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Ein Trump-Sieg könnte jeden Deutschen 35.000 Euro kosten (US-Wahl-Blog)

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  • Traditionell wird zuerst im Dörfchen Dixville Notch gewählt - wie dort die Wahl ausging, erfahrt ihr im obigen Video

Heute wird der 45. US-Präsident gewählt - oder wird es die erste Präsidentin?

Die Stimmabgabe begann bereits um 6 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Dixville Notch im Bundesstaat New Hampshire, ganz im Osten des Landes. Die ersten Prognosen werden um 0 Uhr (MEZ) erwartet. Um 6 Uhr (MEZ) am Mittwochmorgen werden die Wahllokale in Alaska schließen - damit ist die 58. US-Präsidentschaftswahl beendet.

Umfragen von Montag zeigten Clinton landesweit vorne. Entscheidend ist am Ende aber nicht die absolute Stimmenzahl, sondern die Zahl der Wahlmänner. Die Mehrheit liegt bei 270. Clinton habe 203 sicher, Trump 164. Und 171 seien noch nicht zuzuordnen, errechnete RealClearPolitics.

Die aktuellen Entwicklungen zu den US-Wahlen könnt ihr im HuffPost-News-Blog nachlesen:

17:55 Uhr: Buh-Rufe für Trump

Nach seiner Ankunft am Wahllokal in Manhattan wird Donald Trump von Buh-Rufen aus der Menge empfangen.

17:42 Uhr: Wahl-Duell auf Twitter

Zumindest beim Kurznachrichtendienst Twitter liegen Clinton und Trump gleich auf, wie Socialbakers ermittelte. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Analyse von Daten aus sozialen Netzwerken. Beide Kontrahenten posteten gleich viele Nachrichten auf Twitter - daran änderte auch das kurz vor der Wahl eingesetzte Twitter-Verbot für den Trump wenig.

17:24 Uhr: Feministinnen protestieren "oben ohne" in Trumps Wahllokal

Zwei junge Frauen haben barbusig im Wahllokal von Donald Trump gegen seine frauenverachtenden Äußerungen protestiert. Die Aktivistinnen der internationalen Frauenrechtsbewegung "Femen" rissen sich vor Dutzenden Augenzeugen ihre Oberteile vom Leib und stellten mit schwarzer Farbe gepinselte Slogans zur Schau, wie die"New York Daily News" berichtet. "Kein Hass bei meiner Wahl" stand auf dem Oberkörper einer Aktivistin. Beide Frauen forderten den 70-jährigen Immobilienmilliardär im Sprechchor dazu auf, sich doch selbst in den Schritt zu greifen, statt ihre Brüste zu begrapschen.

Hintergrund sind vulgäre Äußerungen Trumps aus dem Jahr 2005, die vor vier Wochen in einem Video enthüllt wurden. Darin sagt Trump, als Star könne er sich bei Frauen alles erlauben und sie selbst zwischen den Beinen begrapschen.

Polizisten nahmen die Demonstrantinnen fest und führten sie - bekleidet - aus dem Wahllokal. Jedoch bekam Trump von alldem nichts mit: Er kam erst Stunden später zum Wählen in der Schule im Geschäfts- und Bürozentrum von Manhattan.

16:52 Uhr: Trumps Wahlsieg könnte jeden Deutschen 35.000 Euro kosten

Für den Fall, dass der neue US-Präsident Donald Trump heißt, wäre das für die Weltwirtschaft verheerend. Insbesondere würde Deutschland darunter leiden. Wie die "Welt" vorrechnet, würde jeder Bundesbürger exakt 34.662 Euro und 50 Cent verlieren, sollte Trump seine Herausforderin Clinton schlagen.

Einschränkung: Trump müsste sein komplettes, teils haarsträubendes Programm durchziehen und auch wiedergewählt werden.

Da die Weltwirtschaft nach wie vor unter den Folgen der Finanzkrise von 2008 leidet, würde sich die Lage unter einem unberechenbaren US-Präsidenten Trump weiter verschlechtern. Die Folge: abstürzende Finanzmärkte, ein langsameres globales Wachstum der Wirtschaft und mögliche Handelskonflikte.

16:35 Uhr: Trumps hat seine Popularität den Medien zu verdanken

Das Rennen zwischen Hillary Clinton und Donald Trump wird als die wohl größte Schlammschlacht in die Geschichte westlicher Demokratien eingehen. Und noch ist kaum absehbar, welche Folgen diese Auseinandersetzung für das politische System in Amerika haben wird.

Ein Verlierer steht jedoch bereits jetzt schon fest – es ist jener Teil der Medien, der sich viel zu lange einer Auseinandersetzung um die tatsächlichen Ursachen des Erfolgs von Donald Trump gedrückt hat. Hier geht's zum ganzen Artikel.

16:19 Uhr: Letzte Gelegenheit für Muslime in die USA zu reisen

Eine jordanische Airline wirbt mit einem besonderes Angebot: "Für den Fall, dass er [Trump] gewinnt... Reise in die USA solange es dir noch erlaubt ist!" Damit spielt die Fluglinie auf die rassistischen Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump an, die sich neben Mexikanern insbesondere auch über Muslime abfällig äußerte.

16:01 Uhr: Erstmals seit über 70 Jahren begehen beide Präsidentschaftskandidaten den Wahlabend in New York

Egal ob Trump oder Clinton - der Sieger oder die Siegerin wird in New York feiern. Erstmals seit 1944, als Franklin D. Roosevelt Thomas Dewey schlug, werden beide Präsidentschaftskandidaten ihren Wahlabend - und die anschließende Nacht - in Manhattan verbringen. Zumindest geografisch gesehen, sind die beiden somit ziemlich nah beieinander. Auch deshalb erwartet die US-Technikwebsite "Wired" für Mittwoch ein Verkehrschaos in der Millionenmetropole.

15:45 Uhr: Ukip-Chef würde gern EU-Botschafter unter Trump werden

Der Chef der EU-kritischen Ukip-Partei, Nigel Farage, würde gern einen Posten in der Regierung von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump übernehmen, sollte dieser die Wahl gewinnen. "Würde er mir einen Job anbieten, wäre ich ziemlich gern sein EU-Botschafter", sagte Farage dem britischen Fernsehsender ITV am Dienstag. Der Ukip-Chef hatte Trump schon während dessen Wahlkampagne unterstützt und eine Rede bei einer der zahlreichen Kundgebungen gehalten.

Die Präsidentenwahl in den USA verglich Farage mit dem Brexit-Votum in Großbritannien. Die entscheidende Frage sei ziemlich einfach: "Möchtest du eine Veränderung, oder möchtest du, dass alles so bleibt wie es ist?", sagte der Politiker.

15:36 Uhr: Falschmeldung über toten FBI-Agenten

Bereits seit dem 5. November kursiert die Nachricht, dass ein mit der Clintons E-Mail-Affäre betrauter FBI-Agent erst seine Frau tötete und dann die Waffe gegen sich selbst richtete. Insbesondere Clinton-Gegner teilte die Geschichte - die allerdings frei erfunden ist.

15:10 Uhr: Obama zeigte Einsatz

obama clinton
Am amtierenden Präsidenten Barack Obama dürfte es nicht gelegen haben, sollte Hillary Clinton das Rennen um die Präsidentschaft verlieren. Wie Mark Knoller von CBS News ausrechnete, begleitete Obama seine demokratische Kollegin bei insgesamt 17 Wahlkampfauftritten. Zuletzt am Montag, wie das obige Foto zeigt.

14:59 Uhr: Clinton und Trump haben gewählt

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin gab ihre Stimme in Chappaqua, im Bundesstaat New York, ab. Trump wählte in Manhattan.

14:30 Uhr: Trump Junior: "Natürlich wird mein Vater eine deutliche Niederlage in der Wahl anerkennen"

Für den Fall, dass das Wahlergebnis eine deutliche Niederlage gegen Hillary Clinton zeige, würde Donald Trump die Wahl anerkennen. Das sagte sein Sohn am Dienstag im Morgenprogramm des TV-Senders MSNBC. "Wenn er gewinnt und es ist legitim und frei und es gibt auch keine dubiosen Dinge, dann würde er die Wahl fraglos anerkennen", sagte Donald Trump Junior.

Während der letzten Präsidentschaftsdebatte hatte Trump Senior noch angekündigt, gegebenenfalls das Wahlergebnis nicht anzuerkennen.

13:55 Uhr: Trump ist nicht mehr absolut siegessicher

Während eines Telefon-Interviews mit dem TV-Sender FOX sagte Donald Trump zwar, dass er "in einer Menge Bundesstaaten" gewinnen werde. In einem seltenen Moment der Verunsicherung fragte er jedoch: "Wer weiß schon, was letztendlich passiert?"

Im Falle eines Wahlsieges seiner Konkurrentin Hillary Clinton würde sich Trump zudem säuerlich zeigen: "Wenn ich nicht gewinne, werde ich es [das Rennen um die Präsidentschaft] als eine enorme Zeit-, Energie- und Geldverschwendung betrachten."

Trump behauptet, dass er über 100 Millionen US-Dollar des Wahlkampfes aus der eigenen Tasche bezahlt habe. Berichte der Wahlkommission zeigen jedoch, dass er bisher nur etwa 66 Millionen investiert hat.

13:22 Uhr: Dieses 3000 Jahre alte Zitat bringt die US-Wahl auf den Punkt

Texte griechischer Philosophen werden gerne zitiert. Texte, die viele tausend Jahre auf dem Buckel haben. Auch dieser Tage kramten mehrere Medien in den Schriften Platons und holten seine alte Zitate hervor. Diese könnten aktueller nicht sein, wie unser Artikel zeigt.

12:42 Uhr: Möglicher Neustart der USA-Russland-Beziehungen nach der Wahl

"Wir werden bereit sein, uns für die Entwicklung und Wiederherstellung der Beziehungen so weit zu bewegen, wie es unsere amerikanischen Partner bereit sein werden", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau. Präsident Wladimir Putin habe mehrfach bekräftigt, dass er am Kontakt zu Washington interessiert sei. Einen Kommentar Putins zur US-Wahl werde es allerdings erst nach Bekanntgabe der Ergebnisse geben.

Zugleich kritisierte das russische Außenministerium Vorfälle in den USA. So sei russischen Diplomaten in Houston die Beobachtung in Wahlbüros verwehrt worden. Das Außenministerium übergab der US-Botschaft in Moskau eine Protestnote und kündigte an, US-Diplomaten bei kommenden Wahlen in Russland ebenfalls den Zugang zu verweigern.

12:30 Uhr: Seid dabei: Wir senden ab 22 Uhr live aus Berlin zur Wahl

HuffPost-Herausgeber Cherno Jobatey wird mit Experten aus Deutschland und internationalen Gästen über die Wahl diskutieren. Soviel wird schon verraten: Zu uns kommen unter anderem die Politiker Christian Lindner und Dorothee Bär sowie der US-Botschafter John B. Emerson.

12:12 Uhr: The United States of Women vs. The United States of Men

Würden Frauen bei den US-Präsidentschaftswahlen ausgeschlossen, hieße das neue Staatsoberhaupt Donald Trump.

11:48 Uhr: Stevie Wonder: "Für Trump zu stimmen, ist wie mich zu fragen, ob ich fahren soll"

Der blinde Soul- und Pop-Sänger Stevie Wonder gab dieses Statement bereits am Freitag nach einem "Get Out The Vote"-Konzert zur Unterstützung Hillary Clintons. "Wenn du in einer Notfallsituation bist und sofort ins Krankenhaus musst, würdest du mich fragen, das Auto zu fahren?", wollte Wonder von einem Journalisten wissen. Dieser verneinte, woraufhin der Sänger ergänzte: "Weil ich kein erfahrener Fahrer bin, richtig?"

Der 66-Jährige glaubt, dass allein Clintons Erfahrungen sie zu einer besseren Kandidatin machen würde.

11:25 Uhr: Madonna als Wahlkampfhelferin Clintons

Popstar Madonna forderte ihre Fans auf, für Hillary Clinton (kurz H.R.C.) zu wählen. Mit einem Konzert am Montagabend im New Yorker Washington Square Park unterstützte die Sängerin die demokratische Präsidentschaftskandidatin.

11:01 Uhr: Polnische Zeitung: Trumps Zorn wird nicht einfach verschwinden

Interessanter Kommentar der renommierten polnischen Zeitung "Gazeta Wyborcza“: "Ein Sieg Trumps wird Amerikas Position in der Welt nicht nur schwächen und der Welt damit schaden, sondern für viele Amerikaner auch eine große Schande sein", schreibt das Blatt.

"Sie könnten sich von der Politik abwenden. Bei einem Sieg Clintons wird ein Großteil der Welt aufatmen. Doch einige Amerikaner könnten es als Signal für einen Aufstand verstehen. Politische Kommentatoren warnen sogar vor Unruhen. Der Zorn, den Trump anstachelt, wird nicht einfach verschwinden.“

10:03 Uhr: Steht Clinton bereits als Wahlsiegerin fest?

Rechte Blogs und Facebook-Nutzer posteten am Montag das Titelbild des Nachrichtenmagazins "Newsweek". Darauf wurde bereits Hillary Clinton als Siegerin der Wahl erklärt. Der TV-Sender CNN hält allen Verschwörungstheoretikern entgegen: Es wurde auch ein Cover mit einem Wahlsieger Trump vorproduziert, ein in der Medienbranche üblicher Vorgang. Damit ist Clintons Titelbild alles andere als ein Beweis für manipulierte Wahlen, wie CNN treffend feststellt.

09:49 Uhr: Die Qual der Wahl

Wie bereits der "Jyllands-Posten" schrieb, werden heute viele US-Amerikaner eher das kleinere Übel wählen (siehe News-Blog-Beitrag von 8:55). Einige Wähler nehmen daher die gegebenen Wahlmöglichkeiten mit Humor. Angelehnt an die Comic-Serie "The Simpsons" stehen hier die beiden Alien-Charaktere Kang und Kodos zur Wahl. Doch egal wie das Votum ausgeht, in jedem Fall wird die Erde - wie im Serienvorbild - zerstört.

08:55 Uhr: Europäische Medien bemitleiden die US-Amerikaner - und hoffen auf einen Sieg Clintons

Die rechtsliberale dänische Tageszeitung "Jyllands-Posten" schreibt: "Von den 165 Millionen Amerikanern, die sich als Präsidenschaftskandidaten hätten aufstellen lassen können, ist es ganz einfach unfassbar, dass wir mit zweien dastehen, auf die die meisten lieber verzichten würden." Weiter heißt es in der Zeitung, dass eine Wahl in jeder Demokratie ein Festtag sein solle, "aber niemand sollte die Amerikaner um die Wahl beneiden, die sie heute treffen müssen."

"Hillary Clinton verdient es schon allein wegen ihrer eigenen Verdienste, heute zur neuen Präsidentin der USA gewählt zu werden", findet die spanische Zeitung "El País" am Dienstag. "Hillary Clinton hat in ihrer politischen Karriere Jahrzehnten voller Kämpfe gegen Verschwörungen, Konspirationen und alle mögliche Kritik ihre hartnäckige, aufopfernde und effiziente Arbeit entgegengesetzt. Die Wähler in Amerika wissen das - jetzt müssen sie es nur noch an den Urnen bestätigen", so "El País".

08:03 Uhr: "Times": Trump-Sieg wäre kein Weltuntergang

Die renommierte Londoner "Times" spielt am Dienstagmorgen die Folgen eines möglichen Trump-Wahlsieges herunter. Das Blatt kommentiert: "Sollte Donald Trump gewinnen, wird der Himmel nicht einstürzen."

Na dann...

So sieht übrigens die Titelseite der "Times" heute aus:

Mehr zum Thema: 5 Gründe, warum Donald Trump die Wahl gewinnen wird

07:56 Uhr: Clinton holt ersten Sieg in Mini-Ort

Die erste Entscheidung der US-Präsidentenwahl ist gefallen: Die Demokratin Hillary Clinton hat die Abstimmung in Dixville Notch mit vier zu zwei Stimmen gegen ihren republikanischen Herausforderer Donald Trump gewonnen.

In dem Örtchen im Bundesstaat New Hampshire öffnet seit 1960 das Wahllokal bereits um Mitternacht am Wahltag. In dem Skiort nahe der kanadischen Grenze gibt es nur acht Wahlberechtigte, so dass gleich nach der Stimmabgabe ausgezählt wird.

00:59 Uhr: Obama: "Trumps Benehmen in den USA nicht akzeptabel"

US-Präsident Barack Obama hat auf seinem vorletzten Wahlkampfauftritt für Hillary Clinton das Benehmen von deren Rivalen Donald Trump kritisiert. Trumps Verhalten möge in anderen Ländern akzeptabel sein - aber nicht in den Vereinigten Staaten, erklärte Obama am Montagabend auf einer Kundgebung in Durham im Staat New Hampshire.

In spöttischem Ton verwies er dazu auf Drohungen Trumps, er werde Clinton im Falle eines Wahlsiegs ins Gefängnis werfen lassen. "Vielleicht denkt Putin, dass das okay ist. Ich glaube das nicht" sagte Obama. Damit spielte er auf Vorwürfe der Demokraten an, Trump verfolge einen Kuschelkurs mit dem russischen Präsidenten. Clinton "weiß tatsächlich, was in der Welt vor sich geht", sagte Obama weiter.

00:45 Uhr: Clinton will mit Trump telefonieren

Hillary Clinton will Donald Trump im Falle ihres Wahlsieges anrufen. In einem Radiointerview mit Ryan Seacrest sagte sie, dass sie hofft, dass Trump eine "konstruktive Rolle" dabei spielen werde, das Land wieder zusammenzubringen. Clinton sagte, sie wolle bei einem Sieg einen "nationale Konversation" mit den Anhängern Trumps führen.

Weitere Nachrichten vom US-Wahlkampf findet ihr hier.

Mit Material von dpa und AP

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