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Ein Psychiater fotografierte seine Patienten, um sie zu heilen - die Aufnahmen könnten nicht gruseliger sein

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Der Psychiater Dr. Hugh Welch Diamond galt im 19. Jahrhundert als Vorreiter auf seinem Gebiet.

Denn er entwickelte eine ganz eigene Methode, um seinen Patienten zu helfen: Der Arzt fotografierte die Leidenden. Mit diesem, für die damalige Zeit sehr ungewöhnlichen, Einsatz von moderner Technik wurde er weltberühmt.

Heute weiß man: der Ansatz war wohl kreativ, tatsächlich effektiv war er kaum. Von den Aufnahmen, die damals entstanden, geht trotzdem eine schaurige Faszination aus.

Denn die Portraits, die um 1856 im Surrey County Lunatic Asylum entstanden sind, könnten kaum gruseliger sein.

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Der Arzt, der seinen Beruf und die Leidenschaft für die Fotografie, verband, lichtete fast ausschließlich weibliche Patienten ab.

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Diamonds Vater gehörte eine Psychiatrie. Schon in jungen Jahren hatte er Kontakt zu Menschen, die sich selbst nicht mehr zu helfen wussten und dringend Hilfe benötigten, um sich von ihrer psychischen Krankheit befreien zu können.

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Bekannt ist Diamond heute vor allem für seine Aufnahmen von – zumeist weiblichen – Patienten, die während seiner Zeit am Surrey County Lunatic Asylum entstanden sind. Er gilt als Pionier der psychiatrischen Fotografie.

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Der bekannte Arzt war davon überzeugt, dass die Fotografie der Schlüssel zum Seelenwohl seiner Patienten ist. Sie sollte in dreierlei Hinsicht nützlich sein.

Sehen Patienten ein Foto von sich, soll das zu einer Art Selbsterkenntnis führen. Die Kranken könnten dadurch selbstbewusster werden und der Wunsch, endlich geheilt zu werden, könnte zunehmen.

Die Aufnahmen sollten nicht nur den Patienten, sondern auch den Ärzten helfen: bei einer klaren Diagnose. Diamond war sich sicher, dass es Psychiatern durch die Bilder leichter fällt, zu erkennen, woran der Patient genau leidet.

Außerdem dienten die Bilder dazu, die Kranken zu identifizieren - sollten sie erneut in die Klinik eingeliefert werden.

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Bei einigen Fotos setzte Diamond auch auf Requisiten, wie Blumenkränze oder Tiere. Sie symbolisieren die jeweilige Krankheit.

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Diamond hörte irgendwann damit auf, seine Patienten abzulichten. Denn es stellte sich heraus, dass die Aufnahmen nicht dabei helfen, die Patienten zu heilen.

Es ist nicht überliefert, welche Notizen sich Diamond zu den Bildern machte.

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