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Warum man gar nicht anders kann, als Amerika zu lieben - trotz Donald Trump

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STATUE OF LIBERTY
Japan, Tokyo, Odaiba, Rainbow bridge and Statue of Liberty replica | Jon Arnold via Getty Images
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Liebes Amerika!

In den vergangenen 16 Jahren habe ich jeden einzelnen deiner Wahlkämpfe verfolgt. Ich habe die Nachrichten von den Wahlauszählungen in Florida im Jahr 2000 aufgesogen, war schockiert über die Wiederwahl von George W. Bush, habe 2008 mit Spannung den Aufstieg von Barack Obama verfolgt und war 2012 ein wenig ratlos, wo "Hope" und "Change" geblieben waren.

Aber eines muss ich jetzt mal loswerden: So viel Angst wie in diesem Jahr, Amerika, hatte ich noch nie.

Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass es ein Rassist und Menschenfeind schafft, beinahe die Hälfte aller Wähler für sich zu begeistern. Donald Trump hat die einstmals so großartige Republikanische Partei zertrümmert, das politische Lager Abraham Lincolns und Theodore Roosevelts. Mehr noch: Er hat das gesamte politische System aufgebohrt.

So weit ich mich erinnern kann, war amerikanischer Patriotismus immer mit dem Bewusstsein verbunden, das Beste für den Menschen zu wollen. Auch wenn das in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger nicht mit der Realität in Deckung zu bringen war. Aber all das Fähnchenschwenken, was hier in Deutschland so oft belächelt wird, hatte genau damit zu tun: mit dem Bekenntnis zur Freiheit des Menschen.

Die Trump-Bewegung wird nicht verschwinden

Was Donald Trump in den vergangenen 16 Monaten getan hat, war eine Vergewaltigung all dieser Vorstellungen. Wenn er "Amerika wieder groß machen" will, dann meint er genau das Gegenteil von dem, was Amerika einst ausgemacht hat.

Dieser Wahlkampf wird Spuren hinterlassen. Ob der Republikaner gewinnt oder nicht: Die Trump-Bewegung wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Und womöglich brauchst du, Amerika, eines Tages eine Art Neuauflage des "New Deals", um die einzelnen Teile Deiner gespaltenen Gesellschaft wieder näher zusammenzubringen.

Denken wir an Bernie Sanders!

Andererseits sind da deine Bürger, Amerika. Sie sind der beste Grund, dich zu lieben.

Es gibt Gründe, darauf zu hoffen, dass du das Beste daraus machst. Ich denke an all die Millionen Menschen, die sich gegen Donald Trump engagiert haben: Von den ehemaligen US-Präsidenten Carter, Bush, Clinton und nochmals Bush bis hin zu den Leuten, die selbst im November noch in den Swing States von Tür zu Tür gezogen sind, um die Bürger von einer Wahl für eine bessere Zukunft zu überzeugen.

Oder die große Bewegung für Bernie Sanders, die Anfang des Jahres vor allem unter jungen Wählern so erfolgreich war.

Sie liefen keineswegs einem Populisten hinterher, auch wenn das so manchem deutschen Konservativen gut in dem Kram passen würde. Nach europäischen Maßstäben ist Sanders ein Sozialdemokrat, und er wollte das tun, was die SPD über Jahrzehnte in Deutschland so erfolgreich gemacht hat: Brücken zwischen den sozialen Schichten zu bauen.

Wir Deutschen neigen oft zum Fatalismus. Besonders, wenn es um die US-Politik geht. Was aber, wenn das Gute in diesem Fall doch siegen sollte? Deine Ideen sind immer noch lebendig, Amerika. Und womöglich ist jetzt ein guter Zeitpunkt, diese Ideen neu zu entdecken.

Ich drücke dir die Daumen, Amerika. Du hast das Zeug, wieder zu einer großartigen Nation zu werden. Und hüte dich so lange vor jenen, die dir falsche Größe versprechen.

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