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Streit um Verbot von Kinderehen: Chef der Polizeigewerkschaft fordert Rauswurf von Integrationsbeauftragten

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AVDAN ZOGUZ
Im Streit um ein Verbot von Kinderehen reagiert nun auch der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt. | Ingo Wagner/dpa
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  • Im Streit um ein Verbot von Kinderehen reagiert nun auch der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt
  • Gegenüber der "Bild" forderte er den Rauswurf der Integrationsbeauftragten des Bundes
  • Die Integrationsbeauftragte des Bundes Avdan Özoguz sprach sich zuvor gegen ein generelles Verbot der Kinderehe aus

Der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in den Streit um ein Verbot von Kinderehen in Deutschland ein.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung forderte Rainer Wendt, dass die Integrationsbeauftragte des Bundes Avdan Özoguz (SPD) "rausgeworfen" werden soll.

Zuvor hatte sich Özoguz am Donnerstag gegen ein generelles Verbot von Kinderehen in Deutschland ausgesprochen. Sie sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Ein pauschales Verbot von Ehen von Minderjährigen ist zwar vielleicht gut gemeint, kann aber im Einzelfall junge Frauen ins soziale Abseits drängen".

Würden die Ehen aberkannt, verlören die Frauen unter anderem Unterhalts- und Erbansprüche, ihre Kinder wären unehelich, für viele würde sogar eine Rückkehr in ihre Heimatländer unmöglich, argumentierte Özoguz ihre Ablehnung eines generellen Verbots.

Wendt: "Die Frau gehört sofort rausgeworfen."

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, reagierte Wendt darauf "wütend und fassungslos". Demnach sagte er: "Die Frau gehört sofort rausgeworfen. Frau Özoguz ist nicht länger tragbar. Wie kann man auch nur auf die Idee kommen, Ehen mit Kindern zu legalisieren?"

Wendt erklärte: "Hier geht es um Grundsätze unserer Gesellschaft, da können wir auch keine Ehen mit Minderjährigen und Zwangsehen, die im Ausland geschlossen wurden, dulden!"

Kritik aus der CSU

Auch die CSU kritisiert Özoguz und fordert weiter ein generelles Verbot für Kinderehen in Deutschland. "Junge Mädchen gehören in die Schule - nicht vor den Traualtar“, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München

Mit ihrer Äußerung verhindere Özoguz "aktiv die Integration in unsere Werteordnung", so Scheuer. "Das Verhalten von Frau Özoguz ist beschämend und absolut unwürdig für eine Integrationsbeauftragte der Bundesregierung."

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will ein ausnahmsloses Eheverbot nur für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.

Für Jugendliche zwischen 16 und 18 soll eine im Ausland geschlossene Ehe in sehr eng begrenzten Ausnahmen dann zulässig sein, wenn eine Einzelfallprüfung ergibt, dass das Wohl der minderjährigen Ehefrau und der Schutz ehelicher Kinder dies gebietet.

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(ks)