Huffpost Germany

So reagieren amerikanische Muslime auf Trumps Wahlsieg

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MUSLIM AMERICAN
Wie reagieren muslimische Amerikaner auf die Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten? | ASSOCIATED PRESS
Drucken
  • Viele amerikanische Muslime fürchten sich vor der bevorstehende Präsidentschaft Trumps
  • In seinem Wahlkampf hat er sich wiederholt herablassend und beleidigend über Minderheiten geäußert

Nachdem nun feststeht, dass Donald Trump der nächste Präsident der USA wird, sorgen sich viele muslimische Amerikaner um ihre Zukunft in dem Land.

Trump äußerte sich in seinem Wahlkampf wiederholt herablassend und beleidigend über Minderheiten, vor allem über Muslime.

Im Dezember vergangenen Jahres schockte er mit seiner Forderung nach einem pauschalen Einreiseverbot für Muslime. Später schwächte Trump seine Forderung zwar ab, forderte aber weiterhin eine "extreme Überprüfung" aller Muslime vor der Einreise.

Mit Forderungen und Äußerungen wie diesen unterstellte er pauschal allen Menschen muslimischen Glaubens, eine Gefahr zu sein.

In sozialen Netzwerken äußern muslimische Bürger der USA nun ihre Ängste vor der bevorstehenden Präsidentschaft Trumps.

Der iranisch-amerikanische Schauspieler Pej Vahdat schreibt: "Ich bin ein muslimischer Amerikaner und bin bis ins Innerste erschrocken. Ich fürchte mich um meine Familie, um mein Land und um meine Freunde. Bitte bitte bleibt in Sicherheit."

Die Userin "H00PINATI" reagiert auf Trumps Sieg in der US-Wahl: "Als eine arabische Muslimin, die in Amerika lebt, habe ich unglaubliche Angst, nicht nur um mein Volk, sondern um alle Minderheiten überall."

"rawan" schreibt: "Ich fürchte mich um meine muslimische Familie. Mein Vater und sein starker Akzent. Mein Bruder und seine braune Haut. Meine Schwester, die ihre Kultur auf ihrem Nacken trägt."

Eine muslimische Frau aus North-Carolina schreibt auf Facebook: "Ich habe wirklich Angst, morgen das Haus zu verlassen. Das ist die Art von Ereignis, das Leute dazu ermutigt und bestärkt, ihren neu bestätigten Hass auszuleben. Es ist beängstigend für mich, zu sehen, wie viele Menschen gegen deine Existenz sind."

Manche Frauen fürchten sich, eineb Hidschab zu tragen

Eine Frau berichtet auf Twitter davon, wie ihre Mutter sie davor warnt, in der Öffentlichkeit einen Hidschab zu tragen.

"harryonmen" schreibt: "Meine Mutter hat mir gerade tatsächlich geschrieben: 'Trage bitte keinen Hidschab' und sie ist die religiöseste Person in unserer Familie."

Andere User bitten muslimische Frauen, zur Sicherheit besser keinen Hidschab zu tragen. Die Userin "stiffening" verweist in diesem Zusammenhang auf einen Anstieg der Hassverbrechen in Großbritannien nach dem Brexit-Votum:

"stiffening" schreibt: Muslimische Freunde, bittet tragt keinen Hidschab in der Öffentlichkeit. Nach dem Brexit sind Hassverbrechen um 40 Prozent in Großbritannien gestiegen. Menschen werden dreister, wenn sie sehen, dass sie befürwortet werden."

Einige User sprechen sich Mut zu

Khaled A Beydoun, ein amerikanischer Jura-Professor, der unter anderem über Islamophobie forscht, äußert sich hingegen optimistischer:

Auf Twitter schreibt er: "Muslimische Amerikaner, wir haben die Nachwirkungen von "9/11" überlebt, wir überleben auch die Nachwirkungen von "11/9". Organisiert euch, schließt Vereinigungen und haltet eure Köpfe oben."

Die Twitter-Nutzerin "halfmoonelham" betont ebenfalls, trotz einer Trump-Präsidentschaft, weiterhin stolz auf ihre Herkunft zu sein:

Sie schrieb: "Ich bin so stolz, eine schwarze amerikanische muslimische Frau zu sein. Donald Trump wird mich niemals dazu bringen, etwas an mir zu hassen. Niemals."

Wie der Sender Al Jazeera berichtet, sehen aber nicht alle amerikanische Muslime das Ergebnis der US-Wahl negativ.

Die Gründerin einer muslimischen Vereinigung freut sich auf Trump

Aba Ahmed, Leiterin der "Republican Muslim Coalition" habe demnach gegenüber Al Jazeera gesagt: "Die 'Republican Muslim Coalition' freut sich darauf, mit Präsident Trump zusammen zu arbeiten."

Die Gründerin der muslimischen Vereinigung in der republikanischen Partei erklärte gegenüber dem Politikwissenschaftler und Blogger Kai-Uwe Hülss, dass die republikanische Partei die beste Wahl für amerikanische Muslime sei, "da sie konservative islamische Werte vertritt."

In Bezug auf Trumps Äußerungen zu einem Einreiseverbot von Muslimen sagte Ahmed demnach: "Trump selbst hat seine Tonart abgemildert und realisiert, dass er verfassungswidrig handelte und sich für illegale Gesetzesvorschläge einsetzte."

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken zeigen allerdings, dass sehr viele amerikanische Muslime das nicht so sehen. Viele Amerikaner, die ethnischen oder religiösen Minderheiten angehören, sind aufgrund der bevorstehenden Präsidentschaft Trumps äußerst besorgt.

Auch auf HuffPost:

Obama beruhigt: "Egal was passiert, die Sonne wird aufgehen"

HuffPost-Tarif

Europa-Flat, Daten-Flat: Einer der günstigsten Handy-Tarife auf dem Markt

Mit der Spar-Aktion der Huffington Post in Zusammenarbeit mit Chip und Tarifhaus bucht ihr einen Smartphone-Tarif, der preislich kaum zu schlagen ist und eine Vielzahl an Vorteilen bietet.
Mehr Infos findet ihr hier.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg