Huffpost Germany

"Hart aber fair": FDP-Politiker stellt die wichtigste Frage zur Renten-Debatte

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HART ABER FAIR
Johannes Vogel, Generalsekretär der FDP Nordrhein-Westfalen, stellte bei "Hart aber Fair" die wichtigste Frage zur Rentendiskussion | ARD
Drucken

Die Rente ist sicher - das klingt heute wie ein Ammenmärchen aus längst vergangenen Zeiten. Längst bestimmen Themen wie Altersarmut die Diskussion darüber, wie ein Großteil der Deutschen später einmal leben wird.

Generationengerechtigkeit und der soziale Zusammenhalt waren am Montagabend (einen Tag vor dem Rentengipfel der Großen Koalition) das Thema bei Frank Plasbergs ARD-Talk "Hart aber fair". Der Titel der Sendung: "Kampf um die Rente: Wähl mich, ich geb am meisten!"

Mehr zum Thema: 7 Zeichen, dass mit der Rentenpolitik eine ganze Generation betrogen wird

Geladen war neben SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel, DIW-Präsident Marcel Fratzscher, Johannes Vogel (Generalsekretär der FDP Nordrhein-Westfalen) und Ulrich Schneider, dem Hauptgeschäftsführer "Der Paritätische" auch Dorothee Bär (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium.

Bär gilt als Verteidigerin der Mütterrente - da überrascht einer ihrer Vorstöße zur Finanzierung der Sozialkassen wenig: Sie würde sich sehr wünschen, wenn Menschen in Deutschland "mehr als diese 1,5 Kinder bekommen würden". Dann hätte man "diese ganze Diskussion" nämlich erst gar nicht, betonte die CSU-Politikerin, selbst Mutter von drei Kindern.

"Wie sollen die Jüngeren das bezahlen?"

Die Diskussion gab es freilich dennoch - wobei FDP-Mann Vogel die wichtigste Frage innerhalb dieser Debatte stellte: "Wie sollen die Jüngeren das bezahlen?" Gemeint waren die steigenden Rentenbeiträge.

In Richtung Schäfer-Gümbel sagte Vogel: "Die Deutsche Rentenversicherung hat gesagt, dass allein schon ein Element von ihrem Rentenpaket Anfang der Legislaturperiode die Entlastungseffekte der Rente mit 67 zunichte macht. Das heißt: Wenn Sie jetzt noch was draufpacken, dann explodieren die Beiträge".

Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband gab zu bedenken: "Die Rente ist das Herzstück unserer Sozialstaates." Dann warnte er die Politik: "Wenn wir die Menschen weiter so verunsichern, wie wir es im letzten Jahr getan haben, indem wir ihnen erklären 'Die Rente bringt nichts mehr, ihr müsst privat sparen, verlasst euch ja nicht auf die Rente', dan können wir den Laden irgendwann auch mal dicht machen.

Ist die Rente wichtiger als Bildung?

Es sei die Aufgabe der Politik, so Schneider, dieses Herzstück des Sozialstaates so zu stärken, dass die Menschen sich wieder sicher fühlen können.

Kontra gab es anschließend von DIW-Präsident Fratzscher, der provokativ in die Runde fragte, ob Rente denn wichtiger als Bildung sei.

Damit spielte er auf die "Herzstück"-Aussage Schneiders an. "Letztlich geht es um Prioritäten", sagte Fratzscher. "Bildung ist extrem wichtig für junge Menschen, um Chancen zu haben, um Arbeit zu finden, um produktiv zu sein, um letztlich auch für die älteren Menschen sorgen zu können. Hier müsse es eine Abwägung geben, forderte Fratzscher. "Sie können das Geld nicht zweimal ausgeben".

Das von FDP-Mann Vogel angesprochene Thema Generationengerechtigkeit sorgte zumindest für etwas Schwung in der Sendung. Schäfer-Gümbel konterte: "Sie reden über Systemfragen. Ich rede darüber, dass es konkret um Menschen geht, die möglicherweise nach 20 nach 25 Jahren nicht in der Lage sind bis zur Rente zu arbeiten."

Und Schneider machte indes klar, dass es für ihn im Prinzip gar keine Debatte um die Generationengrechtigkeit geben dürfte. "Es gibt reiche junge Menschen und es gibt arme junge Menschen. Es gibt reiche alte Menschen und es gibt arme alte Menschen. Es gibt immer einen Konflikt zwischen arm und reich, nie zwischen alt und jung", befand er.

Auch auf HuffPost:

Dieser Artikel war bei Amazon meistverkauft – wegen Donald Trump

HuffPost-Tarif

Europa-Flat, Daten-Flat: Einer der günstigsten Handy-Tarife auf dem Markt

Mit der Spar-Aktion der Huffington Post in Zusammenarbeit mit Chip und Tarifhaus bucht ihr einen Smartphone-Tarif, der preislich kaum zu schlagen ist und eine Vielzahl an Vorteilen bietet.
Mehr Infos findet ihr hier.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.