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CDU kritisiert Merkels Fehlen beim CSU-Parteitag: "Falsches Zeichen" (EXKLUSIV)

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MERKEL
CDU kritisiert Merkels Fehlen beim CSU-Parteitag: "Falsches Zeichen" (EXKLUSIV) | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • In der Union wird das Fernbleiben von Merkel vom CSU-Parteitag kritisiert
  • Es könne keine Gründe geben, nicht teilzunehmen, sagt der Chef der CDU-Landtagsfraktion Sachsen
  • Der Thüringer CDU-Fraktionschef Mike Mohring hofft auf Seehofers Teilnahme am CDU-Parteitag
  • In der CSU hingegen wird Merkels Fernbleiben als richtig bezeichnet

Der Chef der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen, Frank Kupfer, hat das Fehlen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim heute beginnenden CSU-Parteitag in München kritisiert.

"Es kann ja objektive Gründe haben, dass sie nicht teilnehmen kann. Wenn sie absichtlich nicht hingehen würde, wäre das aus meiner Sicht ein falsches Zeichen, zumal sich die CSU für sie als Kanzlerkandidatin ausgesprochen hat", sagte Kupfer der Huffington Post.

Das Verhältnis der Schwesterparteien sei auf Landesebene auf jeden Fall besser als das Bild, dass die Bundesspitzen aktuell abgeben würden. "Die sächsische Union hat mit der CSU ein sehr gutes Verhältnis. Wir haben insbesondere in der Frage der Asylpolitik eng mit der CSU zusammenarbeitet."

"Erwarte Zusammenstehen der Unionsparteien"

Er selbst habe eine afghanische Familie aufgenommen und wisse sehr genau, was es bedeutet, sich mit muslimisch gläubigen Menschen auseinanderzusetzen und zu versuchen, sie zu integrieren. "Das gibt Probleme, man kann nicht nur sagen 'Friede Freude, Eierkuchen und die sind alle willkommen', das geht einfach nicht", sagte Kupfer.

Die CSU spreche in dieser Frage die deutlicheren Worte. Für den anstehenden Bundestagswahlkampf erwartet Kupfer aber ein "Zusammenstehen" der Schwesterparteien, eine andere Chance gebe es für die Union nicht.

Mohring: "Unser Volksparteistatus macht sich fest aus CDU und CSU"

Der Thüringer CDU-Fraktionschef Mike Mohring sagte der Huffington Post: "Wir tun gut daran, dass das nun endlich einmal aufhört und nicht dauernd der Eindruck vermittelt würde, dass wir miteinander im politischen Wettbewerb stehen".

Der politische Gegner sei Rot-Rot-Grün. "Unser Volksparteistatus macht sich fest aus CDU und CSU. Das Gesamtangebot ist eben erst vollständig, wenn beide dabei sind“. Mohring forderte die Bundeskanzlerin auf, auf dem CDU-Bundespartei im Dezember in Essen zu erklären, dass sie Kanzlerin bleiben möchte. "Und dann würde ich mich natürlich freuen, wenn Horst Seehofer auf diesem Parteitag dabei ist", sagte Mohring.

Reichhart: "Dass Merkel nicht auf dem Parteitag ist, ist richtig so"

In der CSU hingegen wurde das Fernbleiben von Merkel begrüßt.

"Dass Merkel nicht auf dem Parteitag ist, ist richtig so", sagte Hans Reichhart, Chef der Jungen Union Bayern und Abgeordneter im Landtag. "Wir alle wären froh, wenn es den Streit in der Union nicht gäbe. Ich halte Streit nie für hilfreich", sagte er. Aber die Union müsse sich inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen. "Dann können wir über Personalien reden, etwa der Unterstützung einer erneuten Kanzlerschaft Merkels.“

Reichhart wünscht sich etwa von der CDU eine Auseinandersetzung mit dem politischen Islam. Dieses Thema heben die Christsozialen in einem Leitantrag auf die Agenda. "Ein klares Bekenntnis bei diesem Thema vermissen ich dort", sagte er. "Ich kann mir vorstellen, dass der konservative Flügel einen solchen Vorstoß unterstützen würde.“

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(ks)