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20 Jahre Placebo: So spektakulär feiert die Band Geburtstag

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Seit 20 Jahren gemeinsam Placebo: Brian Molko (re.) und Stefan Olsdal (li.)

Bereits auf ihrem zweiten Album "Without You I'm Nothing" haben die britischen Alternative-Rocker von Placebo einen Meilenstein ihrer damals noch jungen Karriere geschrieben. "Every You Every Me" sprach Ende der Neunziger nicht nur Millionen leidenden und missverstandenen Jugendlichen aus der Seele, sondern landete auch auf dem Soundtrack zum Film "Eiskalte Engel" - ein Popularitätsschub sondergleichen für Brian Molko (43), Stefan Olsdal (42) und Steve Hewitt (45). Seitdem folgte ein genredefinierendes, düsteres Rock-Album nach dem anderen. Spätestens mit "Meds" spielten sie in einer Liga mit den ganz Großen der Rock-Musik.

20 Jahre nach der Bandgründung ist es nun Zeit für einen Rückblick. Die Werksschau "Place for us to Dream" nimmt die Fans mit auf einen Streifzug in die Vergangenheit. Die separat erhältliche EP "Life's What You Make It" gewährt mit der Single "Jesus' Son" hingegen einen kleinen Blick in die Zukunft. Um ihren runden Geburtstag gebührend zu feiern, gehen Placebo zugleich auf Welttournee. Im Rahmen ihrer "Place for us to Dream"-Tour machten sie halt in der Olympiahalle in München.

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Eigenwilliger Streifzug

"Wir werden einige Songs spielen, von denen ich geschworen hatte, sie nie wieder zu spielen. Also wenn ihr Songs wie "Pure Morning" und "Nancy Boy" hören wollt, Songs, die wir seit fast zehn Jahren nicht mehr gespielt haben und vielleicht nie wieder spielen werden, dann solltet ihr besser zu diesen Shows kommen", hatte Brian Molko kurz vor der Tour verkündet und was dann folgte, war genau das: Ein bunter Streifzug durch ihre Diskographie. Der Überhit "Every You And Every Me" lief zu Beginn als Clip über die Videoleinwand und dabei sollte es bleiben. Der erste reguläre Song "Pure Morning" entschädigte aber direkt dafür.

Dennoch zeigen Placebo, dass sie auf ihrer Geburtstagsparty nicht nur das darbieten, was jeder von ihnen erwartet. Sie machen dort halt, wo sie es für nötig halten, feuern aber mit "Special Needs", "Lazarus" und "Too Many Friends" einfach mal so, fast schon nebenbei, drei kommerzielle Mega-Hits am Stück raus. Viel Kommunikation mit den rund 9.000 Zuschauern gibt es nicht. Die beschränken sich ohnehin meist darauf, andächtig zu lauschen. Zu "Without You I'm Nothing" zeigen Placebo Bilder von David Bowie auf der Videoleinwand, wurde doch dieser Song später mit einem Gastbeitrag von eben jenem Bowie wiederveröffentlicht - ein intensiver Moment.

Gehen mit einem Knall

Gegen Ende wird dann doch noch etwas auf das Gaspedal gedrückt und das Publikum geht zu den Klängen von "Song to Say Goodbye" und "The Bitter End" kollektiv steil. Das will seine Helden natürlich nicht so einfach gehen lassen, schreit sie wieder zurück auf die Bühne und bekommt prompt noch einmal drei Hits um die Ohren, die zunächst in "Infra-red" und bei der zweiten Zugabe schlussendlich im melancholischen Kate-Bush-Cover "Running Up That Hill" münden. Eine gelungene Geburtstagsparty, die mit einem ganz lauten Knall endete.