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Schlag gegen Terror-Netzwerk in Deutschland: Polizei nimmt fünf IS-Verdächtige fest

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POLIZEI
dpa
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  • Den Ermittlern scheint ein wichtiger Schlag gegen den IS-Terror gelungen zu sein
  • Laut Medienberichten nehmen die Behörden mehrere IS-Unterstützer fest
  • Den entscheidenden Tipp soll ein Rückkehrer gegeben haben

Der Bundesanwaltschaft ist offenbar ein Schlag gegen die Islamisten-Szene in Deutschland gelungen.

Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" sind in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am frühen Dienstagmorgen fünf IS-Verdächtige verhaftet worden.

Ihnen werde die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Unter ihnen befinde sich ein 32-jähriger Iraker namens "Abu Walaa", der von den Behörden seit Jahren als zentrale Figur der deutschen Islamisten eingestuft werde.

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Der Iraker und vier weitere Männer seien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am frühen Morgen verhaftet worden. Wie NDR, WDR und "SZ" erfuhren, hatte die Aussage eines IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil daran.

Dem Schlag gegen die Islamisten seien monatelangen Ermittlungen vorausgegangen. Die Männer stehen demnach im Verdacht, Freiwillige für den "Islamischen Staat" rekrutiert zu haben.

De Maizière wertet Nachricht als "wichtigen Erfolg"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wertete die Verhaftungen der mutmaßlichen Unterstützer der islamistischen Terrorszene in Deutschland als "wichtigen Erfolg".

Diese gute Nachricht zeige, dass die Sicherheitsbehörden "aktiv, entschlossen und wachsam sind", sagte er am Dienstag in Berlin.

"Wir wollen nicht, dass Terrorismus in Deutschland stattfindet, und wir wollen nicht, dass Terrorismus aus Deutschland exportiert wird", sagte de Maizière.

Die Terrorbedrohung in Deutschland sei nach wie vor groß. "Die Situation bleibt ernst", sagte der Minister. Auch der militärische Kampf gegen den IS bleibe wichtig.

Verdächtiger soll Muslime für den Dschihad angeworben haben

Die Bundesanwaltschaft habe seit Herbst 2015 gegen den Iraker und mutmaßliche Helfer ermittelt. Sie sollen vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen junge Muslime für den sogenannten "Heiligen Krieg", den Dschihad, angeworben und bei der Ausreise logistisch und finanziell unterstützt haben.

Erst im August sei es zu Durchsuchungen gekommen. Unter den durchsuchten Objekten sei eine Moschee in der Hildesheimer Nordstadt gewesen, die als bundesweit bedeutender Treffpunkt der salafistischen Szene gilt.

Sicherheitsbehörden hätten schon länger beobachtet, dass es im zeitlichen Umfeld zu Islamseminaren des Predigers in der Hildesheimer Moschee zu Ausreisen in Richtung Syrien gekommen war.

Aussagen eines IS-Rückkehrers sollen wesentliche Rolle gespielt haben

Im Ruhrgebiet nahm die Polizei nach den Medien-Angaben zudem zwei weitere Prediger fest, die ebenfalls Teil des salafistischen Netzwerks um den Iraker sein sollen.

Die Männer sollen bei Predigten in Wohnungen für den IS geworben und zur Ausreise in den Dschihad aufgerufen haben. Auch ihnen wird die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt.

Wie NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" weiter erfuhren, hatten die Aussagen eines IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil an den aktuellen Festnahmen.

"Abu Walaa" als "Nummer 1 des IS in Deutschland" bezeichnet

Der 22-Jährige war nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im IS-Gebiet in Syrien in die Türkei geflohen und hat sich nach eigenen Aussagen von der Terrormiliz losgesagt.

Bevor er Ende September nach Deutschland zurückgekehrt sei, habe der Mann NDR, WDR und "SZ" in der Türkei ein Interview gegeben, in dem er den Iraker "Abu Walaa" schwer belastet und als "die Nummer 1 des IS in Deutschland" bezeichnet habe.

Die Beschuldigten hätten - soweit sie sich in der Vergangenheit dazu geäußert hätten - eine Verbindung zum Terrorismus verneint.

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