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Integrationsbeauftragte lehnt pauschales Verbot von Kinderehen ab

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ZOGUZ
Integrationsbeauftragte lehnt pauschales Verbot von Kinderehen ab | dpa
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  • Aydan Özoguz (SPD) hat sich gegen ein Verbot von Kinderehen ausgesprochen
  • Ein solches könnte die Betroffenen ins "soziale Abseits drängen"

In der aktuellen Diskussion um Kinderehen von jungen Migranten hat sich die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), gegen ein generelles Verbot ausgesprochen. "Ein pauschales Verbot von Ehen von Minderjährigen ist zwar vielleicht gut gemeint, kann aber im Einzelfall junge Frauen ins soziale Abseits drängen", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Werden ihre Ehen aberkannt, verlieren sie unter anderem Unterhalts- und Erbansprüche, ihre Kinder wären unehelich, für viele würde das sogar eine Rückkehr in ihre Heimatländer unmöglich machen."

Zahl der Kinder-Ehen in Deutschland geht zurück

Derweil geht die Zahl der Kinder-Eheschließungen in Deutschland deutlich zurück. Nach einer Recherche der Funke-Mediengruppe beim Statistischen Bundesamt gab es im Jahr 2000 noch 1073 Eheschließungen unter Minderjährigen. Im vergangenen Jahr wurden dagegen nur noch 92 Hochzeiten von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren registriert.

Laut Ausländerzentralregister waren Ende Juli 2016 insgesamt 1475 in Deutschland lebende ausländische minderjährige Personen verheiratet. In Deutschland dürfen Ehen derzeit grundsätzlich erst mit der Volljährigkeit geschlossen werden - in Ausnahmefällen aber schon mit 16 Jahren. Nach der Einreise Hunderttausender Flüchtlinge im vergangenen Jahr haben die Behörden mehrere hundert Kinderehen registriert.

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(mf)