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Bombenanschlag in Kurden-Stadt Diyarbakır: 8 Tote, über 100 Verletzte

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Die Zerstörung nach dem Bombenanschlag | dpa
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  • In der Kurdenmetropole Diyarbakir ist am Freitagmorgen eine Autobombe explodiert
  • Ziel war das Polizei-Hauptquartier der Provinz, bei dem Anschlag starben 8 Menschen
  • Ob es einen Zusammenhang zu den Festnahmen mehrerer kurdischer Politiker gibt, ist noch unklar

In der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir hat es einen massiven Autobomben-Anschlag gegeben. Anwohner sagten der Deutschen Presse-Agentur, die Detonation habe sich am Freitagmorgen vor dem Polizei-Hauptquartier der Provinz Diyarbakir ereignet.

Hubschrauber kreisten über der Stadt. Krankenwagen seien zum Ort der Explosion unterwegs gewesen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, zu der Detonation sei es neben einem Anbau des Polizei-Hauptquartiers gekommen.

Mindestens acht Menschen wurden getötet

Bei dem Anschlag mit einer Autobombe sind nach Regierungsangaben mindestens acht Menschen getötet worden. Mutmaßlich handele es sich um einen Selbstmordanschlag, unter den Toten sei ein "Terrorist" der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Freitag vor Journalisten in Istanbul.

Mehr als hundert Menschen seien verletzt worden, sieben von ihnen würden noch behandelt. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete zudem, dass die Behörden eine Nachrichtensperre verhängt hätten. Das geschieht in der Türkei in der Regel bei Anschlägen.

Noch unklar, ob Zusammenhang zu Festnahmen von kurdischen Politikern besteht

In der Nacht wurden in der Stadt kurdische Oppositionspolitiker festgenommen. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist noch unklar.

Bei nächtlichen Razzien hatte die Polizei wenige Stunden zuvor elf HDP-Abgeordnete festgenommen, darunter die Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag. Auf Betreiben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan war im Mai ihre Immunität aufgehoben worden. Erdogan beschuldigt die HDP, der verlängerte Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein.

Mit Material der dpa

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(lp)