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Kurdische Kräfte beginnen Offensive auf IS-Hochburg Rakka

Veröffentlicht: Aktualisiert:
RAKKA
Die Pressekonferenz der SDF | Twitter
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Seit mehr als drei Jahren besetzt die Terror-Miliz IS die syrische Stadt Rakka. Nun haben Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) unter amerikanischer Unterstützung eine Offensive auf die IS-Hochburg begonnen. 30.000 Kämpfer sollen an der Operation beteiligt sein.

Das teilte die SDF am Sonntag nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw mit. Man werde Schritt für Schritt vorgehen, sagte eine SDF-Kommandeurin. Die Sicherheit von Zivilisten habe Vorrang.

Unterstützt würden die Angreifer von einer US-geführten Militärkoalition und den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG), dem bewaffneten Arm der SDF. Die YPG und die SDF sind in Syrien die wichtigsten Verbündeten des Westens gegen die sunnitischen Extremisten des Islamischen Staates (IS). Die Kurdenmiliz beherrscht große Teile der Grenze zur Türkei.

Konflikt zwischen Türkei und USA bahnt sich an

Die Offensive ist politisch hochbrisant. Die Unterstützung der US-Amerikaner für Kämpfer der YPG stößt bei der türkischen Regierung auf Unmut.

Mehr zum Thema: "Die Menschen haben Angst": Wie Erdogan Syrien mit seiner Offensive weiter entzweit

Ankara will verhindern, dass die Kurden weitere Gebiete unter ihre Herrschaft bringen. Die türkische Armee hatte im August einen Bodeneinsatz mit Panzern in Syrien begonnen. Sie unterstützt damit Rebellen und bekämpft die YPG und den IS.

Die SDF-Kommandeurin forderte die Türkei laut Rudaw auf, sich nicht in syrische Angelegenheiten einzumischen.

Ende vergangenen Monats erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, die türkische Armee wolle bis Rakka vorstoßen – seinem Wunsch nach mit amerikanischer Unterstützung.

Dass nun kurdisch-geführte Kräfte die Operation übernehmen, könnte darauf hin, dass sich die USA trotz Druck der Türkei nicht gegen ihre kurdischen Verbündeten gestellt haben.

Reaktionen stehen aus

Lange stand das Bündnis zwischen den USA und ihren kurdischen Partnern auf der Kippe - weil die Stimme der Türkei als Nato-Nation für Washington von großem Gewicht ist.

Noch hat sich weder die US-Regierung noch die Türkei zu den Entwicklungen in Syrien geäußert, doch eine Reaktion Erdogans wird wohl kaum lange auf sich warten lassen.

Dazu hatte Erdogan zu oft betont, er werde eine Befreiung Rakkas durch die YPG nicht akzeptieren.

Mit Material der dpa

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(ks)