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Das sind die Gründe für Trumps Wahl-Erfolg

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DONALD TRUMP
Die USA hat Donald Trump zu ihrem nächsten Präsidenten gewählt. | Mike Segar / Reuters
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  • Die USA haben Donald Trump zu ihrem Präsidenten gewählt
  • Wie konnte es dazu kommen?

Im Rückblick wird klar und deutlich, wo und wie Donals Trumps Siegeszug begann.

Es war in Washington im Jahr 2011. Bei einer Versammlung der Konservativen, die als Bühne für führende Politiker rechts der Mitte gilt, hat Trump (ohne Beweise, aber mit einem kaum versteckten, spöttischen Grinsen) behauptet, dass US-Präsident Barack Obama kein amerikanischer Staatsbürger wäre und deswegen nicht Präsident sein sollte.

Aus diesem kleinen, zynischen Samen hat Trump eine massive "Bewegung" von kulturell traditionellen Wählern geformt, die meisten von ihnen weiß. Und am Wahltag riefen sie alle "Nein!" zum wachsenden multikulturellen, multiethnischen und internationalen Amerika.

Mehr zum Thema: Diese Fakten über Trumps politische Pläne sollte jeder kennen

Es wird ein neues Amerika entstehen, allein schon wegen der demographischen und technischen Entwicklung.

Doch Trump hat die Wahl gewonnen, indem er seinen Unterstützern versprach, er würde diesen Wandel aufhalten – ihn rückgängig machen.

Er ist als ein Vertreter des Wandels angetreten, der verspricht, die Vergangenheit wiederherzustellen. Er hat gewonnen, weil er ein radikaler und reaktionärer Populist ist. Solche Menschen gibt es in den Vereinigten Staaten. Doch von ihnen hat bislang keiner versucht, Präsident zu werden.

Doch es gibt weitere entscheidende Faktoren für den Sieg Donald Trumps:

Hillary Clintons Schwäche

Clinton verkörpert ein politisches Establishment, das die meisten Wähler – nicht nur Trump-Unterstützer – in den vergangenen Jahren hassen gelernt haben.

Dritte Amtsperioden sind sehr unwahrscheinlich

Das bestätigt der US-Politikwissenschaftler Alan Lichtman nach einer historischen Analyse aller US-Wahlen. Eins der 13 Kriterien, die seiner Ansicht nach über einen Wahlsieg entscheiden ist, ob seine Partei zum dritten Mal ins Weiße Haus einziehen würde.

Das ist in der amerikanischen Geschichte bislang nur zwei Mal gelungen. Clinton und die Demokraten gehören diesmal nicht dazu.

Trumps grenzüberschreitende Kampagne

Gerissen wie ein Vertriebler und mit einem ordentlichen Mangel an Skrupeln hat Trump jedes heiß umstrittene Vorurteil in Amerika und der Welt bedient: Rasse, Ethnie, Religion, die Unantastbarkeit der Nato.

Die unglaublichen Vorurteile vermitteln nicht nur Trumps grundsätzliche Meinung. Ihre Ungeheuerlichkeit – weit entfernt von politischer Korrektheit – hat seine Wähler überzeugt, dass Trump es ernst meint.

Nun werden wir sehen, wie ernst es ihm wirklich ist.

Angst im Land des weißen Provinzlers

Amerika spaltet sich in zwei verschiedene Länder, getrennt nicht nur durch Kultur und Politik, auch durch die geographische Lage.

Die Bundesstaaten an den Küsten, die vom globalen Handel und dem weltweiten Austausch von Ideen profitieren, in denen sich gleichzeitig die besten Universitäten des Landes befinden, stimmen meist für die Demokraten.

Der Rest des Landes, meist der innere Teil, wählt die Repubikaner.

Trumps legitime Fragen zu Amerikas Rolle in de Weltpolitik

Handelsabkommen waren bisher kein reiner Segen. Und die Zahl der Immigranten, die in die USA kommen, ist so hoch wie zuletzt vor 100 Jahren. Das stellt die amerikanische Kultur und die Regierung for enorme Herausforderungen. Auf diese Themen ist Trump daher besonders eingestiegen - mit Erfolg.

Trump war ein Präsidentschaftskandidat, der sich gegen die „dummen Kriege“ stellte – und ja, die Kriege waren wirklich dumm.

Putin, der Troll

Die US-Behörden sind sich sicher, dass Verbündete des russischen Staatsoberhauptes Clintons Kampagne gehackt haben. Der Strom der veröffentlichten E-Mails der vergangenen Wochen, die Clintons Arbeitsabläufe preisgaben, waren verheerend und ein beispielloser Eingriff.

James Comey

Indem der FBI-Direktor verkünden ließ, dass er den Laptop von Clintons Vertrauter Huma Abedins durchsuchen würde, rückte er nicht nur Clintons Mitarbeiterin ins Zentrum der Aufmerksamkeit, sondern ebenfalls den von ihr getrennt lebenden Ehemann, den sexsüchtigen Anthony Weiner. Auf den letzten Metern wurde er zum Symbol der Clinton-Welt.

Mainstream-Medien

Indem Trump schon früh als aufsehenerregender Quotensieger behandelt wurde, räumten ihm die Medienunternehmen genügend Bildfläche ein und bestärkten ihn so in seinem Auftreten.

Dann stellten sich die Medien gegen ihn – was Trump nun ermöglichte, gegen die "elitären" Mächte der Nachrichtenagenturen anzugehen, die ihn groß gemacht haben.

"Authentizität"

Trumps lügt und übertreibt - das ist hinlänglich bekannt. Dennoch hat seine Umbekümmertheit dazu geführt, dass er als der "ehrlichere" Kandidat wahrgenommen wurde.

Vielleicht konnte es nur in Verbindung mit Clinton als Konkurrentin dazu kommen.

Die veröffentlichten E-Mails der Clinton-Kampagne zeigten, dass sie als Präsidentschaftskandidatin quasi gesetzt war.

Clintons Fokus auf Trump, nicht die Politik

Grundsätzlich hat sich die risikomeidende Clinton-Kampagne eher darauf konzentriert, Trump persönlich runterzumachen, anstatt neue Ideen für Wirtschaft und Politik zu präsentieren.

Die Idee war es, Trump als inakzeptabel und illegitimen Kandidaten für das Amt des Präsidenten darzustellen. Aber man kann den Menschen nicht weismachen, dass sie nicht einmal darüber nachdenken sollten, jemanden zu wählen.

Wenn Amerikaner ein Schild sehen, auf dem steht: "Vorsicht, frisch gestrichen!", werden sie mit Sicherheit die nasse Wand daneben anfassen.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Agatha Kremplewski aus dem Englischen übersetzt.

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