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"So zerstört man eine Demokratie": Internationale Medien sehen eine Woche vor den US-Wahlen schwarz

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TRUMP CLINTON
"So zerstört man eine Demokratie": Internationale Medien sehen eine Woche vor den US-Wahlen schwarz | dpa
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Weniger als eine Woche ist es noch bis zur Präsidentschaftswahl in den USA. Doch anders als vor vergangenen Wahlen herrscht keine Aufbruchstimmung – im Gegenteil. In den Vereinigten Staaten wächst die Sorge, wie sich die US-Wahl auf die Zukunft des Landes auswirken könnte. Ungeachtet ihres Ausgangs.

Denn der schonungslose Wahlkampf der Kontrahenten Donald Trump und Hillary Clinton hat die Nation massiv entzweit. Dazu kommt: Das FBI hat mit seinen Enthüllungen über die Clinton-Familie aktiv in die politischen Entwicklungen eingegriffen – zu einem Zeitpunkt, der kaum brisanter sein könnte.

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US-Demokratie auf dem Weg der Zerstörung

Was auf dem Spiel steht, ist nicht nur das Vertrauen in Politik und die Strafverfolgungsbehörden, sondern auch die Grundsätze der Verfassung.

Das kommentiert auch die renommierte "Washington Post". Sie veröffentlichte einen Kommentar mit dem Titel "Genau so zerstört man eine demokratische Republik."

Darin schreibt Kolumnist Charles Lane: "Wenn du wirklich eine demokratische Republik zerstören willst, gibt es keinen sichereren Weg, als Staatsanwälte, Ermittler und Nachrichtendienstler zu Instrumenten einer politischen Partei zu machen – ob gefühlt oder tatsächlich."

Genau dieses Schreckgespenst suche die USA nun heim, nachdem der FBI-Direktor James Comey entschlossen hatte die neuerliche Ermittlung gegen Hillary Clinton in einem Brief öffentlich zu machen.

"Sollte Trump gewinnen, würden Demokraten den Sieg als vom FBI konstruiert betrachten", kommentiert die "Washington Post". Sollte dagegen Clinton gewonnen, müsste sie die unangenehme Aufgabe übernehmen, in Anti-Terror-Angelegenheiten und weiteren essentiellen Fragen mit einem FBI-Direktor zusammenzuarbeiten, der eine von Republikanern unterstützte Ermittlung gegen sie führt.

"Die Kluft wächst"

Auch die "New York Times" warnt vor der Folgezeit der US-Wahl. Daniele Anastasion schreibt: "Es ist alarmierend, wie polarisiert die Politik in den Vereinigten Staaten wurde." Je breiter die Kluft zwischen den beiden Parteien würde, desto sicherer wären sich die Menschen, dass die andere Seite falsch läge.

Trotz des E-Mail-Skandales sieht die "Los Angeles Times“ Hillary Clinton als „einzige Alternative am Wahltag". Ein Sieg Donald Trumps wäre nicht nur eine "November-Überraschung", sondern "ein nationales Desaster".

Anders sieht es die Österreichische Tageszeitung "Die Presse". Für sie ist Hillary Clinton Schuld an der prekären Situation der amerikanischen Demokraten und der Vertrauenskrise der US-Demokratie.

Clinton könnte Trump zum Präsidenten machen

"Die Presse" schreibt: "Mit ihren schäumenden Attacken gegen die Bundespolizei FBI höhlten die Bannerträger der Präsidentschaftskandidatin (Hillary Clinton) in den vergangenen Tagen die Autorität einer wesentlichen Institution des Rechtsstaats aus. Sie rückten in ihren wütenden Angriffen FBI-Direktor James Comey sogar in die Nähe eines Rechtsbrechers, weil er nur elf Tage vor der Wahl neue Ermittlungen gegen Hillary Clinton in der E-Mail-Affäre eingeleitet hatte. Eine krasse Unterstellung und Anschuldigung."

Auch die rechtsliberale dänische Tageszeitung "Jyllands-Posten" kritisiert Clinton scharf. Sie könnte Trump mit ihrem Justizskandal gar zum Wahlsieg verhelfen: "Clinton befindet sich jetzt in der schlimmsten vorstellbaren Situation: Sie könnte sowohl die Wahl am Dienstag verlieren als auch für einen Rechtsbruch verurteilt werden. Selbst wenn Letzteres nicht der Fall sein wird, können Hillary Clintons Unterlassungssünden als Außenministerin bedeuten, dass der nächste Präsident der USA Donald Trump heißt."

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(mf)