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Große Koalition vertagt Präsidentensuche

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GABRIEL SEEHOFER MERKEL
Gabriel, Merkel, Seehofer | Fabrizio Bensch / Reuters
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Beim Spitzentreffen hat sich die Große Koalition nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl geeinigt. Das berichtet die "Deutsche Welle". Die Suche wurde vertagt.

In drei Monaten soll ein neuer Bundespräsident gewählt werden. Doch ein Kandidat, der Union und SPD gefällt, ist noch immer nicht in Sicht. Bereits vor dem heutigen Gipfeltreffen im Kanzleramt hatte CSU-Chef Horst Seehofer den Druck auf den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel erhöht, vom Vorschlag einer Kandidatur von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) abzurücken.. Doch die Zweifel an einem Konsenskandidaten wachsen.

Die Union wolle von Gabriel erfahren, "wie ernst es jetzt der SPD mit Steinmeier ist", sagte Seehofer dem ARD-Hauptstadtstudio. "Ist das noch korrigierbar, oder nicht?" Wenn der SPD-Chef deutlich machen sollte, dass dies "das letzte Wort" sei, "dann müssen sich die Kanzlerin und ich unterhalten, wie die Union sich weiter verhält. Aber das werden wir zunächst unter uns machen unter Einbindung der engeren Parteifreunde und dann werden wir morgen oder in den nächsten Tagen wissen, wie es weitergeht."

Der CSU-Vorsitzende machte mit seiner Aussage erneut deutlich, dass eine Unterstützung der Union für eine Kandidatur Steinmeiers praktisch ausgeschlossen ist. Seehofer betonte zugleich, dass er unbedingt einen Konsenskandidaten der drei Parteien durchsetzen wolle. "Nur, wenn das nicht möglich ist, dann ist es auch kein Beinbruch in der Demokratie, wenn mehrere Personen kandidieren."