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US-Wahl: Hillary oder Trump - so wird der neue US-Präsident gewählt

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TRUMP CLINTON
Hillary Clinton oder Donald Trump - die US-Bürger haben die Präsidenten-Wahl. Wie diese funktioniert, erklärt die HuffPost | Mike Blake / Reuters
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  • Hillary Clinton tritt gegen Donald Trump an
  • Wir erklären alles, was ihr zum Thema US-Präsidentschaftswahl wissen müsst

Die US-Bürger wählen am Dienstag einen neuen Präsidenten. Dann nimmt der wahrscheinlich schmutzigste Wahlkampf der letzten Jahrzehnte ein Ende und es entscheidet sich: Medien-Unternehmer Donald Trump oder die einstige First Lady Hillary Clinton: Wer wird das neue Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten?

Eine Frage, die viele interessiert. Gleichzeitig kommt vielleicht auch noch eine weitere Frage auf: Wie wird in den USA eigentlich gewählt? Die Huffington Post gibt euch einen Überblick - zu Wahlzeiten, "Swing State" und mehr.

Wann wird in den USA gewählt?

Anders als es vielleicht immer klingen mag, wird am 8. November streng genommen nicht der US-Präsident gewählt, sondern das sogenannte "Electoral College". Das bedeutet, die US-Bürger wählen ihre präferierte Partei in ihrem jeweiligen Bundesstaat.

Die Gewinnerpartei erhält die Wahlmänner des Bundesstaates. 41 Tage später kommen jene Wahlmänner wiederum zusammen, um dann den Präsidenten zu wählen.

Aber: Je nach Verteilung der Wahlmännerstimmen lässt sich allerdings schon am großen Wahltag abschätzen, wer die Wahl gewinnt. Am 20. Januar 2017 wird der oder die neue Präsident/in offiziell vereidigt und ins Amt eingeführt.

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Wie funktioniert die frühzeitige Stimmabgabe in den USA?

In 34 Bundesstaaten sowie der Hauptstadt Washington konnten wahlberechtigte US-Bürger schon vor der Wahl an diesem Dienstag ihre Stimme abgeben. Und mindestens 41 Millionen Menschen haben das getan - eine rekordverdächtige Zahl.

Allein in Florida, einem der wahlentscheidenden Staaten, wählten bis Montag bereits 6,4 Millionen Menschen. Vor vier Jahren waren es rund 5,9 Millionen.

Beim "Early Voting" müssen die Wähler entweder persönlich in einem Wahllokal erscheinen oder per Briefwahl oder per E-Mail abstimmen.

Die Bedingungen sowie der Zeitrahmen für die "Early Votings" unterscheiden sich je nach Bundesstaat. So verlangen etwa einige Staaten eine Begründung, warum Wähler nicht am Wahltag erscheinen können. Sieben Bundesstaaten bieten keine frühzeitige Stimmabgabe an, darunter Alabama, Connecticut und Pennsylvania.

Die Stimmen der "Early Votings" werden erst nach Wahlende ausgezählt.

Wie funktioniert das Wahlsystem?

Die Präsidentschaftswahl ist also eine indirekte Wahl, bei der die Stimme nicht direkt für den Kandidaten abgegeben wird. Die Bürger geben in ihrem Bundesstaat ihre Stimme für eine Partei ab.

Die Partei, welche die Mehrheit der Stimmen in einem Staat erhält, bekommt auch die Wahlmänner zugesprochen. Dieses Prinzip nennt sich "The Winner Takes It All" (zu deutsch: Der Gewinner bekommt alles).

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Wie viele Wahlmänner erhält ein Bundesstaat?

Wie viele Wahlmännerstimmen ein Bundesstaat erhält, richtet sich nach der Einwohnerzahl. Kalifornien hat zum Beispiel 55 Sitze zu vergeben, bevölkerungsarme Staaten, wie Montana oder Wyoming erhalten nur drei. Zusammen gibt es 535 Wahlmänner, welche dann das Parlament bilden.

Die Wahlmänner stimmen dann über den Präsidenten ab. Um zu gewinnen, benötigt ein Kandidat 270 der 535 Wahlmännerstimmen.

Was sind "Swing States"?

Es wird oft unterschieden zwischen Staaten, deren Wahl als relativ sicher gilt, und so genannten "Swing States". Kalifornien beispielsweise ist seit Jahren demokratisch geprägt, während Texas traditionell an die Republikaner geht.

Bei den "Swing States" jedoch ist keine eindeutige Neigung zu einer der beiden Parteien erkennbar. Ihr Wahlausgang kann die gesamte Wahl noch grundlegend verändern. So gilt zum Beispiel der Bundesstaat Florida, der 29 Wahlmänner stellt, oft als "Swing State".

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In rot sind die vorwiegend republikanischen Staaten zu sehen, die demokratischen in blau.

Wer darf wählen?

In den USA ist grundsätzlich jeder Staatsbürger über 18 Jahre wahlberechtigt, das sind etwa 200 Millionen Menschen. Um für die Wahl zugelassen zu werden, muss man allerdings als Bürger in einem Staat registriert sein und einen amtlichen Ausweis besitzen.

Viele US-Bürger besitzen allerdings keinen Ausweis oder sind an ihrem Wohnort nicht registriert. Daher ist die Wahlbeteiligung in den USA in der Regel signifikant niedriger als beispielsweise in Deutschland. Sie liegt im Durchschnitt zwischen 48 und 60 Prozent.

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Wie können die Bürger in den USA wählen?

In einigen Staaten kann in so genannten "early votings" auch schon einige Wochen vor der Wahl die Stimme abgegeben werden. Je nach Staat kann dies persönlich oder per Briefwahl erfolgen.

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Am 8. November treten die US-Bürger an die Wahlurnen - in einigen Staaten kann auch schon früher gewählt werden.

Den Wahltag eröffnet traditionell das Dorf Dixville Notch in New Hampshire an der Ostküste des Landes. Dort öffnen die Wahllokale bereits um 0 Uhr Ortszeit.

Auf Grund der Zeitverschiebung wählen die Westküstenstaaten wesentlich später als die Ostküste. Dies führt auch dazu, dass die Auszählung der Stimmen entsprechend lange dauert. Oftmals ist die Wahl allerdings schon so gut wie entschieden, bevor überhaupt alle Stimmen ausgezählt sind.

Wer steht zur Wahl?

Die beiden Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump sind durch ihren intensiven Wahlkampf seit Wochen in aller Munde. Aber wer sind eigentlich die Parteien, zu denen sie gehören? Und wofür stehen diese?

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  • Die demokratische Partei

Hillary Clinton ist die Kandidatin der demokratischen Partei. Auch Barack Obama ist Mitglied der Partei. Im parteilichen Spektrum sind die Demokraten eher links angesiedelt und gelten als liberal eingestellt.

Die Partei legt ihren Fokus unter anderem verstärkt auf soziale Themen. Dazu gehört ein breiterer Zugang zu akademischer Bildung und eine flächendeckende Sozial- und Krankenversicherung.

Anders als die Republikaner streben die Demokraten einen kontrollierten Fortschritt der Globalisierung und eine gewisse Kontrolle über die Märkte an.

Sie sind besonders in den Küstenregionen und in den dichter besiedelten Räumen im Landesinneren beliebt.

clinton trump
Die beiden Präsidentschaftskandidaten 2016: Hillary Clinton und Donald Trump

  • Die republikanische Partei

Der Kandidat der Republikaner ist in diesem Jahr Donald Trump. Seine Partei vertritt eine eher konservative Haltung. Beispielsweise sprechen sich die Republikaner gegen das Recht auf Abtreibung und die Legalisierung von gleichgeschlechtlichen Ehen aus.

Besonders seit dem Jahr 2001 setzen sich die Republikaner für eine stärkere Sicherung der Landesgrenzen, beispielsweise durch Mauern, und eine starke Präsenz des Militärs ein.

Die republikanische Partei erhält viel Rückhalt in den Südstaaten und bei der eher einfach lebenden Bevölkerung auf dem Land.

(Mit dpa-Material)

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