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"Anne Will": Bosbach geht wegen Nikab-Trägerin auf die Moderatorin los

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  • In ihrer Talkshow sprach Anne Will über das Thema der islamistischen Radikalisierung
  • Zu Gast war auch die Frauenbeauftragte des "Islamischen Zentralrats Schweiz"
  • Diese brachte die Studiengäste nicht nur zum Kopfschütteln
  • Den Ausschnitt seht ihr im Video oben

Warum schließen sich junge Menschen radikalen Islamisten an? Wie kommt es, dass manche sogar in den Krieg reisen, um für den Islamischen Staat zu kämpfen?

Anne Will stellte in ihrer Talkshow "Mein Leben für Allah - warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?" diese Fragen ihren Gästen. Die Antworten einer Frau führten zu empörten Reaktionen.

Eine Frauenbeauftragte mit Gesichtsschleier

Nora Illi ist die Frauenbeauftragte des "Islamischen Zentralrats Schweiz". Die Schweizerin ist mit 18 Jahren zum Islam konvertiert, weil sie dessen "Vielfältigkeit" faszinierte. In der Talkshow trug sie einen Nikab, der nur ihre Augen freilässt.

Eine Frauenbeauftragte mit Gesichtsschleier? Schon dies löste bei den anderen Talkshowgästen Kopfschütteln aus. Doch Illi verteidigte den Nikab unbeirrt. Frauen hätten im Islam viele Rechte und Möglichkeiten, sich auszuleben. Der Nikab bedeute für sie "Freiheit und Selbstbestimmung".

Sie sieht Muslime vor allem als Opfer. Der Grund, weshalb sich junge Muslime radikalisieren, ist für sie die Ausgrenzung durch die westliche Gesellschaft. Gesichtsschleierverbot oder ein Verbot von Gebeten in öffentlichen Räumen würden Muslime ausgrenzen. "Hier beginnt die Radikalisierung", sagte sie.

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Bosbach: "Reisen Sie mal mit einer Bibel nach Saudi-Arabien"

"Machen Sie sich eigentlich keine Sorgen um die Christen in Saudi-Arabien?", konterte der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach. "Versuchen Sie mal, mit einer Bibel nach Saudi-Arabien einzureisen." Die meistverfolgte Gruppe seien die Christen weltweit, so Bosbach weiter.

In einem Einspieler zitierte die Sendung einen Text von Illi. Es sei "gar nichts daran auszusetzen, wenn man im gelobten Syrien gegen die Schergen Assads und für Gerechtigkeit kämpfen" wolle, sagte sie darin. "Eine solche Überzeugung muss man, in den hiesigen Kontext übersetzt, als Zivilcourage hochloben."

Das klingt wie ein direkter Aufruf, sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Mit den folgenden Worten warnte sie allerdings vor der Realität des Krieges. Facebook und Youtube würden diese überblenden.

"Bald schon wird einem angereisten Teenager klar sein, dass der Krieg nichts mit der einst in der geheizten Stube verklärten Wunschträumerei zu tun hat, sondern eine bitterharte Langzeitprüfung mit ständigen Hochs und Tiefs ist."

Mansour: "Klare Kriegspropaganda!"

Illi erwähnte mit keinem Wort die Gräuel des IS, sondern wies nur auf eine drohende "Langzeitprüfung" hin. Sie sagte nicht, dass es moralisch falsch ist, sich dem IS anzuschließen, sondern warnte lediglich davor, dass es unangenehm werden könnte.

Das sei ein ganz klarer Aufruf nach Syrien zu gehen, empörte sich Islamismus-Experte Ahmad Mansour. "Klare Kriegspropaganda! So was kann man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht machen!"

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Daraufhin ging Bosbach nicht auf die Nikab-Trägerin, sondern auf die Moderatorin los: "Es wird zu Recht gesagt: Müsste der Staat nicht noch mehr tun, um das zu verhindern, und dann im öffentlich-rechtlichen Fernsehen so ein Text!" Langzeitprüfung, das höre sich an "wie Ironman“.

"Es gehört zu unserem Wertverständnis, dass wir uns mit den Meinungen anderen auseinandersetzen", verteidigte sich Will. Auch Illi reagierte auf die Vorwürfe: Man müsse den Jugendlichen Verständnis zeigen, sonst würden sie nicht zuhören.

"Das geht gar nicht!", entfuhr es Bosbach. "Einen abwägenden Text ins Netz zu stellen verharmlost die Grausamkeit des IS", sagte er. Er wollte das nicht gelten lassen: Beim Umgang mit dem Islamischen Staat gebe es nur eines - Man müsse sagen: "Das ist eine barbarische Terrorarmee, Hände weg, bleibt hier!"

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