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Von Storch, Le Pen & Strache: So machen Europas Rechte Propaganda mit Trumps Wahlsieg

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VON STORCH
Beatrix von Storch | Thomas Lohnes via Getty Images
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"Herzlichen Glückwunsch Mr. Trump. Ein historischer Wahlerfolg!" Das twitterte Beatrix von Storch, die stellvertretende Bundessprecherin der AfD, unmittelbar nach der Bekanntgabe des Sieges des republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

Der Sieg von Donald Trump sei ein Signal dafür, "dass die Bürger in der westlichen Welt einen klaren Politikwechsel wollen", schreibt von Storch. Das Wahlergebnis sei nur für das Establishment eine Überraschung, "für mich war das zu erwarten".

Wie in den USA würden sich auch in Deutschland die Bürger "sichere Grenzen" und "weniger Globalismus" wünschen. Dennoch hält von Storch auch Distanz: "Vieles von dem, was Trump im Wahlkampf gesagt hat, ist kritisch zu sehen." Allerdings werde "nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird."

Weit pathetischer gibt sich von Storchs Parteikollege Marcus Pretzell. Der NRW-Landesvorsitzende der AfD führt Goethe an: "Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen."

Noch bevor das amtliche Ergebnis überhaupt feststand, gratulierte Jean-Marie Le Pen schon Trump "und dem amerikanischen Volk". Die Vorsitzende der rechtsextremen Front National beendete ihren Tweet mit "frei!"

Auch Nigel Farage sah das Ergebnis bereits im Voraus kommen: "Sieht aus, als wird 2016 das Jahr von zwei politischen Revolutionen." Ein Sieg Trumps wäre größer als der Brexit, schreibt der Vorsitzende der britischen EU-skeptischen und rechtspopulistischen UK Independence Party auf Facebook.

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, Vorsitzender der Partij voor de Vrijheid, reihte sich ebenfalls in die Reihe der Gratulanten ein. "Dein Sieg ist historisch für uns alle!", dankte Wilders Trump.

Als Letzter reagierte der österreichische FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache auf das Wahlergebnis - dafür umso deutlicher. "Die politische Linke und das abgehobene sowie verfilzte Establishment wird Zug um Zug vom Wähler abgestraft und aus diversen Entscheidungsfunktionen heraus gewählt." Das sei gut so, "denn das Recht geht vom Volk aus", schreibt Strache auf seiner Facebookseite.

Auch hätten sich abermals "diverse österreichische Mainstreammedien und Journalisten" vor den Wählern "blamiert". Denn die Presse hätte seit Wochen Stimmung gegen Trump gemacht haben und Clinton bereits im Vorfeld zur Siegerin erklärt.

(ca)