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Andreas Kümmert: "Ich baue mein Leben so langsam wieder auf"

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Andreas Kümmert bei einem TV-Auftritt

Mit dem Album "Recovery Case" meldete sich Andreas Kümmert (30) Ende September musikalisch zurück. Bis heute ist vielen im Gedächtnis, wie der "The Voice"-Sieger im März 2015 den ESC-Vorentscheid gewann, dann aber der Zweitplatzierten Ann Sophie den Vortritt ließ. In der FFH-Talkshow "Silvia am Sonntag" sagte er jetzt dazu: "In dem Moment war ich in einer Blase. Ich wollte auch nichts mehr aus dem Publikum wahrnehmen. Ein paar riefen glaube ich 'Idiot'. Ich war froh, als wir im Parkhaus waren und ich ins Auto einsteigen konnte."

Er hätte gedacht, am nächsten Tag "wache ich auf und alles ist okay", so Kümmert in dem Radio-Interview weiter. "Aber ich konnte nicht mal zu meinen Eltern fahren, weil da fünf Übertragungswagen
standen. Da bin ich sofort wieder gedreht und in meine Wohnung und habe die Rollläden runtergelassen. Das hat mir sehr große Angst gemacht". Weiter sagte er: "Viele denken ja, dass Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, ja so selbstbewusst seien, dass es ihnen egal ist, was andere schreiben oder denken. Aber das ist natürlich Schwachsinn. Für viele sind wir gar keine echten Menschen. Ich habe mir gewünscht, auf mehr Verständnis zu stoßen. Das ist aber nicht passiert".

"Recovery Case" von Andreas Kümmert finden Sie hier

Er sei "in therapeutischer Behandlung, weil ich unter einer
Angststörung und Depressionen leide", sagte Kümmert FFH zudem. "Ich bin mir heute meiner Krankheit bewusst. Ich denke heute, ich hätte mich von vornherein anders entschieden, ich hätte gar nicht erst teilgenommen. Es gab im Januar 2015 Anzeichen, da hatte ich keine Luft mehr bekommen. Es kam dann immer häufiger. Im April, einen Monat nach dem ESC, bin ich zum Arzt gegangen. Und bin dann zu einem Therapeuten überwiesen worden. Seither bin ich auf Medikation und baue mein Leben so langsam wieder auf. Bisher ging alles gut."