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"Die Umfragen täuschen": USA-Experte Jäger erklärt, warum Trump Präsident werden könnte

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TRUMP
Ein Experte erklärt, warum Donald Trump US-Präsident werden könnte | Chip Somodevilla via Getty Images
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  • In den meisten Umfragen zur US-Wahl liegt Clinton vorn
  • Der Politik-Experte Thomas Jäger von der Uni Köln sagt: "Die Umfragen täuschen"
  • Clinton könnte weniger Stimmen von schwarzen Wählern bekommen als gedacht

Wie verlässlich sind die Umfragen zur US-Wahl? Der Republikaner Donald Trump holt zwar auf, in den meisten ist die Demokratin Hillary Clinton aber nach wie vor vorne.

Einzig: "Die Präsidentschaft ist Clinton noch lange nicht sicher", sagt Thomas Jäger, Professor für Internationale Politik an der Universität zu Köln, im Gespräch mit der Huffington Post. "Denn die Umfragen täuschen."

"Vor allem in den Swingstates wird es knapp"

Zum einen liegt das daran, dass vermutlich weniger Schwarze zur Wahl gehen werden als von den Demoskopen angenommen. Darauf zumindest deuten Auswertung der bislang abgegeben Stimmen aus der in vielen Staaten der USA möglichen Vorauswahl hin.

Sollte das sich bestätigen "hat Clinton ein veritables Problem", sagt Jäger.

Denn: Bei der schwarzen Bevölkerung ist Clinton beliebter als Trump. Sie zählt auf die Stimmen der schwarzen Community. Fallen diesen weg, wird es eng. "Vor allem in den Swingstates wird es knapp, wo die beiden Kandidaten nur wenige Prozent auseinander liegen", sagt Jäger.

So ist die Wahlbeteiligung bei den Vorabstimmungen in North Carolina, Florida und Ohio von Afroamerikanern dramatisch zurückgegangen, berichtet die "New York Times". Ein Grund könnte sein, dass es Obama besser als Clinton gelang, schwarze Wähler zu mobiliseren.

Mehr zum Thema: Die aktuellen Entwicklungen rund um die Präsidentschaftswahl in den USA findet ihr in unserem Live-Blog

"Das macht die Wahl extrem spannend

Die Umfragen im Vorfeld der Wahl könnten zudem täuschen, weil dort meist nur zwischen Clinton und Trump entschieden werden kann. Zur Wahl stehen aber viel mehr Kandidaten. Vor allem auf den Libertären Gary Johnson kommen derzeit bis zu Prozent der Stimmen. "Ich erwarte, dass davon mehr Prozent zu Trump wandern als zu Clinton. Das macht die Wahl extrem spannend", sagt Jäger.

Zum Problem könnten für Clinton die FBI-Enthüllungen werden. Die Demokratin habe bislang davon profitiert, dass ihr Konkurrent Trump stärker in Öffentlichkeit stand. Das habe die Wähler immer wieder an seine Unausstehlichkeit erinnert. Jetzt aber steht Clinton im Mittelpunkt. "Die Verwobenheit in reiche Netzwerke hängt ihr an", sagt Jäger. "Das erinnert die Wähler an das korrupte Washington und könnte ihr einige Prozent kosten – und die Wahl gegen sie entscheiden.“

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(lp)