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Mit einer Anzeige wollte ein Deutscher die Amerikaner vor Trump warnen – die Antwort fällt deutlich aus

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Das Bild geht um die Welt. Die Worte darauf sind eindringlich. Stellvertretend für das deutsche Volk warnt ein User auf Twitter mit einer Anzeige die US-Amerikaner vor Donald Trump.

Der deutsche Urheber zeigt darin die Parallelen zwischen Adolf Hitler und Donald Trump auf. Internetnutzer auf der ganzen Welt reagierten auf den Appell des Deutschen. Nicht alle positiv.

So designte ein User bei Twitter eine Anzeige, die der ursprünglichen Nachricht sehr ähnlich sieht.

Auf dem Bild steht: "Liebe Deutsche, haltet den Mund. Danke. Das amerikanische Volk“.

Witzig dabei: Diese Botschaft wird vor allem von deutschen Usern geteilt. Der ursprüngliche Post hat also so manche Deutsche vor den Kopf gestoßen.

Am Freitag veröffentlichte Johan Frank, so sein Username, eine Nachricht, die auf Twitter übers Wochenende Hunderttausende Male geteilt wurde. Darin steht:

"Los doch, wählt doch den Typen mit der lauten Stimme, der Minderheiten hasst. Der seinen Gegnern mit dem Gefängnis droht. Der sich kein bisschen für Demokratie interessiert. Der denkt, er könne alle Probleme alleine lösen. Was sollte denn schon schiefgehen? Viel Glück. Das deutsche Volk.“

Gegenüber der Huffington Post UK sagte er, dass es ihn "körperlich krank“ mache, sich den Republikaner Trump im Weißen Haus vorzustellen. Er sei frustriert über die Gesprächskultur in den USA und auf der ganzen Welt.

Im Interview sagte Johan Franklin, dass er ein 44-jähriger Deutscher sei, der als IT-Berater im kalifornischen San Diego lebt und arbeitet. Deutschland sei dennoch nach wie vor seine Heimat.

Er freue sich, dass seine Nachricht weitgehend positiv aufgenommen und sogar von "Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling auf Twitter geteilt wurde. Doch es gäbe auch Trump-Anhänger, die ihm Morddrohungen zukommen ließen. Manche von ihnen hätten sogar seine E-Mail-Adresse herausgefunden.

Nachdem seine Anzeige so viel Aufmerksamkeit bekam, hat Franklin jetzt eine weitere - ausführliche – Nachricht verfasst. Er rechtfertigt sich darin, dass er nicht Teil von Hillary Clintons Wahlkampfteam sei, aber sie durchaus wählen würde – wenn er könnte. "Ich kann nicht wählen, ich bin Deutscher. Passt besser auf“, schrieb er darin.

Im Interview mit der Huffington Post scherzte er über seine "15 Minuten Ruhm“, fügte aber hinzu: "Andy Warhol, der den Begriff prägte, hat aber nichts von Morddrohungen erwähnt“.

"Was mich zu der Anzeige bewegte?“, fragt er, „es war dieses wachsende Gefühl von Frustration. Ich sah zu, wie Menschen, die ich einmal sehr gerne gemocht habe, zu Trump-Anhängern wurden – und all ihr gutes Benehmen in Diskussionen völlig ablegten“.

"Es führte mich zu der Frage, ob ich vielleicht falsch urteile. Ob 30.000 gelöschte E-Mails auf einem Server, der nicht der Regierung gehört, wirklich schlimmer sind als mit sexueller Belästigung anzugeben und alles und jeden zu beleidigen.“

Er fügte hinzu: "Und dann erinnerte ich mich an all die Male, als ich Deutschland dafür verteidigen musste, was zwischen 1933 und 1945 passierte.“

Franklin zeigte sich überrascht, dass seine Anzeige so hohe Wellen geschlagen habe, freut sich aber zugleich, dass er wohl "den richtigen Nerv“ getroffen habe.

Für seinen Post habe er weniger negatives Feedback bekommen, als er zunächst gedacht habe. Dennoch: Manche User kommentierten, er solle zuerst die Probleme in seinem eigenen Land lösen. Andere haben Artikel des britischen Boulevardmediums "Daily Mail“ darunter geteilt, in denen von hoher Ausländerkriminalität in Deutschland die Rede sei.

Seine Freunde und Familie wissen übrigens nichts von seiner Berühmtheit. Er hat den Text unter einem Pseudonym verfasst. Was so manche Trump-Anhänger dazu anregt, über seine wahre Identität zu spekulieren.

Er selbst sagt, er habe das Pseudonym eigentlich nur gewählt, weil seine Firma nicht möchte, dass er mit seinem richtigen Namen private Meinungen verbreitet.

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