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Islamische Propaganda? Dieser Becher von Starbucks sorgt für Riesenwirbel in Großbritannien

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Islamische Propaganda? Dieser Becher von Starbucks sorgt für Riesenwirbel in Großbritannien | ASSOCIATED PRESS
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Starbucks hat bekannt gegeben, wie der diesjährige Weihnachtsbecher aussehen wird: Grün. Und alleine diese Tatsache hat einige Menschen dazu bewegt zu glauben, dass die internationale Café-Kette für den Islam wirbt.

Am Dienstag gab Starbucks das Design des Bechers bekannt. Der Titel: "Ein Symbol der Einheit“.

Die bizarre Theorie mit dem Islam kam sofort im Internet auf. Einige User kritisierten Starbucks auf Twitter, darunter der frühere Anführer der britischen rechtspopulistischen Ukip-Partei, Raheem Kassam.

"Letztes Jahr scherzte ich noch, dass der Starbucks-Becher nächstes Jahr sicher grün sein wird (die Farbe des Islams). Zumindest dachte ich, ich würde scherzen.“

Im Interview mit der HuffPost UK sagte Kassam, sein Tweet sollte eigentlich nur ein Witz sein. Doch andere User haben die Theorie seither weitergesponnen. Einige waren der Meinung, das Design ähnelte jenem der Flagge der Arabischen Liga.

"Eines ist der Starbucks-Weihnachtsbecher namens 'Einheit', das andere ist die Flagge der Arabischen Liga. Könnt ihr den Unterschied sehen?“, fragte ein User.

Eine Userin warf Starbucks "politische Gehirnwäsche“ vor und schlug einen Boykott des Unternehmens vor.

Einige User gingen noch weiter und brachten den Becher mit der Terrororganisation Islamischer Staat in Verbindung.

Auf der konservativen Meinungsplattform Heat Street schrieb der Autor William Hicks: "Die Café-Kette nennt das größte Verbrechen des Jahres 'Einheitsbecher'. Hmmmm. Wer ist denn vereint? ISIS? Das Vereinte Kalifat des Islamischen Staates?!“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Starbucks vor Weihnachten wegen seines Bechers kritisiert wird.

Im Vorjahr kritisierten fundamentale Christen in den USA, Starbucks hätte "Krieg gegen Weihnachten“ geführt, weil der Becher einfach nur rot war. Das war den Evangelisten zu wenig.

Der Pastor Joshua Feuerstein äußerte sich in einem Facebook-Video wütend über die Farbe des Bechers – das Video wurde, seit er es im November 2015 postete, bereits über 16 Millionen Mal angesehen.

"Starbucks darf seinen Kunden nicht 'Frohe Weihnachten’ wünschen“, schrie Feuerstein in dem Video. "Bemerkt ihr, dass Starbucks Christus und Weihnachten von seinen Bechern verbannt hat? Sie sind einfach nur rot“.

Anstatt zum Boykott aufzurufen, riet Feuerstein seinen Anhängern, Starbucks "einen Streich zu spielen“. Man sollte immer als Namen "Frohe Weihnachten“ angeben, damit die Mitarbeiter es auf den Becher schreiben müssten.

Das Video sorgte für Furore in den USA, die Zeitung "Washington Post“ schrieb: "Starbucks wollte sicher nicht das damit bewirken. Das Design des Bechers sollte vor allem nicht anecken.“

Starbucks wollte Einheit in einer Zeit der Spaltung zeigen

Der Ukip-Politiker Kassam hatte sich übrigens auch schon zum Becher aus dem letzten Jahr geäußert: "Offener sein? Ihr wollt doch nur, dass sich niemand angegriffen fühlt. Wenn Starbucks diesen Fauxpas wieder gut machen will, sollten sie nächstes Jahr Bibelverse auf den Becher drucken“.

Bei der Enthüllung des neuen Designs gab Starbucks bekannt, damit "Einheit“ in einer Zeit der Spaltung zeigen zu wollen.

Der zuständige Künstler Shogo Ota wollte mit dem Design "Menschlichkeit und Verbindung“ demonstrieren.

Howard Schultz, der CEO von Starbucks, sagte: "Der grüne Becher und das Design zeigen die Verbindung, die Starbucks mit seinen Partnern und Kunden aufweist. Großbritannien ist gespalten, und wir wollen ein Symbol für unsere gemeinsamen Werte haben – und eine Erinnerung, dass wir einander gut behandeln sollten.“

Dieser Text erschien ursprünglich bei der Huffington Post UK und wurde von Valentina Resetarits übersetzt.

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