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Steinmeier sieht "tödliche Gefahr für die Demokratie in Deutschland"

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STEINMEIER
Steinmeier sieht eine "tödliche Gefahr" für Demokratie | Michele Tantussi via Getty Images
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  • Außenminister Steinmeier hat sich alarmiert zur Zukunft der Demokratie in Deutschland geäußert
  • Er beobachte eine "immer aggressivere Abneigung gegen Fakten"
  • Das sei eine "tödliche Gefahr" für das demokratische System

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sorgt sich um die Demokratie in Deutschland. Er sieht eine "tödliche Gefahr für unser politisches Gemeinwesen" darin, dass in der Öffentlichkeit "eine immer aggressivere Abneigung gegen Fakten zu beobachten" sei.

In einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt er mit Blick auf den amerikanischen Wahlkampf, die Brexit-Kampagne, die Lage in Russland und auch die Debatte in Deutschland, die "Ruchlosigkeit" lasse einen "fast sprachlos zurück, mit der im grellen Licht der Öffentlichkeit Fakten verbogen und abgestritten werden, (...) ja schlicht gelogen wird".

Es sei "überlebenswichtig für unsere demokratische Gesellschaft", dass Debatten auf der Grundlage von Fakten geführt würden: "Nur so erhalten wir unsere Fähigkeit zum produktiven, wahrheitssuchenden Dialog."

"Gefühlte Wahrheiten treten an die Stelle von überprüften Fakten"

Gründe dafür, dass "'gefühlte Wahrheiten' an die Stelle von überprüften Fakten" treten, sieht Steinmeier in der "Komplexität unserer vernetzten Welt".

Die digitale Revolution erzeuge einen "nicht enden wollenden Schwall von Informationen": "Darauf sind wir weder intellektuell noch kulturell vorbereitet", schreibt Steinmeier.

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Diese "objektive Überforderung" erzeuge Gegenreaktionen, die sich in der Rückbesinnung auf Nation und Religion, "auf das, was leichter Sicherheit und festen Boden unter den Füßen verschafft".

Als Antwort darauf fordert Steinmeier: "Wir müssen in unsere Urteilskraft investieren, in jene Institutionen und Systeme, die in unseren Gesellschaften 'Wahrheit produzieren': Schulen, Wissenschaft, Justiz, aber auch die Medien."

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(ks)