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"Der gefährlichste Grüne": Wie Winfried Kretschmann über Nacht zum Unions-Schreck wurde

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KRETSCHMANN
"Der gefährlichste Grüne": Wie Winfried Kretschmann über Nacht zum Unions-Schreck wurde | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Mit seinem klaren Ausspruch für Kanzlerin Merkel hat Grünen-Politiker Kretschmann eine Kontroverse ausgelöst
  • Medien kommentieren: Mit dem Lob schadet er vor allem der Union
  • Auch aus der eigenen Partei kommt Kritik

In der europäischen Krise mache den Job niemand besser als Merkel, sagt Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Das Plädoyer des Ober-Grünen für eine weitere Kanzlerkandidatur der CDU-Chefin kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Und ist nicht nur für die eigene Partei von großer Brisanz.

So kommentiert auch die "Welt“ am Freitag. Hier heißt es: "Die Parole 'Grüne wählen, Merkel behalten' nimmt der CDU das letzte Argument. Für die Union bleibt der Ministerpräsident aus Südwest der gefährlichste Gegner."

Die Grünen dagegen könnten mit Merkel-Lob nur gewinnen. Das habe sich bereits bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg gezeigt, als die Grünen mit der "Botschaft, wer Merkel mag, muss doch nicht CDU wählen" gepunktet hätten.

Bringt Kretschmann sich als Bundespräsident ins Rennen?

Heribert Prantl kommentiert in der "Süddeutschen Zeitung": "Die Kretschmann-Grünen stehen mittlerweile näher bei Merkel als die CSU." Er glaubt, dass Kretschmanns überraschendes Merkel-Lob seine Chance erhöht habe, Bundespräsident zu werden. Diese sei zwar "minimal“. Jedoch könne man ja dafür sorgen, dass "Wasser in Bewegung gerät". Das habe Kretschmann mit seiner Aussage getan.

Die "Taz" sieht die Aussagen Kretschmanns kritischer: Der "mächtigste Grünen-Politiker" habe die Kanzlerin "bestürmt", kommentiert die Berliner Tageszeitung. Strategisch sei dies "ziemlich tollpatschig".

"Für die Grünen wäre es wichtig, selbstbewusst in den Wahlkampf zu ziehen. Nicht im Paket mit der CDU. Und nicht als Merkels willenloses Anhängsel."

Kritik von Parteichef Özedemir, warme Worte aus der CDU

Eine Kritik, die auch Grünen-Bundesparteichef Cem Özdemir geäußert hatte: "Es bleibt dabei: Wir führen jetzt keine Koalitionsdebatten, sondern konzentrieren uns darauf, unser Wahlergebnis zu verbessern, indem wir deutlich mehr Menschen gewinnen als bei der letzten Bundestagswahl", sagte Özdemir der dpa.

Bei aller Kritik von Politikern und Medien könnte die Charme-Offensive des grünen Ministerpräsidenten dennoch ein richtungsweisender Schritt mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 sein.

CDU-Bundesvize Thomas Strobl, der Vize-Regierungschef in der grün-schwarzen Regierung in Baden-Württemberg ist, zeigte sich offen für ein schwarz-grünes Bündnis im Bund.

Strobl sagte: "Wenn es die Konstellation nach der Bundestagswahl 2017 hergäbe, bin ich dafür, dass wir mit den Grünen ernsthaft sprechen." Die Grünen seien nicht zweit- oder drittklassig, sondern ein ebenbürtiger Gesprächspartner wie beispielsweise die Sozialdemokraten auch.

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(mf)