Huffpost Germany

Er ist Mitglied der AfD: Schule entlässt Lehrer nach Teilnahme an rechten Demos

Veröffentlicht: Aktualisiert:
PEGIDA
Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung am 3. Oktober in Dresden (Archivbild) | OLIVER KILLIG via Getty Images
Drucken
  • Eine Schule in Berlin hat einen ihrer Lehrer, der Mitglied der AfD ist, entlassen, weil er rechten Bewegungen nahe stand
  • Die Schule hatte seine Eignung als Lehrer bezweifelt

Das Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin hat einem seiner Lehrer in der Probezeit wegen seiner politischen Einstellung gekündigt. Der Lehrer ist Schatzmeister der AfD im Berliner Bezirk Neukölln. Die Mitgliedschaft in der Partei war jedoch nicht der Grund für seine Kündigung.

Er habe rechten Gruppierung wie der Identitären Bewegung nahegestanden, sagte der Stiftungs-Vorstand der Schule, Frank Olie, der "Bild"-Zeitung.

Lehrer stand Bärgida und der Identitären Bewegung nahe

Der 38-Jährige Hendrik Pauli unterrichtete Chemie an dem Gymnasium. Er hatte sich im Sommer beworben und war zum neuen Schuljahr Anfang September eingestellt worden. Nach nur drei Wochen hat ihn die Schule entlassen.

Laut Informationen der "Bild" soll Pauli im Februar an einer Demonstration der rechten Bewegung Bärgida teilgenommen haben.

Auch der rechtsextremen Identitären Bewegung soll er nahe stehen, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Der Verfassungsschutz sieht bei der Gruppierung "Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung."

Mehr zum Thema: Identitäre Bewegung: Das lächelnde Gesicht der Neuen Rechten

Die Schule zweifelt an seiner Eignung als Lehrer

Die Schule habe nichts von Paulis politischer Einstellung gewusst. Auch soll er verschwiegen haben, Mitglied der AfD zu sein.

Die Mitgliedschaft in einer zur Wahl zugelassenen Partei sei jedoch kein Grund, jemandem zu kündigen, sagte Stiftungs-Vorstand Olie der "Bild". Bei Sympathien für rechte Bewegung hat Olie jedoch eine klare Meinung:

"Wir hatten erhebliche Zweifel an der pädagogischen Eignung. Wir stehen für Offenheit und Toleranz und sind gegen Ausgrenzung."

Gegenüber der "Bild" versuchte Pauli, sich zu verteidigen: "Ich kann die Bereiche Schule und Politik gut trennen und habe an der Schule in den drei Wochen nie etwas politisiert."

Ist die Kündigung rechtmäßig?

Pauli befand sich noch in der Probezeit, als ihm gekündigt wurde. Eine Entlassung wegen einer rechten Einstellung ist eine sensible juristische Angelegenheit - immerhin hat jeder Mensch in Deutschland ein Recht auf Meinungsfreiheit. Rechtsradikale Aktivitäten in der Freizeit können Angestellten im öffentlichen Dienst jedoch laut Gesetz ihren Job kosten.

So kann die Kündigung aus "personenbedingten Gründen" – wie in Paulis Fall - wirksam sein, wenn der Arbeitgeber bezweifelt, dass sich einer seiner Angestellten verfassungstreu verhält.

Auch auf HuffPost:

Der Junge wurde missbraucht - was die Biker dann vor seinem Haus taten, ist Anarchie

HuffPost-Tarif

Europa-Flat, Daten-Flat: Einer der günstigsten Handy-Tarife auf dem Markt

Mit der Spar-Aktion der Huffington Post in Zusammenarbeit mit Chip und Tarifhaus bucht ihr einen Smartphone-Tarif, der preislich kaum zu schlagen ist und eine Vielzahl an Vorteilen bietet.
Mehr Infos findet ihr hier.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

Unterstütze sie jetzt bei dieser Arbeit und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(lp)