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Nato-Luftangriff tötet 30 Zivilisten in Afghanistan

Veröffentlicht: Aktualisiert:
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Bei einem Luftangriff auf radikalislamische Taliban in Afghanistan sind 30 Zivilisten getötet worden. (Symbolbild) | Ints Kalnins / Reuters
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  • Bei einem Luftangriff auf radikalislamische Taliban in Afghanistan sind 30 Zivilisten getötet worden
  • Darunter sollen auch auch Kinder und Frauen sein
  • Der Angriff fand in der nordafghanischen Provinz Kundus statt

Bei einem mutmaßlichen Nato-Luftangriff auf radikalislamische Taliban in der nordafghanischen Provinz Kundus sind nach offiziellen Angaben auch 30 Zivilisten getötet worden. Unter den Todesopfern sollen auch Kinder und Frauen sein.

26 Menschen seien zudem verwundet worden. In sozialen Medien kursierten bereits Bilder getöteter Kinder.

Ein Sprecher der Nato-Mission Resolute Support (RS) in Afghanistan bestätigte, dass die Nato Luftschläge ausgeführt hatte. Ziel der Angriffe sei es gewesen, afghanische Streitkräfte zu schützen, die bei einem Einsatz unter Feuer geraten seien.

"Wir nehmen alle Beschuldigungen zu zivilen Opfern sehr ernst", hieß es in der Erklärung weiter. Da dies eine afghanische Operation gewesen sei, werde die Nato mit ihrem Partner arbeiten, um den Vorfall zu untersuchen.

Mehrere Talibankämpfer sollen getötet worden sein

Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sagte, dass auch afghanische Hubschrauber an dem Lufteinsatz beteiligt gewesen seien - "aber nur für den Nachschub und den Transport von Truppen". Das Schießen habe die Nato übernommen. Alle zivilen Opfer gingen aber sicherlich auf das Konto der Taliban und nicht der Nato, sagte der Sprecher. Die Taliban sollen sich in Häusern von Zivilisten versteckt haben.

Nach offiziellen Angaben sind bei dem Einsatz auch viele Talibankämpfer getötet worden. Angaben über die Anzahl der getöteten Kämpfer gehen allerdings auseinander. Einig sind sich die Quellen aber, dass unter den Getöteten Mullah Taki war, der Operationsleiter der Taliban für Kundus.

In der Nacht waren in Kundus auch zwei US-Soldaten getötet sowie zwei weitere verletzt worden. In einer Nato-Stellungnahme vom Morgen hieß es, die Männer seien Teil der Mission Resolute Support gewesen, die afghanische Streitkräfte ausbildet, offiziell aber nicht mehr selber kämpft. Laut dem Sender Tolo TV starben auch zwei afghanische Spezialkräfte.

Es blieb allerdings unklar, ob es sich um den besagten Einsatz handelte, zu dessen Schutz die Luftangriffe ausgeführt wurden.

Über 700 Luftangriffe der USA

Nato-Luftangriffe werden üblicherweise von den US-Streitkräften durchgeführt. Die USA haben in Afghanistan in diesem Jahr um die 700 Luftangriffe auf Stellungen der Taliban sowie der Terrormiliz IS geflogen. Dabei gibt es zunehmend Berichte über zivile Opfer.

Erst Ende September waren bei einem US-Drohnenangriff in der Ostprovinz Nangarhar mindestens 15 Zivilisten ums Leben gekommen. Die Vereinten Nationen hatten den Vorfall scharf verurteilt. Im Juni starben bei einem Luftangriff auf ein Talibangefängnis in Kundus nach lokalen Angaben mindestens sieben Zivilisten.

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ein US-Helikopter eine Klinik der Organisation Ärzte ohne Grenzen für eine Talibanstellung gehalten und fast eine Stunde lang beschossen. Mehr als 40 Menschen, darunter Ärzte und Patienten, starben.

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(ll)