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Florian David Fitz und Palina Rojinski im Interview über ihren neuen Film "Willkommen bei den Hartmanns"

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Palina Rojinski und Florian David Fitz sind sich im Film

Florian David Fitz (41, "Der geilste Tag") und Palina Rojinski (31, "Traumfrauen") spielen in ihrem neuen Kinofilm "Willkommen bei den Hartmanns" (Kinostart am 3. November) Geschwister, die ganz unterschiedliche Ansichten haben. Wie das Verhältnis zu ihren eigenen Geschwistern ist, verraten die beiden im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. Außerdem sprechen sie über den richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen und gehen der Frage nach, was denn eigentlich typisch deutsch ist.

Im Film spielen Sie Geschwister, die sich oft in die Haare kriegen. Wie war und ist das mit Ihren eigenen Geschwistern?

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Palina Rojinski: Als Geschwister hat man eine ganz eigene Chemie, sodass man innerhalb zweier Sätze auf 180 sein kann. Man ist sich aber gleichzeitig natürlich sehr nah und kennt den anderen so unglaublich gut. Wenn meine Schwester zum Beispiel die Augenbraue hochzieht, weiß ich genau, was in ihr vorgeht. Und das ist genau das, was wir als Philip und Sophie auf die Leinwand transportieren wollten.

Florian David Fitz: Da kann ich nur zustimmen.

Florian, Ihre Schwester ist älter. Wie haben Sie das erlebt?

Fitz: Bis ich drei Jahre alt war, war ich das Spielzeug meiner Schwester. Sozusagen eine lebendig gewordene Puppe. Als die Puppe einen eigenen Willen bekommen hat, ging es bergab mit der Beziehung. Das dauerte ungefähr, bis ich zwölf Jahre alt war. Wir haben uns nur gestritten und sie hat mir fast täglich eine runtergehauen. Als ich dann größer war als sie, hatte sich das erledigt. Es ist zugegebenermaßen auch eine ungute Kombination: Mädels sind in dem Alter eher zickig und Jungs nervig. Ich glaube, es ist leichter, wenn der Junge älter ist.

Das klingt aber schon nach einer Klischeefamilie. Zwei Kinder, der Sohn ist älter. Fast schon typisch deutsch... Apropos: Was ist für Sie denn typisch deutsch?

Fitz: Typisch deutsch ist die Frage "Was ist typisch deutsch?".

Rojinski: Stimmt! Die Russen fragen nie "Was ist typisch russisch?" Da fällt mir ein: Als gebürtige Russin werde ich oft gefragt, was denn die russische Seele sei. In Russland würde ich so etwas nie gefragt werden. Die Deutschen wollen immer sehr mit sich ins Reine kommen. Aber wenn ich mich daran erinnere, was meine ersten Eindrücke waren, als ich nach Deutschland gekommen bin, dann ist das auf jeden Fall Verlässlichkeit, hohe Qualität...

Fitz: Naja... Flughafen können wir schon mal nicht.

Rojinski: Ja, ok. Aber auf jeden Fall ein gewisses Pflichtbewusstsein.

Sophie ist im Film 31 und Flüchtling Diallo fragt sie, wieso sie keine Kinder hat. Sie sei ja schließlich schon alt. Was sagen Sie dazu?

Rojinski: Jaaaa, Flos Lieblingsszene.

Fitz: 31 ist in Deutschland ja nichts. Das ist das Raffinierte, das Simon [Regisseur Simon Verhoeven, Anm. d. Red.] macht. Es geht nicht nur darum, dass die Familie einen Flüchtling aufnimmt und was die moralischen Fragen dahinter sind. Sondern auch: Wie sieht er unsere Welt? In seinem Land sind die Frauen mit 17 schon verheiratet und mit 31 sind sie dann wahrscheinlich schon die zweite Generation.

Rojinski: Ich bin der Meinung, das soll jeder für sich selbst entscheiden.

Fitz: Ja, aber natürlich ist es bei uns komplizierter. Das sind Fragen, die Simon aufgreift. Wir haben auch keine wirklichen Antworten darauf. Das sieht man auch im Film: Sophie kommt ganz schön ins Schwimmen, als Diallo sie fragt, warum denn nicht. Und das ist auch etwas, das uns definiert.