ob das umstrittene TTIP-Abkommen mit dem Sieg von Trump bei den Präsidentschaftswahlen in den USA tot sei.

Trump hatte sich im Wahlkampf gegen internationale Freihandelsabkommen ausgesprochen. Den Nordamerikapakt Nafta der USA mit Mexiko und Kanada hatte er als den wohl "schlechtesten jemals gemachten Deal" bezeichnet. Auch den Handel mit China sieht Trump in seiner jetzigen Form kritisch.

Mittwoch, 13.50 Uhr: Boris Johnson gratuliert Trump und freut sich auf Zusammenarbeit

Der britische Außenminister Boris Johnson hat Donald Trump zum Sieg bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen gratuliert. "Glückwünsche an Donald Trump, freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit seiner Regierung für weltweite Stabilität und Wohlstand", schrieb Johnson per Kurznachrichtendienst Twitter:

Mittwoch, 13.20 Uhr: Dax stabilisiert sich nach anfänglichem Wahl-Schock

Der Wahlsieg von Donald Trump hat den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch nur kurzfristig erschüttert. Nachdem der Dax zum Handelsstart um knapp 3 Prozent gefallen war, schmolzen die Verluste bis zur Mittagszeit auf 0,95 Prozent zusammen. Von einer Verkaufspanik war nichts mehr zu spüren.

Zwar habe das Wahlergebnis die Finanzmärkte kurz durcheinander gewirbelt, doch "trotz aller Aufregung gilt: An den Börsen wird das Leben weiter gehen", sagte Anlagestratege Heinz-Werner Rapp vom Vermögensverwalter Feri Investment der Deutschen Presseagentur. Zudem werde Trump grundsätzlich als unternehmerfreundlich wahrgenommen.

Mittwoch, 13.00 Uhr: Trump twittert, "wir werden alle zusammenkommen"

Donald Trump hat in seinem ersten Tweet seit seiner Wahl zum US-Präsidenten erneut zur Einheit aufgerufen. "So ein wunderbarer und wichtiger Abend! Der vergessene Mann und die vergessene Frau werden nie wieder vergessen werden. Wir werden alle zusammenkommen wie nie zuvor", schrieb er am Mittwochmorgen (Ortszeit).

Trumps Twitterprofil trägt mittlerweile zudem den Zusatz "gewählter Präsident der Vereinigten Staaten".

Zuletzt hatte es Berichte gegeben, Trump habe das Tweeten an den letzten Tagen des Wahlkampfs komplett seinen Mitarbeitern überlassen. Laut "New York Times" dementierte er das in der Wahlnacht.

Mittwoch, 12.50 Uhr: Gabriel warnt vor Trump

Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten forderte SPD-Chef Sigmar Gabriel einen anderen Umgang mit Populisten wie dem Republikaner. "Trump ist auch eine Warnung an uns", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Trump sei "Vorreiter einer autoritären und chauvinistischen Internationale". Zu diesen Kräften zählt Gabriel auch Russlands Präsident Wladimir Putin, den türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan, die französische Front-National-Chefin Marine Le Pen, die niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders und in Deutschland die AfD.

Den Populisten gehe es um ein Rückfall in alte Zeiten, "in denen Frauen an den Herd oder ins Bett gehörten, Schwule in den Knast und Gewerkschaften höchstens an den Katzentisch", sagte Gabriel.

Mehr zum Thema: So machen Europas Rechte Propaganda mit Trumps Wahlsieg

Mittwoch, 12.40 Uhr: "Refugees welcome"

Den Schock der US-Wahl konnten einige wohl nur noch mit Galgenhumor verdauen: Schon bevor der Sieg des Republikaners Donald Trump am Mittwochmorgen endgültig feststand, begrüßten deutsche Satiriker potenzielle US-Flüchtlinge. "We take care" schrieb Die Partei auf Facebook. "Nach den Briten nehmen wir nun auch die Amis gerne bei uns auf." Betonte dazu aber deutlich: Die Waffen müssten die Amis zuhause lassen.

Die Satiresendung "extra 3" postete weiß auf schwarzem Grund die Worte "Je suis USA" - eine Formulierung, die seit dem Attentat auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" zu Solidaritätsbekundungen nach Terrorangriffen genutzt wird. Das fanden einige Leser allerdings nicht witzig.

Jan Böhmermann beteuerte auf dem Twitter-Account seiner Sendung "Neomagazin Royale", Trumps Sieg sei keiner seiner üblichen Scherze - Hashtag #notrumpfake. "Wir müssen euch enttäuschen. Wir haben damit (leider) nichts zu tun!", schrieb der Satiriker.

HuffPost-Tarif

Europa-Flat, Daten-Flat: Einer der günstigsten Handy-Tarife auf dem Markt

Mit der Spar-Aktion der Huffington Post in Zusammenarbeit mit Chip und Tarifhaus bucht ihr einen Smartphone-Tarif, der preislich kaum zu schlagen ist und eine Vielzahl an Vorteilen bietet.
Mehr Infos findet ihr hier.

Mittwoch, 12.20 Uhr: Diese Staaten haben für den Marihuana-Konsum gestimmt

In Florida, Montana, North Dakota und Arkansas wurde über die medizinischen Nutzung von Marihuana abgestimmt, in Kalifornien, Nevada, Arizona, Massachusetts und Maine durften die Bürger entscheiden, ob der Marihuana-Konsum ab 21 Jahren auch zur Entspannung legalisiert wird.

Der Fokus der vergangenen Nacht lag auf das Duell zwischen Clinton und Trump. Doch in verschiedenen US-Bundesstaaten wurde auch über Gesetze zum Marihuana-Konsum abgestimmt.

In Kalifornien, Nevada und Massachusetts wählten die Bürger pro Marihuana. Dort dürfen alle ab 21 bald Cannabis anbauen, konsumieren und besitzen. Alle Details könnt ihr in unserem Artikel nachlesen.

Hier könnt ihr ältere Einträge aus dem News-Blog lesen

Auch auf HuffPost:

Obama beruhigt: "Egal was passiert, die Sonne wird aufgehen"